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Nur einer war im falschen Film - 30. Internationales Pantomimefestival begann im Theater Wechselbad in Dresden

Nur einer war im falschen Film - 30. Internationales Pantomimefestival begann im Theater Wechselbad in Dresden

Allen Unkenrufen wie hartnäckigen Zweiflern zum Trotz: Das Dresdner Pantomimefestival ist im Theater Wechselbad in seine 30. Ausgabe gestartet und hat damit ein Jubiläum erreicht, das gerade in dieser so besonderen Gattung der darstellenden Kunst heute weltweit wohl seinesgleichen sucht.

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Köpfe aus Pappmaché sind das Kennzeichen der Mitwirkenden im Stück "Restaurant Fatal", einem Programm des Dresdner Mimenstudios.

Quelle: Matthias Rietschel/dapd

Das Festival der "stummen Kunst" hat sich etabliert in der Kunststadt und längst ein Stammpublikum an sich binden können. Allein die Tatsache, dass Dresden auf ein kontinuierlich bespieltes Mimentheater verweisen kann, spricht dafür, dass es hier auch ein diesbezüglich interessiertes Publikum gibt.

Die Eröffnungsveranstaltung trug den Titel des diesjährigen Festivals "Die Blume der Kunst". Um Blumen ging es daher auch gleich in der ersten Szene des Abends, die der Pantomime Rainer König in seiner Lieblingsrolle als Clownsmime hegt und pflegt. Im blauen Ganzkörperanzug und mit roter Haarmähne flattert er über die Bühne sowie von Blüte zu Blüte. König, der zu den Vätern der Dresdner Pantomimenszene gehört, ist heute auf vielen verwandten Kunstfeldern unterwegs. Ähnliches ist auch von Alf Mahlo zu berichten - ebenfalls einer der Mimen der ersten Stunde, der sich inzwischen aber längst die große Showbühne erobert hat. Einzig Ralf Herzog ist zu 100 Prozent seinem Metier treu geblieben und pflegt es - inklusive des unbedingt notwendigen Nachwuchses - auf der Mimenbühne im Haus an der Maternistraße.

Dort jedenfalls hat sich die Pantomime einen festen Platz erobert, und von dort aus organisiert man Jahr für Jahr dieses ganz besondere Festival. Dies und vieles andere mehr erzählt Conferencier Alf Mahlo dem Publikum der Eröffnungsshow so ausführlich, dass Ralf Herzog sich genötigt sieht, auf die Bühne zu stürmen und stumm auf die Uhr zu verweisen. Dann geht es Schlag auf Schlag: Der Japaner Shinya Murayama verzaubert mit einer wahrhaft klassischen Pantomime als Träumer; es folgen Ausschnitte aus zwei Programmen des Dresdner Mimenstudios, aus dem "Restaurant Fatal" - immer wieder wirken Köpfe aus Pappmaché ganz besonders verblüffend - und aus der pantomimischen Version von Mozarts "Zauberflöte" (die Premiere fand im Frühjahr statt - im aktuellen Festival steht das Stück am Montag auf dem Spielplan).

Der Russe Alexey Mironow sorgt mit einem kleinen Ausschnitt aus seinem Soloprogramm "Bon Voyage" für jede Menge Lachtränen im Publikum. Er ist der einzige Künstler, der sich im falschen Film befindet, denn er mimt einen Theaterbesucher, der irrtümlich in einer Opernaufführung gelandet ist. Auch den Italiener Vito Lupo, der in den USA eine steile Karriere als Trickberater bei den Disney Studios nahm, sollte man unbedingt erleben. Er vermischt ganz elegant Pantomime mit Magie und verblüfft mit geradezu unglaublichen Tricks. Unbedingt erwähnenswert ist auch der Amerikaner Gregg Goldston, der am 15. November gemeinsam mit Lina do Carmo auf der Mimenbühne die Schule von Marcel Marceau zum Leben erwecken will. Beide waren Schüler beim Altmeister der Pantomime.

Der hiesige Altmeister und Festival-Mitbegründer Ralf Herzog darf im Reigen der aktiven Akteure natürlich nicht fehlen - mit dem, was man von ihm zwar schon kennt, aber immer wieder erleben möchte: Er mimt Berufe und Tätigkeiten auf Zuruf.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.11.2012

W. Zimmermann

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