Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Google+
OSTRALE´016 wird am 1. Juli im Dresdner Ostragehege eröffnet

10. Internationale Ausstellung zeitgenössischer Künste OSTRALE´016 wird am 1. Juli im Dresdner Ostragehege eröffnet

Am 1. Juli – auf den Tag genau ein Jahrzehnt nach der Eröffnung des ersten Jahrganges – beginnt die OSTRALE´016 als nunmehr 10. Internationale Ausstellung zeitgenössischer Künste in Dresden.

Petersohn Kamwathi: „Monument to a Vessel“

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Der Zauber des Anfangs hat sich vielleicht etwas verflüchtigt, aber die Höhen von Bekanntheit oder Erfolg sind längst erklommen. Und irgendwie kann sich wohl auch keiner mehr vorstellen, dass die Dresdner Kunstszene mit ihren Partnern so gänzlich ohne die OSTRALE auskommen sollte. Hat sich doch damit in der Stadt eine immer wieder beklagte, angemahnte Fehlstelle mit stetem Bemühen so halbwegs schließen lassen, ist ein weit verzweigtes internationales Netz entstanden, das offenbar auch belastungsfähig ist.

Am 1. Juli – auf den Tag genau ein Jahrzehnt nach der Eröffnung des ersten Jahrganges – beginnt die OSTRALE´016 als nunmehr 10. Internationale Ausstellung zeitgenössischer Künste in Dresden. Das beweist einiges an Hartnäckigkeit und Durchsetzungsvermögen, verweist mit dem assoziationsreichen Leitgedanken „error: X“ nicht nur auf den Dschungel digitaler Vernetzungen, sondern ebenso auf Gefährdungen, von denen diese Insel zeitgenössischer Künste inmitten des Dresdner Ostrageheges akut bedroht ist. Wovon in den vergangenen Tagen schon mehrfach die Rede war, aber die Gefahr ist noch längst nicht gebannt (DNN berichteten).

2017 droht aus Sicherheitsgründen die Schließung der von der OSTRALE genutzten Futterställe vom ehemaligen Schlachthof Dresden, und die derzeitigen Nutzer können die Kosten der notwendigen Sanierung, zu rechnen ist mit geschätzten 4,5 bis 5 Millionen Euro, dieser im Eigentum der Stadt befindlichen Gebäude verständlicherweise nicht aufbringen. Nun geht es um ein neuerliches, aktualisiertes Finanzierungskonzept (ein erstes war bereits 2014 erstellt worden), und das haben die OSTRALE.freunde fristgemäß vor Beginn der diesjährigen Ausstellung eingereicht. Es ist eine Art Galgenfrist, wenn sich nicht umgehend eine entsprechende Lösung für die Finanzierung findet. Wobei sich alle in einer Frage unbedingt einig sind: die OSTRALE hat maßgeblich mit dafür gesorgt, dass dieser Ort mit seinen denkmalgeschützten Bauten eine attraktive Stätte für zeitgenössischen Künste geworden ist. Und nun gilt es, diese einzigartige Insel zu erhalten.

Thorbjörn Jacobson

Thorbjörn Jacobson: „Gegen die Zeit“

Quelle: Dietrich Flechtner

Keine Frage, bei der Pressekonferenz zur Eröffnung der OSTRALE´016 ging es vorrangig auch um dieses Thema, und Detlef Schweiger, der sich als erfindungsreicher Künstler und 2. Vorsitzender des OSTRALE e.V. entsprechend mit einem Rot-Kreuz-Hirsch auf dem weißen T-Shirt präsentierte, hat eindringlich über die Verantwortlichkeit auf allen Ebenen gesprochen. Da will und kann man doch nicht einfach eine solche Idee aufgeben, zumal Dresden ein derart erfrischend international ausgerichteter Luftzug in den Kunstbegegnungen zu jeder Zeit gut tut. Als einst das kunterbunte Abenteuer OSTRALE auf dem Ostragehege in schönster Bedürftigkeit startete, haben sich nicht wenige abwartend verhalten, was da eventuell und irgendwann mal herauskommen könnte. Andere wiederum sind hilfreich mit dabei gewesen, das Projekt aufzubauen und zu stärken. Heute hat es sich mit Unterstützung vieler zwar in gewisser Weise etabliert, aber Hilfe braucht es dennoch. Von jenen, die etwas zu entscheiden haben, ebenso wie von jenen, die etwas dazu zu sagen haben. Wer einfach wegsieht und wegdenkt, der muss sich auch nicht beklagen, wenn sich letztlich eine Lücke nach der anderen auftut.

Zur Pressekonferenz hat ebenso Andrea Hilger, die von Beginn an zur Künstlerischen Leitung der OSTRALE gehört und seitdem quasi Seele und Gedächtnis dieses großen Projektes ist, auf jene zurückliegenden Jahre als eine „intensive Phase des Lernens, des Korrigierens von Fehlern und auch der Professionalisierung“ hingewiesen. Und sie bedankte sich bei ihrem Team nicht nur für die intensive Arbeit an „error: X“, sondern ebenso für die Ausstellung, mit der die OSTRALE derzeit noch bis zum 31. Juli mit Positionen von 64 Künstlern und Künstlergruppen aus Dresden zu Gast in der „Kulturbrauerei“ der europäischen Kulturhauptstadt in Wroclaw ist. Die OSTRALE´016 in Dresden sei etwas Besonderes auch in ihrer großen Internationalität, sagte Hilger. Und sprach von beteiligten Künstlern beispielsweise aus Kenia, Indonesien, Kuba, Israel und Japan; einige von ihnen sind auch extra angereist.

Die Internationale Ausstellung zeitgenössischer Künste vereint bis zum 25. September 2016 auf über 20.000 qm Ausstellungsfläche besonders Arbeiten von jungen, noch nicht etablierten wie auch von bereits anerkannten Vertretern sämtlicher künstlerischer Genres. Mehr als 200 Künstler von rund 40 Nationen stellen in Dresden über 1.000 kuratierte Werke aus, und es werden auch Flüchtlinge in das Projekt mit integriert.

Von Gabriele Gorgas

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr