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Mia. waren mit "Biste Mode" im Beatpol

Elektropunk, Kitsch und Luftballons Mia. waren mit "Biste Mode" im Beatpol

Glitzerkostüme, Katzenohren, eine Kapitänsmütze und Steuerrad, eine gehörige Portion Emotionen und eine ganze Menge Kitsch - Mia. präsentierten am Sonnabend im Beatpol ihr neues Album "Biste Mode".

Dresden. Glitzerkostüme, Katzenohren, eine Kapitänsmütze und Steuerrad, eine gehörige Portion Emotionen und eine ganze Menge Kitsch - Mia. präsentierten am Sonnabend im Beatpol ihr neues Album "Biste Mode". Frontfrau Mieze Katz, gehüllt in ein schrilles Kapuzen-Cape und mit blau gefärbten Haaren, schwebte auf die Bühne. Unter reichlich Applaus und Jubelstürmen begannen Mia. mit dem Opener des neuen Albums, "Lauffeuer", einem absolut typischen Mia.-Song: simpel und eingängig in der Melodie, locker im Sound mit einer Mischung aus Gitarrenriffs und elektronischen Klängen. Es ist, als hätten Mia. den simplen Elektropunk ihrer Anfangszeit in die Gegenwart transformiert. Frontfrau Mieze hatte das Publikum schon nach wenigen Takten in der Hand. Der Abend bot eine starke Setliste, um die herum die Sängerin Kostüme passend zum Song wählte.

Gleich nach "Lauffeuer" schien es dann aber, als würden die Berliner ihr gesamtes Pulver schon zu Beginn verschießen. Nach einem fixen Kostümwechsel - nun ein Netzhemd mit monströsem Pailletten-Herz auf der Brust - wird der Song gespielt, den man eher zum Grande Finale erwartet: "Hungriges Herz". Knutschende Paare im Publikum und Fans, die sich glückselig und schunkelnd in den Armen hielten. "Das war gerade ein absoluter Gänsehautmoment", fand auch Frontfrau Mieze, die im wahren Leben auf den Namen Maria Mummert hört.

Ein paar Tränen der Rührung?

Nach dem gelungenen Einstieg folgte ein kleiner Schwenk in die Vergangenheit. Mia spielen "Alles neu", den Song, den die Berliner Elektropop-Band im Jahr 2002 zum ersten Mal in die Charts katapultierte. Macht man die Augen zu und lauscht einfach nur der Musik, ist es, als hätten sich Ideal wieder zusammengefunden. Rotzig, frech und ein bisschen ungehobelt. Doch Mia. kopieren nicht, sondern machen selbstbewusst dort weiter, wo andere vor 30 Jahren aufgehört haben.

Es folgen "Blaue Flecken" und das stampfende "Pro Test", eine charmante Hymne an die selbstgefällige Ich-bin-dagegen-Kultur. Am Sonnabend widmeten Mia. das Lied den Dresdnern und protestierten dagegen, "dass alle Dresdner über einen Kamm geschert werden". Nur eine von vielen Pro-Asyl-Anspielungen an diesem Abend. Zu "Fallschirm" hüllte sich Mieze in einen weißen ballonartigen Umhang, der dazu noch von einem Ventilator aufgeblasen wurde.

Neben einer bunten, energiegeladenen Show bescherte der Abend den Fans einige nette Momente. Mieze animierte das Publikum zum Mitsingen und forderte bei "Mein Freund" ein junges Mädchen zum Tanz auf. Eine rockige Version mit Marschtrommeln von "Was es ist" war dann wohl für die Fans in den ersten Reihen der absolute Höhepunkt: Frontfrau Mieze sprang mit ihrem Mikro von der Bühne und mischte sich in die kreischende Meute. Für jeden, der ihr nicht ausweichen konnte, gab es ein kleines Drückerchen. Als sich die Band zu "Hoffnung" am seitlichen Bühnenbereich versammelte, griff Drummer Gunnar zur Melodica, während Andy und Robert sich ein Keyboard teilten. Das Frontfräulein verteilte Gesten der Rührung und formte aus ihren Händen ein Herz. Hin und wieder hatte man das Gefühl, die Sängerin unterdrückte eine Träne der Rührung.

Mit "Tanz der Moleküle" fand die schillernde Show einen noch grelleren Abschluss: Bunte Luftballons tanzten über den Köpfen der Zuschauer, Sängerin Mieze feuerte Seifenblasen ins Publikum - ein pompöser Abgang, wie er kitschiger nicht sein konnte. Eine Zugabe gab es nicht. Nach dem Ballon- und Seifenblasen-Spektakel war die aber auch nicht mehr nötig.

Juliane Weigt

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