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Nicht nur heiter: Serenadenkonzert der Kammerphilharmonie der TU Dresden

Nicht nur heiter: Serenadenkonzert der Kammerphilharmonie der TU Dresden

Sicher lag es auch am Wetter, dass die Kammerphilharmonie der TU Dresden am Sonnabend in der Lukaskirche nicht so viele Besucher zu verzeichnen hatte, wie es dieses vorzügliche Amateurensemble eigentlich verdient hätte.

Von Monica Buckland, seit 2008 Chefin der beiden Universitätsorchester, sind wir Programme mit interessanten Werkkombinationen gewohnt. Auch diesmal wurden die Erwartungen nicht enttäuscht.

Zwar lautete der Gesamttitel Serenadenkonzert, obwohl nur eine echte Serenade zu erleben war. Dafür bot aber der erste Teil die spannende Gegenüberstellung zweier Werke von Richard Strauss, ein absolutes Frühwerk, die Serenade für dreizehn Bläser Es-Dur op. 7, die Strauss mit siebzehn Jahren geschrieben hat, und eine Komposition, die zu den allerletzten gehört, das Duett-Concertino für Klarinette, Fagott, Harfe und Streichorchester AV 147, das der Komponist 1947 in Montreux zu Papier brachte. Die Bläserserenade ist ein Beweis dafür, dass Strauss schon in jungen Jahren nicht an Minderwertigkeitskomplexen litt. Die dreizehn Bläser trumpften mit dichtem Satz gehörig auf, wobei die Oboe einige Schärfen zeigte. Die sorgfältig gearbeiteten Kontraste zwischen piano und forte fielen oft dem Raum zum Opfer.

Die Solisten des Concertinos waren Christian Dollfuß und Thomas Eberhardt, beide Mitglieder der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Die Komposition lässt nirgendwo ahnen, dass die Welt des Komponisten zwei Jahre zuvor endgültig zusammengebrochen war, Strauss verweigerte die Stellungnahme zu den Zeitereignissen und rettete sich in zwar meisterhaft gehandhabte, aber völlig unverbindliche Leichtigkeit. Es ist kein Problem, dieses Werk trotzdem zu mögen. Die beiden Soloinstrumente wechseln einander in der Dominanz über das Geschehen ab und können auch unvermittelt in einen kapriziösen Dialog eintreten. Das Orchester scheint manchmal ganz weit weg zu sein und sich nur auf die Begleitfunktion zu beschränken. Die Dirigentin wusste genau, wie sie die delikate Balance aufrechterhalten konnte. Dass das Werk Märchenstoffe verarbeitet, erschließt sich allerdings bei bloßem Hören nicht.

Johann Wolfgang Mozarts großartige Sinfonie Es-Dur KV 543 aus der Trias seiner letzten Sinfonien stand am Schluss des Programms. Für ihn hatten Tonarten manchmal noch absoluten Charakter, und Monica Buckland betonte folglich den kraftvollen und sieghaften Gestus, der Es-Dur auszeichnet. Die Violinen legten anfänglich den Notentext etwas individualistisch aus, fanden aber bald zur orchestralen Gemeinsamkeit zurück.

Die dynamischen Nuancen wirkten hier besser, weil Mozarts Orchestersatz klarer und offener als der bei Strauss ist. Schön robust war die Kraft im Menuett, und das Finale strahlte gesundes Selbstbewusstsein ohne Prahlerei aus. Es war eine Interpretation, die zu Ende hin immer überzeugender wurde.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.07.2012

Peter Zacher

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