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Moonlight Breakfast in der Groove Station

Disco mit Figuren Moonlight Breakfast in der Groove Station

Durchaus gut besucht war die Groove Station - zur Abendstunde zu Gast war Moonlight Breakfast, einst aus Bukarest, heute aus Wien, hier als Trio mit Stimme, Keyboard und Drums am Start. Versprochen war ein "urbaner Stilmix aus Soul, Electro, Beat, Retro und Swing".

Dresden. Durchaus gut besucht war die Groove Station - zur Abendstunde zu Gast war Moonlight Breakfast, einst aus Bukarest, heute aus Wien, hier als Trio mit Stimme, Keyboard und Drums am Start. Versprochen war ein "urbaner Stilmix aus Soul, Electro, Beat, Retro und Swing". Produzent Bazooka, der gleichzeitig mit dicken Kopfhörern verträumt am Schlagwerk sitzt, lernte am Musikkonservatorium Sängerin Christie kennen. Die beiden, inzwischen verheiratet, verstärkten sich mit Keyboarder Adita und hatten - so die Bandlegende - schon nach der fünften Probe einen Auftritt vor 35 000 als Vorband von Jamiroquai und spielten nach dem Gewinn eines nationalen Wettbewerbs beim großen Olympiafinale in Sotschi mit zwei Millionen Zuschauern - und zwar noch vor der Veröffentlichung ihres Debütalbums mit dem passenden Namen "Shout".

Das alles passierte voriges Jahr - und nun spielen die Mondlichtbruncher im Rahmen einer Sieben-Stationen-Deutschland-Tour schon in Dresden. Und es zeigt sich, dass hier im direkten Publikumskontakt, wo alle nur mit Wasser kochen, eine pseudo-artifiziell aufgezogene Show nicht recht funktioniert, zumal die Musik sehr minimalistisch daher kommt und letztlich über den Status belangloser Elektropop mit überschaubaren Spurenelementen von Soul und Swing nicht hinauskommt. Selbst wenn sie von "Hard Times" singen, klingt das nach Frühstücksfernsehen.

Nun war das Ganze eingebettet in ein Festival mit dem Vornamen "Dresden Audio Video Experience" (kurz: DAVE), das nicht gerade exklusives, hammerhartes Livemusikhandwerk verspricht. Doch bei dem, was hier auf der Bühne passierte, war nicht mehr klar, was vorproduziert war - so wie die bunten, runden Videoeinspielungen hinter der Sängerin - und was echt live geboten wird.

Der Klangteppich ist nicht sehr dicht gewebt, die Stimme durchaus angenehm, aber immer leicht verzerrt, die Interpretation, sagen wir ruhig Performance, sehr steril, und die Musik klingt ganz ohne Gitarre schon recht kraftlos. Dazu kommt, dass sich Bazooka und Adita samt Gerätschaft ganz nach außen an die Bühnenränder platziert hatten, so dass Christie in der Mitte recht verlassen dastand. Selbst als sie mit kleinem Megaphon sang, klang ihre Stimme fast so wie zuvor. Trotz des spürbaren Bestrebens, ja der unbedingten Notwendigkeit technischer Perfektion klappte längst nicht alles, immer wieder drangen plötzliche Klangschnipsel in die vagen Moderationen der schicken, kühlen Frontfrau, die wieder und wieder, fast entschuldigend, ankündigt, im Frühjahr wiederzukommen. Ob es das Publikum tut, bleibt anzuwarten, der warme Schlussbeifall war doch recht kurz.

www.moonlightbreakfast.com

Andreas Herrmann

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