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Ode an die Weiblichkeit - Festspielhaus Hellerau widmet der Künstlerin Nancy Spero eine Hommage

Ode an die Weiblichkeit - Festspielhaus Hellerau widmet der Künstlerin Nancy Spero eine Hommage

Ein Haus mit Geschichte: Das Festspielhaus Hellerau ist als Körper der Künste ein geschundener Ort. Hier geschahen Aufbruch ebenso wie Schande und Wiedergeburt.

"The Rebirth" ist die am Wochenende eröffnete Ausstellung überschrieben, die eine sehenswerte Hommage an die US-amerikanische Künstlerin Nancy Spero darstellt. Ein Wiederauferstehen klassisch-antiker Ideale mit zeitgenössisch-modernem Kunstanspruch.

Heute sind im 100-jährigen Bau nur mehr Fragmente einzelner Wandbilder in dem nach Nancy Spero benannten Saal vorhanden. Anderes, das die 2009 in New York gestorbene Grand Dame vor knapp 14 Jahren in Hellerau schuf, ist der Vergänglichkeit zum Opfer gefallen. Nur wenige ihrer Wandarbeiten aus dem damals noch unsanierten Gebäudekomplex sowie Außenbereichen wurden gründlich dokumentiert und sind nun als großformatige Fotografien von Lothar Sprenger in erstaunlicher Frische zu bestaunen.

Restaurierte Fragmente weiterer Wandbilder von ihr sind sehr stimmig im Ambiente des Spero-Saals ausgestellt. Andere Kunstwerke wie Handdrucke und Collagen wurden aus Privatbesitz sowie von einer Wiener Galerie als Leihgabe beigesteuert und sind im Obergeschoss zu besichtigen.

So finden sich ergänzend zur von Bertolt Brecht angeregten "Judenhure Marie Sanders" Abbilder der Aphro- dite, von Athletinnen, Fruchtbarkeitssymbolen und flüchtigen Traumlandschaften im Festspielhaus. Immer wieder Frauenbilder, um die Weiblichkeit sowohl assoziativ ästhetisch als auch in deren - durchaus zu überwindender - Opferrolle vorzuführen. Mit dieser Ode des Körperlichen werden vor allem Schönheit und Stärke der Frau beschrieben, ausgehend von der Antike über gewagt eigenständige Variationen bis hin in ein nach vorne offenes Heute.

Die von der Dresdner Kunsthistorikerin Susanne Altmann kuratierte Schau wird von Tonmaterialien, Videokunst und einem höchst informativen Dokumentarfilm ergänzt. Er erinnert an den Hellerauer Aufenthalt Nancy Speros 1998 gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Leon Golub und an die damals präsentierte Schau mit Arbeiten dieses so streitbar engagierten Künstlerpaares.

Zur Eröffnung der Spero-Hommage war im Dalcroze-Saal des Hauses die Tanzperformance "Fresco" vom vergangenen Jahr in einer Neubearbeitung wiederholt worden. Spannungsgeladene Bewegungen des Doppelwesens Frau zu eingeblendeten Bildmaterialien von klassischer Idealkunst im Wechsel zu Nancy Speros Kunstideal, wie sie hoffentlich nicht zum letzten Mal aufgeführt worden sind. "The Rebirth" ist bis Ende Mai im Festspielhaus zu sehen und entstand in einer Kooperation der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen mit dem Europäischen Zentrum der Künste Hellerau.

Öffnungszeiten: Mi-Fr 13-17, Sa/So 11-17 Uhr, am 15. April, 18.30 Uhr, führt die Kuratorin Susanne Altmann durch die Ausstellung

www.hellerau.org

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.03.2012

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