Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Google+
Mumien und Muskelmänner - die Dresdner Anatomiesammlung der Kunsthochschule soll bald für Besucher öffnen

Mumien und Muskelmänner - die Dresdner Anatomiesammlung der Kunsthochschule soll bald für Besucher öffnen

Es ist nichts für schwache Nerven, wenn Ivo Mohrmann von seinen Skeletten erzählt. Wie sich für die Präparation Maden durchs Fleisch gefressen haben und das dann mit Hilfe von Drahtringen von den Knochen abgelöst wurde.

Voriger Artikel
Deep Purple fragt in Dresdens Messehalle "Now what?!" und gibt selbst die Antwort
Nächster Artikel
Dresdner Philharmonie feiert unter Michael Sanderling ein gelungenes Hongkong-Debüt

Es ist nichts für schwache Nerven, wenn Ivo Mohrmann von seinen Skeletten erzählt.

Quelle: dpa

Für diese besondere Methode durften keine Chemikalien verwendet werden, damit die Bänder, die die Gelenke stabilisieren, erhalten bleiben.Heute stehen die sogenannten Bänderskelette aus dem 19. Jahrhundert sorgfältig aufgereiht in einer Vitrine.

phpd52b202f26201310241018.jpg

Die anatomische Sammlung der Kunsthochschule könnte bald für Besucher geöffnet werden

Zur Bildergalerie

Manche zeigen antike Posen, andere verschiedene Lebensalter - vom Kleinkind bis zur Greisin. Und sie gehören zu den wertvollsten Stücken der anatomischen Sammlung der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK). „Weil die Präparation sehr aufwendig war und weltweit nur noch wenige existieren“, sagt Mohrmann, Professor für Restaurierung.Nach eigenen Angaben besitzt die HfBK mit mehr als 500 Objekten die größte und umfassendste an einer Kunsthochschule erhaltene Lehrsammlung zur Human- und Tieranatomie. Bereits kurz nach der Gründung im Jahr 1764 wurden hier anatomische Vorlesungen gehalten - die ältesten Objekte stammen aus dem 18. Jahrhundert. Was damals üblich war für Kunstakademien, ist heute selten. „In Deutschland existiert keine vergleichbare Sammlung mehr“, sagt Kunstwissenschaftlerin Sandra Mühlenberend, die ihre Doktorarbeit über die Dresdner Sammlung verfasste.

Lediglich in Paris gebe es Vergleichbares. Ansonsten seien sämtliche historischen anatomischen Sammlungen an europäischen Kunstakademien zerstört oder aufgelöst worden.Versteckt in einem Kreuzgewölbe unterhalb der Brühlschen Terrassen in der Dresdner Altstadt verbirgt sich ein wahres Sammelsurium. Skelette von Äffchen und Vögeln lagern hier, sogar das eines Löwen. Daneben eine luftgetrocknete Mumie, die so präpariert wurde, dass heute noch die inneren Organe zu sehen sind. In einem Holzschrank stehen wertvolle Modelle aus Bienenwachs, anhand derer die Studenten einst Aufbau von Kopf, Augen und Gehirn studierten. Heute werden sie von naturhistorischen Museen aus ganz Europa angefordert.Auch aus Gips sind zahlreiche Abgüsse und Modelle erhalten - etwa sogenannte Muskelmänner, bei denen sich jeder einzelne Muskelstrang deutlich abzeichnet.

phpdc2115ec23201310241139.jpg

Dieser Waschbär hatte sich an einem Sandsteinbau verklettert. (Archiv)

Zur Bildergalerie
php2ca9d7e7e1201308251507.jpg

Auch am Sonntag herrschte ein großer Andrang auf der eröffneten Waldschlößchenbrücke.

Zur Bildergalerie
php2f3865c789201206281456.jpg

Der Untergrund der Kappen wurde mit Bitumen isoliert. Dazwischen kam der Asphalt für die Autos.

Zur Bildergalerie
phpad90961f57201308251419.jpg

Klara Jurisch aus Dresden: "Die Waldschlößchenbrücke bringt etwas Modernes nach Dresden. Und ich glaube, noch unauffälliger hätte man sie kaum bauen können."

Zur Bildergalerie
phpdbf7ff7113201210261515.jpg

Daher ist die Brücke noch in einem sehr guten Zustand.

Zur Bildergalerie

„Wer eine Figur überzeugend darstellen will, muss sich mit Anatomie beschäftigen“, sagt Mohrmann. Heute noch wird die Sammlung regelmäßig von Studenten besucht, die Skelette und Figuren abzeichnen. Einige kommen auch wegen der besonderen Atmosphäre und lassen sich inspirieren. Zudem ist die Sammlung interessant für angehende Restauratoren.Im kommenden Jahr feiert die HfBK ihren 250. Geburtstag. Geplant sind unter anderem Jubiläumsausstellungen, Kostümshows und ein Klassentausch mit der Leipziger Kunsthochschule. Dann treffen sich auch internationale Experten zu einer Tagung, um über die anatomische Sammlung in Dresden zu diskutieren. Es soll vor allem darum gehen, wie sie am besten bewahrt - und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann.

Objekte müssen gesichert und hergerichtet, die Rolle der Kunstanatomie erklärt werden. „soll schließlich kein Gruselkabinett sein“, sagt Ivo Mohrmann.Weil ein Großteil der Sammlung schon vor dem Zweiten Weltkrieg angeschafft wurde, steht die Dresdner Hochschule nicht vor einem Problem, das andere Sammlungen betrifft: Nicht selten müssen diese ihre Präparate beerdigen, weil die Leichen von Hinrichtungen während des Zweiten Weltkrieges stammen. „Wir haben hier einen ungehobenen Schatz“, sagt Mohrmann. Und der soll bald auch Besuchern offen stehen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr