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Nussknacker-Festspiele in der Semperoper mit Staraufgebot zum Finale

Nussknacker-Festspiele in der Semperoper mit Staraufgebot zum Finale

Erst rieselt der Schnee leise überm kleinen Striezelmarkt unterm Schwibbogen vor der Silhouette des Dresdner Zwingers. Dann sind die Lichter angezündet am Weihnachtsbaum im Salon der Familie Dr. Stahlbaum, ganz sicher in einer Villa auf dem weißen Hirsch.

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Getanzte Klasse: Polina Semionova und Jirí Bubenícek.

Quelle: Ian Whalen

Von dort ist es nicht weit bis in den Winterwald der Dresdner Heide und nur eine winzige Traumreise entfernt ist das Land der Süßigkeiten, wo die Zuckerfee und ihr Gemahl Schokoladenfiguren Kastagnetten spanisch klappern lassen, Kaffee- und Teefiguren arabische und chinesische Aromen verbreiten, Kosaken im Trepak springen, leicht federnde Mirlitons zu schwebenden Flötentönen tanzen, die üppige Mutter Gigogne ihre acht putzigen Polichinelles unterm Gluckenrock hervor wirbeln lässt, ein duftendes Blumenbouquet sich im Walzercharme wiegt und auch noch Engelchen durch die ohnehin schon so verführerisch süße Szene flittern und flattern.

Es ist Weihnachten in Dresden und das Semperoper Ballett beschert sei- nem Publikum das Weihnachtsballett schlechthin, Tschaikowskys "Der Nussknacker", in einer Choreografie von Aaron S. Watkin und Jason Beechey, die sich weitestgehend an die überlieferten Originale der Ideen von Marius Petipa zur Uraufführung im Dezember genau 120 Jahren in St. Petersburg hält. Watkin zeichnet verantwortlich für die Ballettkompanie, Beechey für die Studierenden der Palucca Hochschule für Tanz, die Schülerinnen und Schüler, die Allerjüngsten der Puck-Kindertanzklassen.

Das alles ist bisweilen allerliebst, wahrhaft zuckersüß - und eine Geschichte gibt es ja auch noch, die von der kleinen Marie, die ihren tapferen Nussknacker liebt, ihn im Traum vor dem Mausekönig und dessen nagendem Heer rettet, worauf aus dem hölzernen Kerlchen ein schöner Prinz wird und Marie, im Traum zumindest, schon mal verliebt mit ihm von den Süßigkeiten für die Erwachsenen naschen darf.

Weil ein solches Weihnachtsmärchen, bestreut mit dem Zuckerstaub regionaler Bräuche und Traditionen, ganz sicher gut ankommt, gab es im Dezember ganze 13 Aufführungen in der Semperoper, und wären es mehr gewesen, dann wären wohl noch mehr Menschen aller Altersklassen gekommen, um sich für gute zwei Stunden in die Welt der süßen Träume ganz ohne Kalorien entführen zu lassen.

Zudem enthält dieser getanzte Weihnachtsabend wahrhafte Überraschungen. In der 24. Aufführung seit der Premiere im vergangenen Jahr ist es die Marie der Anna Merkulova, blitzschnell und leicht in ihren Spitzenvarianten, fröhlich im verliebten Flug, sicher in die Arme ihres Prinzen. Den tanzt István Simon, knackig und kraftvoll, klar in den klassischen Strukturen. Als Weihnachtsüberraschung beschert das Semperoper Ballett den Dresdnern und ihren Gästen ein Debüt, erstmals tanzt die weltbekannte Ballerina Polina Semionova die Partie der Zuckerfee und erstmals auch in einer hiesigen Inszenierung. Eine Partie wie geschaffen für diese Ausnahmetänzerin der eleganten Linien. Indem sie die Bühne betritt oder sanft landet von ihrer Fahrt aus dem Himmel des Theaters, geht aller Zauber von ihr aus. Vordergründige Bravour ist die Sache der Semionova nicht, sie stellt ihr exzellentes Können nicht aus, sie präsentiert es mit dem verblüffenden Charme der Selbstverständlichkeit, eben eine Fee, eine gute dazu.

Ihr Gemahl ist Jirí Bubenícek, erster Solist der Dresdner Kompanie, edle Harmonie klassischer Traditionen zeichnet ihn aus, beide ein Paar, das sich ergänzt, besonders zum tänzerischen Höhepunkt, dem Grand pas de deux von ausgewogener Schönheit.

Im nächsten Jahr kommt die Semionova wieder, zum Abschluss der Saison, einmal als exotische Tempeltänzerin in dem Ballettklassiker "La Bayadère" und als Gast in der Dresdner Ballettgala. Zuvor aber, am 19. Januar, stellen sich Tänzerinnen und Tänzer der Kompanie als junge Choreografen in der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen vor und ab März kommt mit Prokofjews "Romeo und Julia" eines der bekanntesten Ballette in neuer Interpretation durch den belgischen Choreografen Stijn Celis ins Repertoire.

Boris Michael Gruhl

www.semperoper.de/ballett

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.12.2012

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