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Neue Jüdische Kammerphilharmonie (NJK) trat am Sonntag in der Synagoge auf

Neue Jüdische Kammerphilharmonie (NJK) trat am Sonntag in der Synagoge auf

Obwohl die Neue Jüdische Kammerphilharmonie (NJK) erst seit 2007 existiert, hat sie sich durch ihre spezifische Programmausrichtung einen wichtigen Platz im Kulturleben der Stadt erarbeitet, der von anderen Ensembles, Laien oder Profis, nicht eingenommen werden kann.

Das ist kein Vorwurf, sondern Ausdruck der immer deutlicher werdenden Spezialisierung unserer Konzertpraxis. Dabei ist die NJK zwar inhaltlich festgelegt, weil sie sich mit Musik befasst, deren Komponisten in der NS-Zeit verfemt waren. Gerade deshalb darf sie sich aber nicht auf einen bestimmten Stil orientieren, denn das waren die Komponisten auch nicht.

Im Konzert vom Sonntag in der Synagoge gab es eine Besonderheit, denn zwei der drei Werke des Programms waren als Dresdner Erstaufführungen ausgewiesen. Es ist sogar denkbar, dass von beiden Komponisten vorher noch nie etwas in Dresden gespielt wurde. Hierzu wären ausführlichere Recherchen nötig, als sie bisher möglich waren. Der Pole Jerzy Fitelberg (1903-1951), Schüler Franz Schrekers, überlebte in den USA. Sein Konzert für Streichorchester ist die Bearbeitung eines eigenen Streichquartetts. Wie das Orchester unter der Leitung seines amerikanischen Dirigenten Michael Hurshell mit dem Werk umging, nötigt Bewunderung ab, denn es ist irre schwer, rhythmisch mehr als kompliziert, und oft klingt es, als wären zwei Orchester beteiligt. Die Hörer werden durch viel Espressivo in tiefe Unruhe versetzt.

Bernard Herrmann (1911-1975) ist durch seine Filmmusiken berühmt geworden, "Psycho" entstand für Alfred Hitchcocks Film und wurde als "Narrative for String Orchestra", also Erzählung für Streichorchester ein selbstständiges Konzert. Anfang und Ende repräsentieren ein Maximum an Erregung; schrille Klänge in den höchsten Lagen der ersten Violinen sind instrumentale Schreie, deren Wirkung sich die Hörer nicht entziehen können.

Zusammen mit Felix Mendelssohns früher Streichersinfonie Nr. 12 g-Moll war diese Veranstaltung erneut ein Beweis dafür, dass die Ergebnisse von Hurshells intensiver Probenarbeit, gepaart mit viel Engagement der Ausführenden, die Hörer zu starken Erlebnissen führen können.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.04.2013

Peter Zacher

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