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Ökozugang im Hinterhaus: "After Wilderness" in Dresdens Kunstraum C. Rockefeller

Ökozugang im Hinterhaus: "After Wilderness" in Dresdens Kunstraum C. Rockefeller

Das "C.Rockefeller Center for the Contemporary Arts" muss man erst einmal finden. Der kleine Kunstraum versteckt sich in einem Flachbau im zweiten Hinterhof eines unsanierten Gründerzeitbaus im oberen Hechtviertel.

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Ella Görner inmitten der Ausstellung "After Wilderness".

Quelle: Panorama Image

Hat man sich bis hierin durchgeschlagen, lässt die aktuelle Ausstellung "After Wilderness" dann auch auf den ersten Blick eher an ein ökologisch-wissenschaftliches Experimentierfeld denken. Bis zum 12. April präsentieren hier die Dresdner HfBK-Studentin Ella Görner und der US-amerikanische Künstler Stephen Nachtigall ihre optisch ineinander fließenden Arbeiten. Beide beschäftigen sich künstlerisch mit der Schnittmenge aus Ökologie und menschlicher Einflussnahme auf unsere Umwelt.

Stephen Nachtigall wählt dabei einen eher meditativen Zugang. An der hinteren Längsseite des Kunstraums hat er Steinsplitter verteilt, die sich erst auf den zweiten Blick als bedruckte Bildausschnitte entpuppen - eine Art "Erosion der Bilder". Dazu lehnen drei Videoarbeiten an der Wand, die synthetische Pflanzen vor echten rotieren lassen und mittels computeranimierter Fotos einen irritierend ruckeligen Waldstreifzug fingieren.

Ella Görners Zugang ist deutlich reflektierender und analytischer. "Desto mehr Infos ich zu einer Sache habe, desto sicherer fühle ich mich," erklärt die Kunststudentin, die im 11. Semester in der Bosslet-Klasse der Dresdner Hochschule für Bildende Künste studiert und im kommenden Jahr ihr Diplom machen möchte. In ihrem Forscherdrang ging Görner schließlich so weit, dass sie mit dem "Eco Coin" sogar eine Art Ökowährung erschaffen hat samt Werbetrailer und Corporate Design. Der "Eco Coin" wäre beinahe auf dem letzten Transmediale Festival in Berlin vertreten gewesen und zumindest als Gedankenexperiment eines neuen, anders aufgestellten Wertesystems gab es ihn bereits als reale Währung.

Anhand tatsächlich existierender Trendtechnologien aus dem Bereich des "modernen Umweltaktivismus", wie sie es nennt, schafft sie zudem neue Unternehmensvisionen und -plakate. Dahinter steckt teilweise wochenlange Forschungsarbeit. Gleichzeitig versucht sie herunterzubrechen, was oft so hochtrabend versprochen wird. So wachsen bei ihr die Kabel einer Lampe und eines Ventilators aus einem Kübel voller Grasbüschel heraus. Strom aus Pflanzen - so einfach ist das... eben nicht. Während sich einige ihrer "visuellen Kommentare" erschließen und zum Weiterdenken anregen, sind die scheinbar diffus bedruckten Plastikplanen, die Görner über ein kleine Gerüste und die halbe Mittelfläche verteilt hat, allerdings doch eher irritierend. Allzu beirrten Fragen nimmt sie aber einfach charmant den Wind aus den Segeln, indem sie postuliert: "Manche meiner Arbeiten stellen so eine Art persönliche Skizze dar, sind bewusst unfertig."

"After Wilderness - Ella Görner und Stephen Nachtigall" im C. Rockefeller Center for the contemporary Arts (Rudolf-Leonhard-Str. 54 HH), geöffnet am 4.,5. und 12. April von 14 bis 18 Uhr

www.crockefeller.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.04.2015

Susanne Magister

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