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Musik überwindet Grenzen - nicht immer: Heute beginnt das 5. Internationale Kinderchorfestival in Dresden, der Living Water Choir aus der Dresdens...

Musik überwindet Grenzen - nicht immer: Heute beginnt das 5. Internationale Kinderchorfestival in Dresden, der Living Water Choir aus der Dresdens Partnerstadt Brazzaville kann nicht teilnehmen

Lebhafter als sonst ging es zu am Maifeiertag in den Probenräumen der Dresdner Philharmonie im Waldschlösschen-Areal. Buntes Sprachengewirr, das sich freilich bald in einer gemeinsamen Sprache zusammenfand - in der Musik.

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In Dresden findet zum fünften Mal das vom Philharmonischen Kinderchor unter der künstlerischen Leitung von Chordirektor Gunter Berger ausgetragene Internationale Kinderchorfestival statt.

Chöre aus vier Nationen von drei Kontinenten erfüllen bis zum 7. Mai das Motto "Brücken bauen - gemeinsam Singen" mit Leben. Dass in diesem Jahr das Kinderhilfswerk Unicef die Schirmherrschaft übernommen hat, ist eine schöne Würdigung für das Festival, dem es seit der Erstauflage 2006 gelungen ist, Kinder von allen Kontinenten dieser Erde zu erreichen. Vor diesem Hintergrund entstand auch das in jenem Workshop am 1. Mai erstmals gemeinsam geprobte neue Stück, das im Abschlusskonzert am Dienstag seine Uraufführung erlebt: Der Österreicher Lorenz Maierhofer widmet sein Auftragswerk "The Light of Future" dem Thema Kinderrechte.

Wie aktuell es ist, mussten auch die Organisatoren des Festivals - nunmehr ein aus dem Förderverein des Philharmonischen Kinderchores hervorgegangener eigenständiger Verein - erfahren. Zumindest berührt werden die in einer internationalen Konvention benannten Rechte (deren Einhaltung die Unicef überwacht), wenn einem Chor aus dem Kongo keine Reiseerlaubnis erteilt wird. Eingeladen war der Living Water Choir aus der Dresdens Partnerstadt Brazzaville. Dank großer Unterstützung durch die Stadt und Schüler des Romain-Rolland-Gymnasiums hatte der Festival-Verein die Finanzierung der Reise für die afrikanischen Gäste organisieren können.

Um so größer nun die Enttäuschung, seit die Nachricht kam, dass die für Schengen-Visa zuständige französische Botschaft im Kongo die Erteilung verweigerte. Es habe dort Bedenken gegeben, Kinder könnten sich als Flüchtlinge absetzen, berichtet Vereins-Mitarbeiterin Sabine Mesech. Nun fehlt dem Festival eine spannende Farbe und den jungen Kongolesen die Bildung und Freude einende Begegnung mit Altersgenossen aus aller Welt.

Groß ist auch die Enttäuschung bei den Dresdner Eltern, bei denen die Kinder übernachten sollen, und bei der Stadtverwaltung. "Wir bedauern das sehr", sagte Rathaussprecher Kai Schulz, auch Bemühungen seitens der Verwaltung hätten nichts gebracht. "Solch eine Entscheidung findet auf ganz anderer Ebene statt, da sind uns die Hände gebunden", sagte Schulz. "Wir haben nachgefragt und konnten keine Unterstützung geben." Besuche im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Dresden und Brazzaville hätten zuvor aber stets problemlos stattgefunden. "Uns fehlt die Kompetenz, das beurteilen zu können", sagte Schulz zur Begründung für die Absage, "das scheint aber nicht willkürlich zu sein, da scheint Überlegung dahinter zu stecken."

"Das tut mir extrem leid", kommentierte Festivalleiterin Katharina Mesech die Absage. "Der Chor war noch nie außerhalb von Brazzaville", berichtete sie und kündigte einen neuen Anlauf im nächsten Jahr an. "Wir werden versuchen, vor Ort einen Partner zu finden, der die ganzen Vorgänge vor Ort besser kennt."

Schwierig war es laut Vereins-Mitarbeiterin Sabine Mesech auch für den Kinderchor Lastvika aus der Ukraine, ein Visum zu bekommen. "Hier hat sich das Büro des Landtagspräsidenten nochmals unterstützend eingeschaltet", ist Mesech froh, nicht noch eine zweite Absage registrieren zu müssen.

Programm und Karten

2. Mai, 19.30 Uhr, Dreikönigskirche: Begegnungskonzert Kinderchöre Dresden, Venezuela und Ukraine

3. Mai, 18 Uhr, Flughafen Dresden: Eröffnungskonzert aller Chöre

4. Mai, 19.30 Uhr, Martin-Luther-Kirche Dresden-Neustadt: Begegnungskonzert Kinderchöre Südkorea und Island

5. Mai, 19.30 Uhr, Pastor-Roller-Kirche Weixdorf: Sonderkonzert Skólakór Kársness Island, kreuz&quer Dresden Weixdorf, Chorgemeinschaft Radebeul-Lindenau

6. Mai, 20 Uhr, Frauenkirche: Abschlusskonzert aller Chöre

Tickets: Der Eintritt zu den Begegnungskonzerten ist frei, um Spen-den wird gebeten. Karten für das Eröffungskonzert im Vorverkauf unter tickets@kinderchorfestival-dresden.de und beim Ticketservice der Dresdner Philharmonie (Fr 10-19 Uhr, Sa 10-18 Uhr) sowie an der Abendkasse.

Tickets für das Abschlusskonzert an den Vorverkaufsstellen der Stiftung Frauenkirche Dresden und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Die weiteren diesjährigen Teilnehmer des Festivals sind der Kinder- chor aus dem südkoreanischen Busan, der Coral Colegio Humboldt aus Caracas/Venezuela und der Skólakór Kárness/Island. Alle Ensembles verfügen wie ihre Gastgeber vom Philharmonischen Kinderchor Dresden über großes nationales wie internationales Ansehen.

Gemeinsam wird man in Dresden nicht nur singen, sondern auch die Umgebung erkunden, sich austauschen und näher kennenlernen. Dafür wurde von den Festival-Organisatoren wieder ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt - wie es sich bewährt hat in Zusammenarbeit mit diversen Schulen und Berufsschulen. Sämtliche Gastkinder sind in Familien untergebracht, es gibt neben den Proben Ausflüge und natürlich ein zünftiges Abschlussfest.

In einigen Begegnungskonzerten musizieren jeweils zwei bis drei Chöre sowie Ensembles der gastgebenden Schulen, während beim Eröffnungs- und Abschlusskonzert jeweils alle teilnehmenden Chöre zu erleben sind: Am Sonnabend, 18 Uhr wird ins Flughafengebäude in Klotzsche geladen, wo sich alle Gäste mit jeweils landestypischer Musik vorstellen.

Zum Abschluss am Dienstag, 20 Uhr in der Frauenkirche erklingt sakrale Musik sowie die erwähnte Uraufführung.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.05.2014

S.Graf/C.Springer

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