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Mit Sonderbus zum "Rosenkavalier" Christian Thielemann dirigiert am Sonntag erstmals eine Oper in Dresden

Mit Sonderbus zum "Rosenkavalier" Christian Thielemann dirigiert am Sonntag erstmals eine Oper in Dresden

Dresdens Opernpublikum ist gespannt: Am 18. November gibt der Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle ein "Debüt" an der Sächsischen Staatsoper. Christian Thielemann, im Musiktheater zwar seit vielen Jahren zu Hause, hat in der Semperoper noch nie Oper dirigiert.

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Christian Thielemann

Für den Einstand hat er sich Richard Strauss' "Rosenkavalier" in der Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg gewählt. Und zur Aufführung hat sich politischer Besuch angesagt: Kulturstaatsminister Bernd Neumann will dem "Debüt" beiwohnen. Mit Christian Thielemann sprach Michael Ernst.

Frage: Sie sind zwar erst seit September im Amt, aber da Sie schon so lange mit der Staatskapelle arbeiten, könnte Ihr Operndebüt "erst jetzt" doch manchen überraschen?

Christian Thielemann: Zufälle gibt's, die gibt's gar nicht. Jetzt hat es sich so ergeben. Sehen Sie, ich war sieben Jahre in München und habe sieben Jahre lang nicht an der Staatsoper dirigiert, trotz aller Anfragen. Es hat irgendwie nie gepasst.

Hat Dresden Sie in der Zeit nie gefragt?

Doch, doch, Gerd Uecker fragte immer mal an, aber terminlich ging das irgendwie alles nicht. Konzerte sind da einfacher gewesen.

Wieso dirigiert der Wagner-Experte nun den "Rosenkavalier" von Strauss?

Das ist ja mein Leib- und Magenrepertoire. Ich freue mich, diese Oper mit diesem Orchester zu machen. Und auf die Akustik in diesem Haus. Den "Rosenkavalier" hab ich ja schon so oft gemacht, den kenne ich wirklich gut. Da können Sie mich nachts um vier wecken, und ich dirigiere Ihnen das vor.

Früher gab es sogenannte "Rosenkavalier"-Züge, die das Berliner Publikum nach Dresden brachten. Ob so etwas heute auch Erfolg hätte?

Das glaube ich schon. Man müsste ein Busunternehmen organisieren, mit dem man komfortabel reisen und den Gästen auch was servieren könnte, da gibt es bestimmt ein Interesse. Vielleicht schafft's ja doch die Bahn? Vor hundert Jahren hat sie es auch geschafft, aber damals ging es ja auch schneller von Hamburg nach Berlin als heute, eigentlich irre. Ich hab schon mit dem Ministerpräsidenten drüber gesprochen. Die technischen Möglichkeiten hätte man ja. Da muss doch was möglich sein!

Werden Sie alle Aufführungen selbst dirigieren?

Ja, natürlich! Aber die Besetzung wird wechseln, wir haben da ganz tolle Leute. Jetzt singt Soile Isokoski die Feldmarschallin, im Sommer wird es Anne Schwanewilms sein. Octavian singt jetzt Daniela Sindram, dann Elina Garanca. Daniela Fally als Sophie, Wolfgang Bankl und Peter Rose als Ochs - alles vom Feinsten.

Warum debütieren Sie eigentlich mit dem "Rosenkavalier"?

Der ist so schön schwer zu dirigieren! Ach was, ich hatte einfach Lust drauf. Und am Uraufführungsort ist der "Rosenkavalier" immer was Besonderes, also genau richtig. Ich wollte einen Ortsbezug. "Elektra" wäre auch gegangen, aber das ist ja so laut! Da wird es aber eine Neuinszenierung geben.

Ihre erste Opernpremiere wird weder Strauss noch Wagner sein, sondern Puccini, warum?

Damit setze ich das fort, was ich schon in Berlin angefangen hatte. Nachdem ich dort mit allen Bayreuther Wagner-Opern durch war, wollte ich mich auf Puccini und den späten Verdi werfen. Jetzt bin ich an einem Opernhaus und mache da weiter. "Manon Lescaut" wollte ich immer schon mal dirigieren. Darauf freue ich mich sehr.

Wie sieht es inzwischen mit der Zukunft der Oper aus, Stichwort Intendantennachfolge?

Wir müssen da jemanden finden, der erfolgreich international Kontakte schmieden kann. Die Semperoper ist ein internationales Haus und wird das jetzt durch Salzburg und Osterfestspiele sogar noch mehr. Finden Sie da mal den Richtigen! Ulrike Hessler und Eytan Pessen haben wunderbar zusammengearbeitet. Jetzt müssen wir sehen, wer diese Arbeit fortsetzen kann. So ein wunderbarer Arbeitsplatz, da können Sie sich gar nicht vorstellen, wer sich auf einmal nach langem Schweigen alles wieder bei mir meldet. Da wird erst über dies und das geredet und dann heißt es: Wie steht's eigentlich mit der Intendanz in Dresden? Dann weiß ich, aha, daher weht der Wind! Da stell ich mich taub. Wir brauchen jemanden, der zu mir passt, auch altersmäßig, also möglichst keine Interimslösung. Aber wir stehen zum Glück nicht unter Druck, es ist ja alles sehr gut geplant. Forcieren muss man da nichts. Denn diese Entscheidung ist eine Investition in die Zukunft.

Der Rosenkavalier: am 18., 21. und 27. November, 9., 12. und 16. Juni

www.semperoper.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.11.2012

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