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Mozart und Honegger mit der Singakademie Dresden

Mozart und Honegger mit der Singakademie Dresden

Das Thema der beiden Werke trifft sich am entscheidenden Punkt, musikalisch sind sie selbstredend gegensätzlich: Mozarts Kantate "Davide penitente" und das Oratorium "König David" von Arthur Honegger standen am Sonntag auf dem Programm des Konzerts der Singakademie Dresden in der Kreuzkirche und verlangten vom Chor einiges an Kondition.

Ganz ähnlich wie die Komponisten der vorigen Generation hatte Mozart - aus Zeitgründen eher notgedrungen - bereits Komponiertes mit einem neuen, italienischen Text versehen und so der Musik aus seiner Messe c-Moll als Kantate zu größerer Bekanntheit verholfen. Einiges daraus gehört heute zu den Bravourarien für Sopran. Aber auch für den Chor gibt es Anspruchsvolles zu singen und es bedurfte mancher Energie seitens Dirigent Ekkehard Klemm, den großen Chor zu ebensolcher Reaktion zu bringen wie die Elbland Philharmonie Sachsen. Klanglich adäquat, blieb die Singakademie bei Mozart recht behäbig und ließ Mühe mit der Höhe merken. Norma Nahoun (kurzfristig für Anja Zügner eingesprungen) und Maria Perlt nahmen die Sopranpartien dankenswert nicht als Bravourstücke, aber mit Leichtigkeit und klarer Gestaltung. Die Tenorarie, in der Davids Reue bekundet wird, hatte bei Gerald Hupach den nötigen Ernst, blieb aber in der Schwere vieler Töne unbefriedigend.

Der Kontrast von Honeggers "König David" zu Mozart war erwartungsgemäß drastisch, die Singakademie agierte hier aber weitaus konzentrierter und vor allem aktiver als im ersten Teil des Konzerts. Wenngleich die Kraftreserven des großen Chores bei den dramatischen und folglich stark zu spielenden und zu singenden Abschnitten nachließen. Die Balance zwischen der mit guten Soli und klarem, präsenten Spiel aufwartenden Elbland Philharmonie Sachsen und der Singakademie stimmte über weite Strecken. Bei großer Dynamik allerdings verloren die Stimmen. Ein eklatantes Problem mit der Balance gab es in der Verstärkung des Sprecherstimme. Die Tontechnik war auf eine Lautstärke passend zum Fortissimo einer einzigen Passage und ansonsten permanent zu laut eingestellt.

Dabei hätte Sprecher Dirk Döbrich dank vorzüglicher Aussprache eine solche Bevorzugung der Erzählung gar nicht nötig gehabt. Döbrich behandelte den Text mit ruhigem Erzählstil, den er für wenige Dramatisierungen und dialogische Abschnitte verließ. Die Spannung war mit präziser Akzentuierung der Worte stets gehalten, dennoch blieb diese mehr berichtende Auffassung vom Text etwas zu sehr auf Distanz. Die inhaltliche Vielschichtigkeit der Gesangspartien füllten Nora Nahoun, Britta Schwarz (Alt) und Gerald Hupach genau aus und Ekkehard Klemm zeichnete den "König David" als intensives, an Stimmungen reiches Bild. Die Verbindung des expressiven Oratoriums mit Mozarts Kantate wollte am Ende dennoch dramaturgisch und musikalisch nicht schlüssig aufgehen.

Hartmut Schütz

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.11.2012

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