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Militärmuseum in Dresden zeigt Sonderschau zu Rechtsextremer Gewalt in Deutschland

Militärmuseum in Dresden zeigt Sonderschau zu Rechtsextremer Gewalt in Deutschland

Rechtsextremismus in all seinen Facetten zeigt ab Sonnabend eine neue Sonderausstellung im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden. Ihr Titel: „Rechtsextreme Gewalt in Deutschland  1990 – 2013“.

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Fotokünstler Sean Gallup vor einer Szene bei einer Trauerfeier für die Opfer der NSU-Morde. Der Amerikaner arbeitet unter anderem für den online-Bilderdienst getty images.

Quelle: Jane Jannke

Der amerikanische Fotograf Sean Gallup hat dafür über fünf Jahre im ganzen Land Opfer, Täter und Aussteiger der rechten Szene aufgespürt und abgelichtet.  

21 großformatige Bilder des Fotografen zeigen Menschen, die Opfer rechtsextremer Gewalt wurden, solche, die selbst Gewalt ausübten, aber auch jene, die sich entschieden, der rechten Szene den Rücken zu kehren. Gewalt, nicht die Ideologie selbst, ist das zentrale Moment der Ausstellung. „Ich möchte die menschliche Perspektive des Phänomens Rechtsextremismus zeigen, die  in der Medienberichterstattung oft zu kurz kommt“, so Gallup vor der Eröffnung. Die Fotografien werden begleitet von Texten in Deutsch und Englisch, die die Geschichten hinter den Bildern erzählen. Etwa die von Sven, der einst Nazi war, irgendwann auf den Pfad der Tugend zurückfand und heute vor Schulklassen Präventionsarbeit leistet. Einige der Protagonisten werden zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag ebenfalls anwesend sein.  

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Die Austellung basiert auf 21 großformatigen Fotografien, die durch Texte erläutert werden.

Zur Bildergalerie

Zwischen 2007 und 2012 zog Gallup durch das Land. „Es hat mich erstaunt, dass es hier trotz all der Aufklärung und doch so etwas gibt“, so der 44-Jährige. Opfer und Täter vor die Kamera zu bekommen, sei nicht einfach gewesen. Geholfen hat ihm dabei Michael Ankele, ein Sozialpädagoge, der seit vielen Jahren mit Opfern rechter Gewalt, aber auch mit Aussteigern aus der rechten Szene zu tun hat und weiß, wie sehr die Betroffenen oft leiden. „Insbesondere Aussteiger haben es schwer“, so Ankele. Sie gelten in der Szene als Verräter und sehen sich oft massiven Bedrohungen ausgesetzt.  

Die Bundeswehr und der Rechtsextremismus – Anwürfe, zwischen beiden bestünde eine besondere Verquickung, sind niemals ganz verstummt. Dem will das Militär ein entschiedenes Zeichen entgegensetzen. „Nicht mit uns!“, so lautet die Botschaft, die mit der Entscheidung, ein solches Thema just vor dem 13. Februar  in einem Museum der Bundeswehr stattfinden zu lassen, ausgesendet werden soll. „Manche fragen uns schon, was so etwas mit der Bundeswehr zu tun hat“, so Museumsdirektor Oberst Matthias Rogg. „Zum einen ist das Thema Gewalt ein wesentlicher Identifikationspunkt unseres Hauses“, erklärt Rogg. Zum anderen wolle man ganz bewusst der oft ausgesprochen Militär-affinen rechten Szene zeigen: Mit so etwas haben wir als Bundeswehr nichts am Hut.  

Am Freitag, 18 Uhr, wir die Ausstellung im Militärhistorischen Museum feierlich eröffnet. Die Moderation übernimmt die Fernsehmoderatorin Mo Asumang, die selbst einst Zielscheibe rechtsextremer Hetze wurde. Nazis hatten eigens einen Song produziert, in dem es hieß: „Diese Kugel ist für dich, Mo Asumang…“ Anschließend ist die Schau bis zum 2. April parallel zur Stalingrad-Ausstellung zu sehen.

Jane Jannke

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