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Neue Sachlichkeit - Sonderaussstellung in Dresden füllt Lücke in der Forschung

Neue Sachlichkeit - Sonderaussstellung in Dresden füllt Lücke in der Forschung

Altmeisterliche Eleganz und politische Brisanz: Eine Sonderausstellung der Galerie Neue Meister Dresden holt ein der Forschung bisher verborgenes Kapitel der Kunstgeschichte ans Licht.

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Das Handout zeigt das Gemälde „Hinterhäuser in Dresden“ (1931) von Franz Radziwill. Eine Sonderausstellung der Galerie Neue Meister holt ab Samstag ein der Forschung bisher verborgenes Kapitel der Kunstgeschichte ans Licht.

Quelle: dpa

„Dresden avancierte in den 1920er Jahren zu einem gewichtigen Zentrum der Malerei der Neuen Sachlichkeit und des Verismus“, sagt Kuratorin Birgit Dalbajewa. Von diesem Samstag an zeugten rund 200 Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Fotografien von 70 Künstlern davon, dass die Kunststadt auch im kritischen Realismus präsent war. „Das ist eine Neuentdeckung.“

In der Kunsthalle im Lipsiusbau an der Brühlschen Terrasse sind bis zum 8. Januar Werke berühmter Maler wie Otto Dix, George Grosz und Franz Radziwill, zu Unrecht nur lokal bekannter und der größeren Betrachtung würdiger Kollegen wie Curt Querner, Wilhelm Lachnit oder Max Grundig sowie gänzlich unbekannter Künstler zu sehen. Ein Drittel der Werke stammt aus der Galerie, dem Kupferstich-Kabinett und der Skulpturensammlung, zwei Drittel sind Leihgaben aus Museen, Galerien und Privatbesitz. Sie geben einen Überblick über eine Kunstströmung, die die von Inflation, kurzfristiger Stabilisierung und politischen Unruhen geprägte Zeit der Weimarer Republik beleuchtete.

„Die Maler beschrieben sie mit kühler Distanz und messerscharfer Präzision und schufen damit höchste Wirklichkeitsnähe“, sagt die Kuratorin. Dabei hätten sie altmeisterliche Eleganz und politische Brisanz verbunden. „Die Ausstellung ist keine Dresdner Liebhaberei oder Nabelschau, sondern bringt Dinge zusammen, die historisch zusammengehören“, betont sie. Die Neue Sachlichkeit in Deutschland sei ohne Dresden nicht beurteilbar und - auch wegen der für die Forschung unzugänglichen Bestände - bisher bruchstückhaft geblieben. „Wir liefern den letzten Baustein für die Forschung.“

Auch der Verismus sei maßgeblich in Dresden miterstanden. „Die Akademien waren sehr liberal, die Künstler konnten machen, was sie wollen.“ So habe Grundig den kritischen Realismus gepflegt und Lachnit linkspolitisch aktive Kunst. Im Vorfeld der Ausstellung recherchierten Dalbajewa und ihre Kollegen den Bestand der Galerie sowie in Depots und Archiven. Die Ergebnisse enthält der Katalog, in dem sich nicht nur Erklärungen der Maltechniken und zu den Künstlern finden, sondern auch die deutsche und Dresdner Zeitgeschichte von 1918 bis 1933 in Wort und Bild. „Diese Bildchronologie ist einmalig“, sagte Dalbajewa.

„Wir können nun erstmals sagen, in welch künstlerischem Umfeld sich Dix, Felixmüller oder Radziwill bewegt haben.“ Dresden sei im Aufbruch nach dem Ersten Weltkrieg ein Ort gewesen, wo Künstler zusammenkamen. „Sie wandten sich vom Expressionismus abrupt ab und einem krassen Realismus zu.“ So habe Dix „die Dinge nackt und klar sehen“ wollen. Die Maler schauten auf die Straßen, hielten die Typen der Zeit wie Prostituierte und Kriegsinvaliden in den Bildern fest. „Die Stadt war für das Bild der Weimarer Republik ein prägender Ort.“

dpa

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