Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Neue Aufnahmen mit Dresdner Professoren: Danjulo Ishizaka und Florian Uhlig

Neue Aufnahmen mit Dresdner Professoren: Danjulo Ishizaka und Florian Uhlig

Danjulo Ishizaka, Professor für Cello an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, ist das, was man gemeinhin einen Kosmopoliten nennt.

Nicht nur, dass er aufgrund seines herausragenden Cellospiels weltweit Konzerte gibt - es einen sich in ihm als Deutsch-Japaner quasi "von Natur" aus zwei Kulturen. Im Vorwort zu seiner jüngsten CD schreibt Ishizaka selbst, dass er eine Weile gebraucht habe bis zu der Selbstvergewisserung, dass es nicht auf eine Zuordnung zur einen oder anderen Seite ankommt, sondern darauf, jeder Nationalität ihren Platz zu geben, ihre Gemeinsamkeiten zu erkennen, vor allem aber ihre jeweilige Einzigartigkeit schätzen zu lernen. Entsprechend intensiv erlebe er nun Kultur und Bräuche jedes Landes, das er betrete.

Diesen Geist atmet sehr deutlich auch Ishizakas neue CD, indem sie auf eine Reise in die folkloristische Tradition dreier Länder entführt: Werke von Leoš Janácek, Zoltan Kodály und Edvard Grieg sind darauf versammelt, Solo- bzw. klavierbegleitete Stücke, in denen die Komponisten sehr intensiv mit dem Idiom ihrer Heimatländer spielen.

In Kombination mit Ishizakas sehr emotionalem, wunderbar differenziertem Zugriff und seinem äußerst nuancenreichen Cello-Ton - dem Shai Wosner am Klavier sensibel sekundiert - bietet die Scheibe ein spannendes Hör-Erlebnis.

Onyx 4120

Ebenfalls Professor an der Dresdner Musikhochschule ist der Pianist Florian Uhlig, er mit dem Schwerpunkt der Arbeit am Landesmusikgymnasium. Uhlig hat - zumindest momentan - ein Faible für Gesamtaufnahmen. Seit 2010 arbeitet er an einem auf 15 CDs angelegten Schumann-Projekt; knapp die Hälfte davon ist "im Kasten". Zwischendurch hat der 40-Jährige nun das gesamte Klavier-Solowerk Maurice Ravels eingespielt.

Dafür braucht man nicht 15 CDs, sondern nur drei, doch auch die haben es durchaus in sich. Was ihn an Gesamtaufnahmen reize, sei, dass die kleinen, vermeintlich unwichtigere Stücke eines Komponisten enorm wichtig seien, weil sie die großen Taten beleuchten, hatte Uhlig im Interview mit den DNN im Hinblick auf sein Schumann-Projekt gesagt. Und: "Wenn man eine schöne Landschaft in Augenschein nimmt, sieht man nicht nur die Berggipfel, sondern man muss auch durch die Täler und Weiden und Wiesen und Anhöhen."

Dies kann man nun also auch bei Ravel nachvollziehen. Neben wohlbekannten Schwergewichten wie dem Geistertaumel des "Gaspard de la nuit" stehen Stücke wie der Anderthalbminüter "Prélude la-mineur" oder das erst 2008 überhaupt veröffentlichte "La Parade". Dass ihm das französische Repertoire liegt, hatte Florian Uhlig bereits mit seiner Interpretation von Klavierkonzerten Debussys, Ravels, Poulencs und Françaix' bewiesen. Der Dreier-Pack Ravel unterstreicht dieses brillante Gespür, wobei besonders herausgehoben sei, wie es Uhlig gelingt, das vielgestaltige Changieren der Klangfarben mit größtmöglicher spielerischer Klarheit zu verbinden.

Beide, Schumann und Ravel, sind übrigens auch auf dem Programm von Uhligs Antrittskonzert als Professor in Dresden vertreten. Leider muss man für dieses Live-Erlebnis noch bis Anfang Mai kommenden Jahres warten.

Hänssler Classic 93.318

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.12.2014

Sybille Graf

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr