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Musikfestspiele I: "El Perro Andaluz" im Societaetstheater

Musikfestspiele I: "El Perro Andaluz" im Societaetstheater

Die Dresdner Musikfestspiele sind nicht dezidiert ein Institut, das in zeitgenössischer Musik einen besonders hervorgehobenen Schwerpunkt besitzt. Trotzdem sind sie für diesen Bereich offen und müssen nicht einmal gesondert darauf hinweisen, weil neue Musik ein selbstverständlicher Bestandteil des gesamten Repertoires ist.

Anders formuliert: Es wird zwischen tradierter und neuer Musik nicht unterschieden. So war dann auch eine neue Folge der Reihe Global Ear im Societaetstheater ein Beitrag, der in die Strukturen von Klangnetz Dresden eingebunden war und vom Ensemble "El Perro Andaluz" ausgeführt wurde.

Engagement, lautere Absicht, künstlerische Leistungsfähigkeit und überzeugende Ausführung der acht beteiligten Musiker stehen jenseits allen Zweifels. Und trotzdem muss ein völliges Versagen der Methodik der Veranstaltung konstatiert werden. Es genügt nicht, dem Publikum ein Programmblatt mit Namen und Geburtsjahr der Komponisten - im vorliegenden Fall aus Tschechien - und dem Werktitel in die Hand zu geben und nur in einer erweiterten Begrüßung ein paar Worte zur Philosophie des Konzerts zu verlieren. Ich bin sicher, dass keiner der Besucher alle sieben Komponisten auch nur dem Namen nach kennt. Dafür gibt es sicher einige, denen nicht ein einziger bekannt ist.

Kein Wort zur Biografie der Komponisten, ihren Lebensbedingungen und den Umständen, unter denen die Kompositionen entstanden sind, ganz zu schweigen von Informationen über die Werke selbst. Man fühlt sich als Hörer wie mit Wasser aus einem Eimer übergossen. Neue Musik bedarf sorgsamerer Vermittlung als in diesem Fall, weil sie sich nicht allein durch bloßes Hören vermittelt. Sieben Werke bedeuten sieben Lebenswelten, über die man einiges wissen sollte - Wissende hören besser.

Ich verhehle nicht, dass manche der Werke - hier wenigstens die Namen der Aufgeführten: Jan Rybar, Ondrej Adámek, Martin Smolka, Marek Kopelent (zwei Werke), Ondrej Štochl und Michaela Plachka - großes Hörvergnügen bereitet haben. Andere wiederum waren von quälender Länge, die noch frustrierender wirkte, weil der Grund für die Weitschweifigkeit nicht erkennbar wurde.

Dass die Mitwirkenden des Ensembles "El Perro Andaluz" unter Lennart Dohms Leitung gute Arbeit geleistet haben, kann als ebenso sicher gelten, aber das macht den grundsätzlichen Mangel des Konzerts nicht wett.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.05.2012

Peter Zacher

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