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Neuanfang im Dresdner Kraszewski-Museum: Sonderausstellung öffnet am Samstag

Neuanfang im Dresdner Kraszewski-Museum: Sonderausstellung öffnet am Samstag

Dresden. Zwei Monate nach dem Aus für die Dauerausstellung zu Ehren des polnischen Literaten Jozef Kraszewski im gleichnamigen Dresdner Museum ist in dem ehemaligen Wohnhaus des Künstlers in der Nordstraße wieder Leben eingekehrt.

Eine Ausstellung zeigt ab Sonnabend Fotos und Biografien deutscher Migranten im Warschau des 18. und 19 Jahrhunderts.

Ende 2011 hatte das Museum aufgrund eines im Jahr 2001 von der polnischen Regierung erlassenen Gesetzes sämtliche Exponate zum Leben und Wirken Kraszewskis aus polnischem Besitz zurückgeben müssen. Am 20. Dezember war das Haus so gut wie leer geräumt, nur wenige Stücke blieben zurück - Das Aus für die seit 1960 aufgebaute Dauerausstellung. Um den Fortbestand des Museums zu retten, musste umdisponiert werden: weg vom Konzept der Dauerausstellung und hin zu kleinteiligeren, wechselnden Expositionen.

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Die Ausstellung "Polen aus freier Wahl" ist bis zum 15. Juli im Kraszewski-Museum zu besichtigen.

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Mit „Polen aus freier Wahl" - dem Titel der am Samstag öffnenden Sonderausstellung - steht das kleine Museum nun vor einem Neubeginn. Die Schau zeigt anhand von zahlreichen Fotografien und Dokumenten Ankommen und Leben deutscher Familien, die im 19. und 20. Jahrhundert in der polnischen Hauptstadt Warschau eine neue Heimat suchten und fanden. „Von Anfang an war Warschau eine multikulturelle Stadt", betonte Kurator Markiewicz am Donnerstag. „Die Deutschen kamen damals aus freien Stücken und gingen schnell völlig in der polnischen Gesellschaft auf."

Der Zweite Weltkrieg beschädigte den Ruf der Deutschen in Polen schwer und nachhaltig. „Bevor ‚Polen aus freier Wahl' vor zwei Jahren in Warschau Premiere feierte, hatte es kaum Publikationen zum Leben deutscher Migranten in Polen gegeben", erklärte Tomasz Markiewicz. Der Deutschen-Begriff in Polen sei viele Jahre lang äußerst negativ belastet gewesen. „Mit der Schau wollten wir zeigen, dass der 2. Weltkrieg nur eine kurze Episode in einer langen Tradition friedvoller Koexistenz war." Überraschend positiv hätten die Warschauer auf die Schau reagiert, mehr als 20.000 Gäste sahen die Ausstellung im Haus der Geschichte.

Viele der gezeigten Fotos werden erstmals veröffentlicht. Aus 13 staatlichen Archiven sowie den Privatarchiven von insgesamt 22 deutsch-polnischen Familien wurden die Exponate von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit zusammengetragen. Viele von ihnen stammten aus Sachsen, wie etwa die Architekten-Familie Schuch, die bis heute in Polen wirkt. In insgesamt zehn Kapiteln führt die Schau durch 200 Jahre deutscher Einwanderung in Warschau, von der Ankunft der ersten Zuwanderer wie etwa der Weinhändler-Familie Fukier bis hin zum Schicksal deutscher Familien während des Zweiten Weltkrieges.

„Die Ausstellung entspricht dem Geist dieses Hauses, zur Verständigung zwischen Deutschland und Polen beizutragen", sagte Gisbert Porstmann, Chef der Museen der Stadt Dresden. „Unser Dank gilt der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, die geholfen hat, dieses Projekt zu finanzieren." Ab Sonnabend wird sie bis zum 15. Juli von Mittwoch bis Sonntag, 13 bis 18 Uhr, zu besichtigen sein. Der Eintritt kostet 3, ermäßigt 2 Euro (Kinder bis 6 Jahre frei).

Jane Jannke

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