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Neuer Gedenkweg in Dresden erinnert ab Donnerstag an Lingner

Neuer Gedenkweg in Dresden erinnert ab Donnerstag an Lingner

Dresden bekommt am Donnerstag eine neue Attraktion: Das Pharmaunternehmen "GlaxoSmithKline Biologicals Dresden" (GSK), das vor 100 Jahren von Karl August Lingner (1861-1916) als Sächsisches Serumwerk begründet wurde, weiht am Donnerstag einen Lingner-Gedenkweg ein.

Von Heiko Weckbrodt

Dieser Weg umfasst sieben Stationen, an denen jeweils mit Tafeln auf wichtige Spuren des Odolkönigs und Wohltäters hingewiesen wird.

Zu den Stationen, die geschichtsinteressierte Dresdner und Touristen ablaufen oder abradeln können, gehört zum Beispiel die Waisenhausstraße in der Innenstadt: Im damaligen Haus Nummer 9 - nahe der Stelle, an der heute die Jugendbibliothek "Medien@age" residiert - gründete Lingner im Jahr 1902 die "Dresdner Lesehalle", die 1918 mit der "Städtischen Zentralbibliothek" fusionierte und damit den Grundstein für die heutigen "Städtischen Bibliotheken Dresden" legte. Die Lesehalle sollte nach Lingners Willen den Dresdnern "diejenigen Quellen der Bildung (bieten), aus denen der vorwärtsstrebende Mann die Mittel zur Erhöhung seiner Erwerbstätigkeit und zur Verbesserung seiner Lebenslage schöpfen kann". Dabei war das Parterre als kostenlose Volkslesehalle konzipiert, das Obergeschoss zahlendem Publikum vorbehalten. Der geschäftstüchtige Lingner setzte schon damals auf eine Mischfinanzierung: Er gab Geld dazu, die Stadt gab etwas drauf und außerdem war die Lesehalle mit einer "Trinkhalle" kombiniert.

1911 gründete Lingner dann das Sächsische Serumwerk, das heute unter der Regie des britischen Pharmakonzerns GSK zu den größten Grippe-Impfstoff-Herstellern weltweit gehört - der Neubau an der Zirkusstraße ist eine weitere Station des Lingnerweges, ebenso wie das Deutsche Hygienemuseum, das Lingner 1912 gründete, ein Jahr nach der "1. Deutschen Hygieneausstellung", derer an der Herkules- allee im Großen Garten mit einer Tafel gedacht wird.

Der Gedenkweg endet am Lingnerschloss an der Bautzener Straße, das der Industriekapitän der Stadt Dresden testamentarisch vermacht hatte und das derzeit von einem Förderverein rekonstruiert wird. Auch hier engagierte sich GSK: Vor kurzem übergab das Unternehmen dem Verein eine Fünf-Millionen-Euro-Spende, die die Schlosssanierung drastisch beschleunigen wird (DNN berichteten).

Das Geld für sein soziales Engagement hatte Lingner vor allem durch den Erfolg des Mundwassers "Odol" gemacht. Dafür hatte er 1892 das "Dresdner Chemische Laboratorium Lingner" an der Wölfnitzstraße gegründet, das sich ab 1897 als "Lingnerwerke" an der Ecke von Zwickauer und Nossener Straße etablierte. Dieses Gebäude wurde allerdings im Krieg zerstört.

Ursprünglich wollte der Dresdner GSK-Geschäftsführer Peter Schu den Lingnerweg übrigens bereits im Mai dieses Jahres einweihen. Im vielverzweigten Dresdner Behördendschungel bekam er jedoch nicht rechtzeitig alle Genehmigungen für seine Tafeln zusammen, so dass der Weg erst jetzt fertig wurde.

Mehr Infos im Netz über die Kurzadressen: tinyurl.com/d8grp6y, tinyurl.com/bug4xr8 und tinyurl.com/c9vbk58

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