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Neue Geldsammelstelle für Dresdens Bildende Kunst und Musik

Neue Geldsammelstelle für Dresdens Bildende Kunst und Musik

Jan Vogler, Intendant der Musikfestspiele und künstlerischer Leiter des Moritzburg-Festivals, und Dresdens OB Helma Orosz (CDU) haben sich zusammengetan.

Von Ralf Redemund

Der eine wollte mit einer neuen Stiftung Musik fördern, die andere hatte vom Stadtrat den Auftrag, eine Stiftung Kunst zu errichten. Um sich nicht gegenseitig die potenziellen Sponsoren und Spender wegzunehmen, schlagen beide vor, die "Stiftung Kunst & Musik für Dresden" zu gründen. Die Commerzbank stellt 500 000 Euro Grundvermögen zur Verfügung.

In den Genuss von Geld aus den Zinserlösen des Stiftungskapitals sowie Spenden sollen die Musikfestspiele, Musikprojekte und zeitgenössische Bildende Künste kommen. Das Beste: Nicht ein Euro aus dem Stadtsäckel wird dazu gebraucht. Mehr noch: "Die Stiftung soll auch den Haushalt entlasten", sagte OB Orosz gegenüber DNN. So könnten Gelder auch in die städtische Kulturprojekteförderung fließen.

Auch politisches Gezerre soll außen vor bleiben. Deshalb sind Stadtpolitiker nicht für den Stiftungsrat vorgesehen, der alle fünf Jahre neu gewählt wird. Nur die OB selbst sitzt mit drin. Sie schlägt ein hochkarätiges Gremium vor, das über die Geldvergabe entscheiden soll. Martin Roth, Leiter des Victoria and Albert Museum in Londen, Hans-Ulrich Seidt, Leiter Abteilung Kultur im Auswärtigen Amt in Berlin, Nina Freifrau Von Maltzahn als Vertreterin für die Familie Henry H. Arnhold, Thomas Hesse aus dem Bertelsmann-Konzerns sowie Catherine von Fürstenberg-Dussmann von der Dussmann-Gruppe in Berlin, die in erster Line Altenpflege- und Gebäudedienstleistungen anbietet und ein Kulturkaufhaus in Berlin betreibt, gehören allesamt dazu. Das seien alles Botschafter von draußen, Mitstreiter für Dresden, die von außerhalb ihre Netzwerke mitbringen, begründete die OB, warum kein Dresdner im Stiftungsrat sitzen soll. "Die Dresdner sind sowieso angesprochen, zu spenden."

Des Weiteren ist ein Kuratorium geplant. Wer Mitglied werden will, soll jährlich eine vierstellige Summe zahlen. Sie selbst habe dafür schon acht Interessenten geworben, so die OB. "Herr Vogler hat sogar noch mehr Zusagen", spielte Orosz auf einen kleinen Wettbewerb zwischen den beiden an.

Am Dienstag beschäftigt sich der Kulturausschuss mit der Verwaltungsvorlage, der Stadtrat am 22. November. Noch in diesem Jahr sollen die formalen Vorbereitungen abgeschlossen werden, zum Beispiel die Einrichtung eines Kontos bei der Sparkasse. Dort soll auch der Sitz der Geschäftsstelle der Stiftung sein. Anfang nächsten Jahres werde es dann in Berlin eine konstituierende Sitzung geben, so Orosz. Wenn es gut laufe, könne möglicherweise schon Ende des nächsten Jahres das erste Geld ausgeschüttet werden.

Vogler selbst ging übrigens im vergangenen Jahr mit gutem Beispiel voran. Der Weltklasse-Cellist wurde 2011 mit dem Erich-Kästner-Preis geehrt. Der Presseclub Dresden vergibt den mit 10 000 Euro dotierten Preis jährlich an eine Persönlichkeit, die sich um Toleranz, Humanität und Völkerverständigung verdient gemacht hat. Vogler spendierte sein Preisgeld einer Stiftung, die das Moritzburg-Festival unterstützt. Wilhelm Zörgiebel, Chef der Grundbesitz Hellerau GmbH, spendete privat ebenfalls 10 000 Euro.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.11.2012

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