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Militärhistorisches Museum Dresden thematisiert Zeitalter der Weltkriege

Militärhistorisches Museum Dresden thematisiert Zeitalter der Weltkriege

Die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg verblasst. Die Überlebenden von Leid, Hunger und Not sterben aus. Und auch beim Zweiten Weltkrieg ist das Ende der Zeugenschaft absehbar.

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Im Militärhistorischen Museum Dresden stehen 2014 der erste und zweite Weltkrieg im Blickpunkt.

Quelle: Archiv

Was bleibt sind Dokumente aus jener Zeit: Filme, Bücher, Fotos, Briefe von der Front und aus der Heimat. Die Waffen der Soldaten und ihre Gräber.

Wenn sich in diesem Jahr der Beginn des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal jährt, werden auch Museen an die beiden größten Gewaltexplosionen der Menschheitsgeschichte erinnern. Die Forschung nimmt die beiden Weltkriege inzwischen als eine Epoche wahr. Die Zeit zwischen 1914 und 1945 ist so etwas wie der Dreißigjährige Krieg des 20. Jahrhunderts.

„Beide Weltkriege gehören zusammen. Man versteht den Zweiten nicht ohne den Ersten“, sagt der Historiker und Militärforscher Matthias Rogg, Professor im militärischen Dienstrang eines Oberst. Die Zeit zwischen den Kriegen sei keine Zeit des Friedens, sondern lediglich eine Inkubationszeit. „Es ist die Zeit vieler ungelöster Probleme. Der Zweite Weltkrieg hat eine Vorgeschichte.“

Rogg leitet das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden. Die neugestaltete Sammlung ist eine der weltweit größten ihrer Art und beleuchtet 700 Jahre Militärgeschichte auf deutschem Gebiet als Kulturgeschichte von Gewalt. Auch aus den beiden Weltkriegen besitzt das Haus im Norden von Dresden viele Objekte.

Die Serie der Sonderausstellungen im kommenden Jahr beginnt Rogg bewusst mit einem Thema aus dem Zweiten Weltkrieg: „Schuhe von Toten - Dresden und die Shoa“ erinnert an das Schicksal von Juden, die über Dresdner Bahnhöfe in die Vernichtungslager deportiert wurden oder dort Zwangsarbeit verrichten mussten.

Im Mai startet ein Kooperationsprojekt mit dem Deutschen Marinemuseum in Wilhelmshaven. Im Blickfeld steht das Schiff „Helgoland“, eines der modernsten Großkampfschiffe des deutschen Kaiserreiches. „Wir erzählen die Geschichte dieses Schiffes über den gesamten Krieg anhand zweier Biografien. Zwei Männer, die auf dem Schiff Dienst taten, hatten Tagebuch geführt. Die Bücher sind erhalten geblieben“, erzählt Rogg.

Anfang Juni folgt die Sonderschau „Krieg und Wahnsinn“ - in Kooperation mit der Prinzhorn Stiftung Heidelberg. Sie besitzt eine Sammlung von Kunstwerken, die Menschen in der Psychiatrie schufen. Manches ist eine beklemmende Reflexion auf den Ersten Weltkrieg. Menschen haben im Krieg schon immer auch an der Seele Schaden genommen, erklärt Rogg und sieht einen aktuellen Bezug zu Soldaten, die mit posttraumatischen Belastungsstörungen heute aus dem Kriege heimkehren.

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Das Leitsystem befindet sich auf dem Fußboden.

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Auch das Hungersterben in den Jahren 1915 und 1916 kommt zur Sprache. „Damals sollten 1000 Kalorien für einen Menschen reichen. Wer Patient in der Psychiatrie war, konnte sich nichts zusätzlich besorgen“, betont Museumssprecher Alexander Georgi.

Ab 1. August folgt die große Weltkriegs-Ausstellung „14 Menschen Krieg“. Die Dresdner kooperieren dabei mit dem Fernsehsender Arte und TV Stationen aus ganz Europa. Im Zentrum stehen die Biografien von 14 Menschen. Es sind nicht die Generäle, es geht um die Menschen dieser Zeit in Ländern, die am Krieg beteiligt waren. Rogg: „Nicht nur die Soldaten sind betroffen, alle sind betroffen.“

Die Schau dürfte unter die Haut gehen. Sie zeigt auch Teile eines Grabensystems, das erst in 2013 bei Straßenarbeiten im Elsass geborgen wurde. Manchmal wurden die Gräben nach Explosionen verschüttet und die Soldaten lebendig begraben. Einige Gräben wurde so für die Nachwelt konserviert - wie einst die Stadt Pompeji nach dem Vulkanausbruch des Vesuvs.

von Jörg Schurig, dpa

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