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Militärhistorisches Museum Dresden zeigt Sonderschau zum Ersten Weltkrieg

Militärhistorisches Museum Dresden zeigt Sonderschau zum Ersten Weltkrieg

Der Tod kam aus dem Nichts. Die deutschen Soldaten, die am 18. März 1918 im Kilianstollen in Elsass-Lothringen bis zu sechs Meter unter der Erde ausharrten, mögen nur einen dumpfen Knall und eine Erschütterung gespürt haben.

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Quelle: Archiv

Teile des kilometerlangen Grabensystems waren eher zufällig von den Franzosen getroffen worden. Doch die Detonationen verschütteten Teile des Stollens und machten ihn zum Grab für mindestens 21 Soldaten. Erst Ende 2011 stieß man in Frankreich bei Straßenbauarbeiten auf die Überreste der Toten. Ihre persönlichen Gegenstände konnten genau zugeordnet werden, ihre Kennmarken ließen keinen Zweifel zu.

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Sonderausstellung "14 - Menschen - Krieg" im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr

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Einige Überbleibsel aus dem Grabenkrieg zeigt das Militärhistorische Museum der Bundeswehr nun in seiner Sonderausstellung zum Ersten Weltkrieg. Kurator Gerhard Bauer spricht von einem „Pompeji des Ersten Weltkrieges“. Ein Abschnitt des Stollens wurde mit Originalteilen und einigen Nachbauten rekonstruiert. Das Exponat vermittelt dem Besucher beklemmende Aussichten und einen berührenden Einblick in das Innenleben eines Grabens. Zerkleinerte Hundeknochen sind ein Beleg dafür, dass Feinkost die absolute Ausnahme war. Den Fund mehrerer Parfümflaschen kann Museumsdirektor Oberst Matthias Rogg dagegen schlüssig erklären: „Hier herrschte eine Mischung aus Leichengeruch und dem Geruch von Fäkalien und feuchter Erde. Die Soldaten haben sich parfümgetränkte Taschentücher vor die Nase gehalten, um das auszuhalten.“ Ein angeschliffener Spaten kündet von der Brutalität im Grabenkampf - er war für den Zweikampf in der Enge gedacht.

„Der Erste Weltkrieg bewegte sich zwischen Moderne und mittelalterlicher Barbarei“, erklärt Kurator Bayer das Waffenarsenal. Das Museum will bis März 2015 mehrere Seiten des Krieges zeigen. Während der Graben für die Statik des Stellungskrieges steht, dient ein alter Eisenbahnwaggon im ersten Teil der Ausstellung als Chiffre für die Dynamik der Katastrophe. Damals wurden Zehntausende Soldaten - darunter viele jüdischen Glaubens - mit Waggons an die Front gebracht. Es war die gleiche Baureihe von Waggons, die 30 Jahre später Juden in die Vernichtungslager fuhren. Der Waggon steht auf einem Beet aus Rosen und verleiht der Schau ein surreales Moment.

Hintergrund ist ein Spruch, der damals in aller Munde war: „Rosen im August, da hat die Garde fortgemusst.“ Rund 600 Objekte umfasst die Ausstellung, viele stammen aus Sammlungen in Frankreich, Belgien oder Großbritannien. „Wir wollten Geschichte nicht chronologisch erzählen, sondern über Biografien von Menschen“, sagt Rogg. Deshalb korrespondiere die Schau mit dem Doku-Drama „14 Tagebücher des Ersten Weltkrieges“, das anhand der Lebensberichte von Menschen aus mehreren Ländern die Katastrophe dokumentiert und schon auf Arte zu sehen war. So werden auch jene nicht vergessen, die an der „Heimatfront“ bei Hunger, Kälte und Elend mitleiden mussten.

Jörg Schurig, dpa

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