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Nancy Hammermeister und Alex Lebus sind die Dresdner Hegenbarth-Stipendiatinnen 2013

Nancy Hammermeister und Alex Lebus sind die Dresdner Hegenbarth-Stipendiatinnen 2013

2013 zum sechsten Mal - gibt es diese schöne Doppelung: Die Städtische Galerie öffnet sich für eine Ausstellung der Hegenbarth-Stipendiaten des Vorjahres - diesmal André Schulze und Manuel Frolik.

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So sehen Siegerinnen aus: Nancy Hammermeister (l.) und Alex Lebus sind die diesjährigen Hegenbarth-Stipendiatinnen.

Quelle: Christian Juppe

Alljährlich im Juni. Die Eröffnung fiel wie jedes Jahr mit der Verleihung der für Meisterschüler der Hochschule für Bildende Künste Dresden(HfBK) vergebenen Ehrung des Jahres 2013 zusammen. Glückliche Empfängerinnen - es gab 21 Bewerbungen - des nun im 18. Jahr von der Dresdner Stiftung Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden vergebenen Hegenbarth-Stipendiums (seit vergangenem Jahr ist es Teil des Deutschlandstipendiums) sind die HfBK-Meisterschülerinnen Nancy Hammermeister (geb. 1985 in Bernau b. Berlin) und Alex Lebus (geb. 1980 in Magdeburg).

Der Jury gehörten die HfBK-Professoren Lutz Dammbeck, Ralf Kerbach und Nicola Torke sowie Carolin Quermann von der Städtischen Galerie Dresden und Petra von Crailsheim, Vorstandsmitglied der Dresdner Stiftung für Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, an. Überzeugt hatten beide Künstlerinnen nicht zuletzt durch die Verwendung ungewöhnlicher Materialien und die hohe Qualität handwerklicher Umsetzung. Beeindruckte Hammermeister mit ihrer Auseinandersetzung zur Frage des Gleichgewichts, so waren es bei Lebus` plastische Arbeiten, in deren Fokus die Scheinwelten der Einkaufstempel stehen. Nancy Hammermeister (Meisterschülerin von Keramikprofessorin Nicola Torke) wurde wegen "der Eigenständigkeit ihrer Bildfindungen und ihrer materialübergreifenden Ausgewogenheit" von der Jury nachdrücklich für die Förderung empfohlen. Lebus` Interventionen (Meisterschülerin von Eberhard Bosslet) waren der Jury "wegen der hohen Qualität ihrer handwerklichen Umsetzung, ihrer konsistenten Ästhetik sowie ihrer politisch-kritischen Aussagekraft" das Stipendium wert.

Während die Arbeiten der beiden Stipendiatinnen 2013 erst im nächsten Jahr zu sehen sein werden - die Präsentation ist Teil des Stipendiums -, haben André Schulze und Manuel Frolik mit ihrer Ausstellung einen der ersten Schritte in den Museumskontext getan, nicht zuletzt auch damit, dass jeweils eins ihrer Werke zukünftig zum Bestand der Städtischen Galerie gehören wird. Auch so wird eins der Anliegen realisiert, das Matthias Flügge, Rektor der HfBK, in seinen einführenden Bemerkungen mit der Stipendienvergabe verband: die "Förderung am Übergang von der Ausbildung zur - oft sehr unwirtlichen - Praxis". Beiden Künstlern ist in dieser Beziehung auch schon einiges andere gelungen: So liefen Videos von Manuel Frolik im Albertinum und André Schulzes Bilder und Objekte sind mittlerweile in der Dresdner Galerie Döbele vertreten, derzeit bei Döbele contemporary in der Schössergasse unter dem Motto "Landstriche".

Die Werke des Künstlers in der Städtischen Galerie erweitern den aktuellen Betrachtungsrahmen, und im Zusammenspiel mit Manuel Frolik ergibt sich ein ganz eigenes Bild. Irgendwie fühlt man sich in einer ein wenig surrealen Welt. Frolik scheint uns in andere Zeiten mitzunehmen: nach Nordamerika, vielleicht am Beginn des 20. Jahrhunderts. Oder in eine Wohnung, wo man sich per Fotos der vergangenen Heldentaten eines früheren Rennfahrers erinnert. Dem "Rennauto" begegnet man in zwei spielzeughaften Ausführungen - auf einem Beistelltischchen in Bronze und an einer Schnur, gehalten von einem "Kind". Das steht erstaunt vor einer Stellwand mit "Wanted"-Plakaten. Und irgendwie passen Schulzes zunächst ein wenig an neusachliche Feinmalerei erinnernde Bilder dazu, zumal sie bei genauerem Hinsehen ganz Eigenartiges offenbaren: scheinbar intakte Häuser sind eigentlich eine Ruine mit zerschlagenen Fenstern. Manchmal entdeckt man unter einem wunderbaren "Regenbogen" (2012) ein Feuer im Haus. Oder ein "Schwarzes Haus" (2012) steht auf geheimnisvoll-unsicherem Grund. Mitunter wachsen Fichten aus Dach und Mauern einer Haus-"Arche" (2013). Aber auch "Mondkrater" mit Müll finden sich oder eine "Kapsel", die die Aufschrift russischer Raumschiffe trägt.

Gewiss: Manches in beider Kunst meint man schon mal gesehen zu haben. Doch das "Nie da Gewesene" ist wohl kaum noch möglich. Zudem hat die Kunst von Schulze und Frolik soviel Eigenständigkeit, dass sie originell - und besonders im Falle Schulzes - auch mit sichtbarem Kritikpotenzial ausgestattet ist. Arbeitet dieser mit skurrilen Ideen und der erwähnten feinen Malerei oder an Architekturmodelle erinnernden Objekten, so ist Froliks Welt das Fake. Denn sowohl die Installation "E.P. - A Pioneer of Motor Wheeling" (2013), deren Fotos auf alt gemachte Montagen mit dem zum Rennfahrer mutierten Künstler als Hauptfigur sind, als auch sein kindlicher "Kleiner Gefährte" (2013) sowie die "alten" Fahndungsplakate sind genau das. Beide Künstler reihen sich würdig in die Phalanx der früheren Stipendiaten ein, darunter Thomas Scheibitz, Olaf Holzapfel, Stefanie Busch, Martina Wolf oder Theo Böttger.

ibis 25. August, Sa-Do 10-18 Uhr, Fr 10-19 Uhr,

Ausstellung "Landstriche ", Galerie Döbele contemporary, Schössergasse 27 - 29, Mi-Sa 12-18 Uhr

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.06.2013

Lisa Werner-Art

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