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Morgen beginnt das zehntägige DAVE-Festival für Clubkultur in Dresden

Morgen beginnt das zehntägige DAVE-Festival für Clubkultur in Dresden

Das Kino hat es längst getan. Gerade mit der Kurzfilmnacht am kürzesten Tag des Jahres im Dezember kommen Filme an wirklich außergewöhnliche Orte in der Stadt. Dass auch Konzerte Zuflucht finden, wo ansonsten keine Konzerte die Regel sind, überrascht längst nicht mehr.

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Sie sind morgen Teil des DAVE-Auftakts in der Schauburg: Fantasy in Notes.

Quelle: PR

Dresden. So liegt die Überraschung beim zweiten Festival mit Namen DAVE wohl in der jeweils einzelnen Begegnung oder eben im Zusammenspiel aus Kunst und Spielstätte. Die Konzentration auf zehn Tage und fast 20 Locations ist nicht minder wundersam.

DAVE bedeutet "Dresden Audio Visual Experience". Eine Erfahrung also. Im Zentrum stehen Clubs mit ihrer eigenen Kultur und Momente, in denen temporäre Clubs entstehen, weil Künstler dort so auftreten wie sie sonst in - eben - Clubs zu finden sind. Das Militärhistorische Museum, die Martin-Luther-Kirche, das Palais im Großen Garten sind zweifelsohne alles andere als Clubs. Im Rest des Jahres.

Insgesamt finden sich 50 Programmpunkte auf dem DAVE-Plan 2015. Die Veranstalter haben ein offensives wie streitbares Statement abgegeben, um ihr Projekt zu "pitchen", wie es neudeutsch heißt: "Nachtleben und Clubkultur gelten als Synonyme... Im Gegensatz zu Berlin oder Leipzig gibt es in Dresden nicht den einen Club, der über die Stadtgrenzen hinausstrahlt. Dafür fehlen die räumlichen Ressourcen, obwohl es genug Enthusiasten elektronischer Musik und kleine Clubs gibt. DAVE macht aus dieser Not eine Tugend. Anstatt eines Clubs gibt es ein Festival für Clubkultur, das die Grenzen zwischen den Generationen, Dresdner Alt- und Neustadt, Hoch- und Subkultur überschreiten will. Im Jahr 2025 spielt Aphex Twin in der Frauenkirche. Träumen gehört auch zum Nachtleben. Und zur Clubkultur." Kein Wunder also, dass man die Begrifflichkeit von der "Clubkultur" auch sehr weit fasst, weg will vom Gig allein, von Party und Performance, dem Konzert. Blick auf den Nachwuchs, Workshops, Hybride, Wettbewerbe, Netzwerkpflege werden zentral behandelt, nicht als Beiwerk.

Stichwort Gelegenheiten: Im November startet mit "Eisenstein in Guanajuato" der neue Film von Peter Greenaway in den Kinos. Er beschäftigt sich wirklich mit der sowjetischen Regielegende Sergej Eisenstein, als wild-wuchernder und witziger Stilmix allerdings eher mit ihm als Privatmensch. Wenn bei DAVE Eisensteins Kultfilm "Panzerkreuzer Potemkin" von 1925 in Dresden wieder aufgeführt wird und durch Analogue Audio Association/Assimilation Process eine nächste Vertonung erfährt (27. Oktober, 19 Uhr, Militärhistorisches Museum), setzt genau das eine Tradition fort, die nicht zuletzt im Sommer 2006 durch die fulminante Aufführung der Pet Shop Boys mit den Dresdner Sinfonikern in der Häuserzeile auf der Prager Straße begründet wurde. Auch durch wiederholte eher kleine Live-Vertonungen u.a. im Kino in der Fabrik zu den Osteuropäischen Filmtagen am 12. November.

Wieder ist auch die Luther-Kirche Spielort. "Beyond The Club" wird das diesjährige DAVE an einem Sonntagnachmittag (16 Uhr) beschließen. Dort geht es um Klangentdeckungen zwischen Kammerklassik und Beats, Natur und Elektronik mit Jacob Korn, Daniel Williams, Sebastian Plano und Yair Elazar Glotman. Dresden zentral gibt es hingegen am 27. Oktober, 20 Uhr in der Scheune. Acht Dresdner aus - im weitesten Sinne - der Dance/Electronics-Szene stellen sich in jeweils acht Minuten vor, darunter Label- und Clubbetreiber, Musiker, Visual- und Sounddesigner.

Das sind nur drei Veranstaltungen aus einer Üppigkeit. Und doch steckt hinter jede einzelnen eine Idee. Das mit Aphex Twins kann warten...

DAVE - Dresden Audio Visual Experience, vom 23. Oktober bis 1. November www.dave-festival.de

von Andreas Körner

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