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Mit Witz und Charme - „Tschick“ in Dresden uraufgeführt

Mit Witz und Charme - „Tschick“ in Dresden uraufgeführt

Aus erfolgreichen Büchern werden immer häufiger Theaterstücke. Auch Wolfgang Herrndorfs mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichneter Roman „Tschick" wurde für eine Bühnenfassung umgeschrieben.

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Mit Witz und Charme - das Stück „Tschick“ wurde in Dresden uraufgeführt.

Uraufführung in der Regie von Jan Gehler war am Samstagabend in Dresden - in einer Inszenierung mit viel Witz und Charme. Das Publikum im Kleinen Haus des Staatsschauspiels war begeistert. Erzählt wird die Geschichte zweier 14-Jähriger aus Berlin. Mit einem geklauten, alten Auto touren Maik und der aus Russland stammende Tschick durch die ostdeutsche Provinz - zu Feldern und Seen, Bergbaulandschaften und einer Müllkippe. Sie treffen skurrile, liebenswerte Typen, die mit ihren Weisheiten nicht hinter dem Berg halten. Es endet - mit einem Unfall. Die beiden Jungs sind in der Welt der Erwachsenen angekommen.

„Tschick" ist ein modernes Märchen, in dem es um die grundsätzlichen Dinge des Lebens geht - Schönheit, Liebe, Glück, Vergänglichkeit und Toleranz. Im Mittelpunkt stehen der 14-jährige Maik Klingenberg, gespielt von Benjamin Pauquet, und der Neue in der Klasse Tschick, dargestellt von Sebastian Wendelin. Beide sind Außenseiter. Maik ist ein Fall von Wohlstandsverwahrlosung. Am ersten Ferientag geht die Mutter (Anna-Katharina Muck) offiziell wieder einmal in eine Beautyfarm, wie immer, wenn sie in Wirklichkeit auf Alkoholentzug ist. Der Vater (Holger Hübner), ein nahezu bankrotter Geschäftsmann, fährt auf Geschäftsreise, wie immer, wenn er mit seiner Geliebten unterwegs ist.

Und dann ist da Andrej Tschichatschow - genannt Tschick - der schon mal alkoholisiert in der Schule vom Stuhl fällt. Aber in diesem Fall ist nichts wie es scheint. Das Stück spielt mit Klischees. Denn der asoziale und halb kriminelle Tschick erweist sich als gescheit und einfühlsam. Der sensible Maik erlebt seine erste große Liebe zu Tatjana Cosic, die in dem Stück zwar nicht weiter vorkommt, ansonsten aber „super" ist. Maik und Tschick sind als fast einzige der Klasse nicht zu ihrer Geburtstagsparty eingeladen. Und so fahren die Enttäuschten auf leerer Bühne in dem geklauten, virtuellen, klapprigen Lada ziellos durch die Gegend.

Dabei kommt nur selten Langeweile auf. Sie treffen auf Horst Fricke, einen verlassenen, einsamen Soldaten, in dessen Kopf der Weltkrieg kein Ende nimmt und der dennoch von der Liebe als dem Größten spricht. Da sind Isa, das schmutzige Mädchen von der Müllhalde, deren Zuneigung den schüchternen Maik überrascht, und da ist eine Sprachtherapeutin, die ohne zu fragen Tschick nach einem Unfall ins Krankenhaus bringt.

Schließlich ist es Maiks betrunkene Mutter die am Ende über „Grundsätzliches" spricht: „Was die Leute denken, ist scheißegal", sagt sie. „Die Frage ist: Bist Du glücklich?" Die Zuschauer am Ende der etwa zweistündigen Vorstellung waren es.

Ralf Hübner, dpa

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