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Mimi Müller-Westernhagen sang in der Dresdner Scheune

Mimi Müller-Westernhagen sang in der Dresdner Scheune

Sie ist die Tochter Marius Müller-Westernhagens. So, abgehakt! Am Dienstagabend sang Mimi in der Scheune. An einem dieser Bühnenabende unten im Foyer. Einem Abend im Kleinen, und im kleinen Kreis.

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Ein Abend, an dem einer Britin das Kunststück misslang, mit ihrer Soulstimme Live-Sängerin einer Indie-Rockband zu sein.

Keiner soll Arges denken: Der Abend war gut. Das Publikum beschwingt angetan. Mimi und ihre Mad Noise Factory ebenso. Nur dass Mimi nicht Mad ist. Nicht Noise und Factory auch nicht. Mimi ist wie ihr Debüt Road to Last Night: Behausung. Um Flüchtiges und Flüchtendes zu halten. Zu bannen.

Ihre Band hingegen, diese funkensprühende Garagenkombo mit zwei Gitarren, Bass, Keyboard und Schlagzeug, sie schabt an den Wänden, stampft umher und zerfetzt den Blues in intelligent-prägnanten Rock, Punk und Indie. Mimi aber ist Atmosphäre. Mit ihren 26 Jahren und einer beiläufigen Haarspange steht diese kleine Person da vorn und wühlt mit Gesang in der Erde, obwohl sie in den Himmel gehört. Alle sind Freunde, keine Frage. Mimi allerliebst zur Band und umgekehrt. Nur die Instrumente blieben unter sich. Mimis Stimme allein. Selbst beim grandiosen "Edge of the Line" punktet die Band. Mimi schaut man trotzdem gern zu.

Nur ihr eben Gesang, der blüht pastell. Wie in "Easy", wenn ihre wohltuende Blässe über das Dresdner Publikum sickerte, sie mit Gitarre nach dem Publikum cashte. Dann war das Scheunefoyer Behausung, intimer Ort. Aus Angetan-Sein wurde Gebannt-Werden. Wie auf ihrer Platte.

Mit der übrigens tat sich Mimi schwer. Und die Plattenfirma auch. Nach Jahren des Modelns, nach Jahren des Songschreibens, nach den Playboy-Nacktaufnahmen trifft Mimi 2009 auf Franz Plasa, der soviel ist wie 30 Jahre Erfahrung im Musikgeschäft, mit allem Erfolg und Scheitern. NDW-Hits, Arbeit mit Echt, Falco und Selig. Die ersten Aufnahmen zu Mimis Debüt "Road to Last Night" klangen wie "Enya für Arme", soll Frank Plasa gesagt haben. Dann der Plattenvertrag mit Warner Music. Und die will Hits.

Und die hat Mimi nicht. Das Album liegt da, fertig eingespielt. Die Veröffentlichung wird immer wieder verschoben. Mimi lässt Kraft, wird krank, wohnt vorübergehend bei Plasa, will ihre Musik nicht verbiegen, nicht anpassen an das, was Warner fordert: Duette, Remixe, Radio. Das Album erscheint 2011. So, wie Mimi es will. Das CD-Cover sieht aus, wie Mimi es will. Die Videos auch.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.12.2011

Robert Kaak

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