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Neues Domizil in Dresden

Blaue Fabrik Neues Domizil in Dresden

Kaum eine Kultur-Institution in Dresden hatte in den vergangenen Jahren so viele Hindernisse zu überwinden wie die Blaue Fabrik. Nach dem unfreiwilligen Auszug aus dem Standort an der Prießnitzstraße im Jahr 2013 fand der Verein ein Übergangsdomizil in einem Gebäude hinter der Post an der Königsbrücker Straße.

Holger Knaak will am neuen Standort mit der Blauen Fabrik 13 Ateliers für freischaffende Künstler einrichten.

Quelle: Hauke Heuer

Dresden. Kaum eine Kultur-Institution in Dresden hatte in den vergangenen Jahren so viele Hindernisse zu überwinden wie die Blaue Fabrik. Nach dem unfreiwilligen Auszug aus dem Standort an der Prießnitzstraße im Jahr 2013 fand der Verein ein Übergangsdomizil in einem Gebäude hinter der Post an der Königsbrücker Straße.

Dort gab es nur wenig Platz für Veranstaltungen und Konzerte – und noch schlimmer: Der Standort war so schlecht gelegen, dass in den Abendstunden, wenn der Durchgang in der Postfiliale geschlossen blieb, nur echte Insider den Weg dorthin vorbei am Alten Heizhaus an der Stetzscher Straße fanden.

Nun zieht der Verein am 2. September in eine historische Villa an der Eisenbahnstraße auf dem Gelände des Leipziger Bahnhofs. Holger Knaak, Geschäftsführer des Vereines, wirkt glücklich, wenn er im Atrium seines neuen Domizils steht und hinauf schaut zur verglasten Decke: „Das ist eine lichte Höhe von rund fünf Metern. Wir können theoretisch Installationen im Raum schweben lassen. Davon haben wir bisher nur geträumt“, sagt der Kulturschaffende. Dann geht er von Tür zu Tür und zeigt großzügig angelegte Räume, die den Künstlern und Musikern künftig als Ateliers und für Proben dienen sollen – einige sind bereits belegt.

„Wir wollen 13 Ateliers zu einem Preis von rund zehn Euro pro Quadratmeter vermieten. Wir haben bisher hauptsächlich an Jazzer vermietet – das hat in der Blauen Fabrik Tradition“, erklärt Knaak. Im größten Saal, der allein rund 80 Quadratmeter umfasst, könnten Konzerte stattfinden. Ein großer Fortschritt, denn in den vergangenen Jahren blieben insbesondere Vorstellungen von Theatergruppen aus, weil der Saal – eher ein größeres Zimmer – an der Königsbrücker Straße schlicht zu klein war und mit einem Backstagebereich nicht dienen konnte.

Der neue Standort, die 1839 erbaute Villa, stellt nun über 800 Quadratmeter für Kunst und Kultur zur Verfügung. Knaak möchte den neu gewonnenen Freiraum auch dafür nutzen, neue Konzepte insbesondere in der Kulturförderung auf den Weg zu bringen. „Wir befinden uns derzeit in der Entwicklung eines Artist in Residence-Projektes. Künftig sollen Künstler aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland für einen gewissen Zeitraum in der Grünen Villa leben und arbeiten.“

Doch der neue Ort hat auch einen Haken: Der Verein muss monatlich rund 6000 Euro Miete an Peter Simmel, bekannt als Betreiber einer Edeka-Ladenkette, abführen. „Wir erzielen weder durch die Vermietung der Ateliers, noch durch die Veranstaltungen genug Einnahmen, um dieses Gebäude alleine zu halten. Wir sind weiterhin auf die Unterstützung der Stadt angewiesen“, erklärt Knaak und macht sich Sorgen um den Fortbestand der Förderung, die bei rund 25 000 Euro im Jahr liegt: „An der Post konnten wir aufgrund der räumlichen Situation weit weniger Angebote als in den Vorjahren machen, was sich jetzt natürlich ändert. Wir hoffen auf Verständnis seitens der Verwaltung.“

So wartet der Verein nicht bis zur offiziellen Eröffnung am 2. und 3. September mit viel Kunst, Jazzmusik und Tanz, um in den Veranstaltungskalender einzusteigen. Noch im alten Standort wird bis zum 13. August die Ausstellung „Heimat-Verlust-Was bleibt?“ mit Fotografien von Doreen Brückner und von Peter. R. Fischer gezeigt. Und das nächste Sommerkonzert folgt am 25. August, mit Florian Lauer am Schlagzeug und Mark Weschenfelder am Saxophon, im Garten der Grünen Villa auf der Eisenbahnstraße 1. Die beiden werden ihre ganz eigene Mischung aus Freejazz, Experimental und Noise präsentieren.

Doch bis die ersten Ausstellungen im Herbst in der Grünen Villa eröffnet werden, gibt es noch viel zu tun. „Das Gebäude ist prinzipiell in einem guten Zustand. Dennoch müssen viele Räume gemalert werden. Und es gilt sich um Details, wie das Aufbrechen eines neuen Notausganges, zu kümmern“, erklärt Knaak. Erster Ausstellungshöhepunkt in der neuen Blauen Fabrik: Ab 7. Oktober werden Werke der bekannten tschechischen Dokumentarfotografen Jindrich Streit und Svatopluk Klesnil gezeigt.

www.blauefabrik.de

Von Hauke Heuer

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