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OMD kommen tatsächlich mit musikalischen Stadtbezügen nach Dresden

OMD kommen tatsächlich mit musikalischen Stadtbezügen nach Dresden

Die drei Buchstaben ihres abgekürzten Bandnamens sagen nicht jedem etwas, aber drei Töne ihres Welthits "Maid of Orleans" reichen aus, um jeden sagen zu lassen "Na klar, kenne ich".

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Für OMD-Kopf Andy McCluskey ist Dresden eine "schmerzliche Metapher für Sinnlosigkeit, Trauer und Verlust".

Quelle: Pearl Marjorie Draps

Und auch der Titel eines ihrer jüngsten Erfolgssongs sagt allen etwas: Dresden. Den Song werden OMD (Orchestral Manoeuvres in the Dark) am 14. Februar neben Welthits wie eben "Maid of Orleans" bei der Verleihung des Dresden-Preises an den Herzog von Kent in der Semperoper spielen.

Wer bei "Dresden" jetzt allerdings "Bomben-Pop" erwartet, geht fehl. Der Text ist voller Andeutungen, auch voller Liebesdrama, eine Beschreibung historischer Ereignisse ist er nicht, ganz und gar nicht. Und ist gerade deshalb faszinierend. Songschreiber Andy McCluskey sagte dazu: "Die meisten in Großbritannien wissen, dass Dresden im Zweiten Weltkrieg bombardiert wurde; es war schockierend und grausam. Ich verwendete dieses Ereignis als schmerzliche Metapher für Sinnlosigkeit, Trauer und Verlust."

Und er schließt sich damit einem Phänomen an, das seit Jahrzehnten zu beobachten ist und wohl auch weiter sein wird. Dem Phänomen "Like Dresden 45", "Wie Dresden 45". Ist ein Vergleich, ein Maß gefragt, um Zerstörungszustände jedweder Art zu beschreiben, muss seit Jahrzehnten Dresden herhalten. Die Marke "Dresden" plus "'45" plus "Zerstörung" hat sich verselbstständigt. "Dresden '45" ist zur Vergleichsmarke geworden. Zu einem Symbol. Mit Dresden werden inzwischen nicht nur Kriegsschauplätze wie Bagdad oder Gaza oder Gegenden nach Naturkatastrophen (zum Beispiel den Hurrikans Katrina und Sandy) verglichen, sondern ebenso nicklige Alltäglichkeiten wie eine vermüllte Küche, ein vom heftigen Leben gezeichnetes Gesicht oder der unfeine Wahlkampf eines Politikers. Dresden als Etikett scheint auf vieles zu passen. Aber Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das Symbol verstanden wird. Augenscheinlich tut es das, nur deshalb funktioniert auch dieser OMD-Song.

Und sie sind nicht ersten und nicht die letzten, die Dresden in einem ihrer Songs als Symbol benutzen. Die ersten war die New Yorker Punkband NY Niggers, die in den Siebzigern sangen "Mein Hirn brennt wie Feuer, wie Dresden 45". Und die bisher letzten war ganz aktuell die junge Synthie-Pop-Band Slow Show aus Manchester, deren neuer Titel wie bei OMD "Dresden" heißt und in dem sie singen "Das ist ein Zusammenbruch", und damit einen ganz persönlichen meinen.

Slow Show will noch bekannt werden, OMD sind es schon lange. Seit mehr als drei Jahrzehnten gehören sie zu den berühmtesten britischen Bands. Und Orchestral Manoeuvres in the Dark mochten es nie auf die leichte Tour. Nicht mit dem etwas komplizierten Bandnamen und auch nicht mit ihrer Musik. Als sie begannen, Ende der 1970-er, wollten sie nicht machen, was alle machten, und entschieden sich nach dem Vorbild Kraftwerk für einen experimentellen Elektropop. Den legten sie allerdings weit aus, so dass ihre Songs schnell viel mehr wurden als Klientel-Musik. "Maid of Orleans" war 1982 in Deutschland die bestverkaufte Single. Ein erstes Mal in die Charts schafften sie es 1978 mit dem Song "Enola Gay". Der Text handelt von dem Flugzeug "Enola Gay", von dem aus 1945 die Atombombe auf Hiroshima abgeworfen wurde, während die Musik zum Tanzen zwingt. Wie es "Dresden" auch tut. Als OMD 2011 ihr bisher einziges Konzert in Dresden gaben, existierte der Song noch nicht. Konnte auch nicht, den erst der Besuch dieser Stadt, die der Songschreiber Andy McCluskey vorher nur von Fotografien kannte, hatte ihn zu diesem Text inspiriert. Es wird also eine Premiere geben am 14. Februar in der Semperoper: "Dresden" das allererste Mal in Dresden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.02.2015

Heidrun Hannusch

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