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Mehr Klassik fürs "Phantom": Eine neue Bühnenproduktion mit Deborah Sasson ist am Mittwoch in Dresden zu erleben

Mehr Klassik fürs "Phantom": Eine neue Bühnenproduktion mit Deborah Sasson ist am Mittwoch in Dresden zu erleben

Vor mehr als 100 Jahren schrieb Gaston Leroux die Geschichte vom "Phantom der Oper" - und schuf damit einen Stoff, der so geheimnisvoll ist, dass er die Menschen bis heute zu fesseln vermag.

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Sie sucht sich ihre passenden Rahmen: Deborah Sasson.

Quelle: Andreas Weihs

Der Roman wurde mehrfach verfilmt, es existieren sogar vier Bühnenfassungen, von denen das im Oktober 1986 in London uraufgeführte Musical von Andrew Lloyd Webber die bekannteste ist.

Kürzlich nahm sich die weltweit gefeierte und vielfach ausgezeichnete US-amerikanische Sängerin Deborah Sasson des zeitlosen Stoffes an und schrieb für eine neue Bühnen-Produktion auch neue Texte und Musik, arbeitete mehr als zwei Jahre an diesem ehrgeizigen Projekt, das am ersten Weihnachtsfeiertag in Freiburg seine Premiere erlebte. Am Mittwoch wird "Das Phantom der Oper" im Kulturpalast Dresden zu sehen sein. Vorab sprach Andreas Weihs mit der künstlerischen Koordinatorin und Sängerin Deborah Sasson.

Frage: Am ersten Weihnachtsfeiertag war Premiere für das neue "Phantom der Oper". Wie war es?

Deborah Sasson: Es war fantastisch. Alle Besucher der ersten Reihe waren in "Phantom"-Kostümen verkleidet. Wir bekamen Standing Ovations, das war sensationell, eine richtig geglückte Premiere. Besser ging es nicht.

Worauf können sich die Zuschauer in Dresden freuen? Was ist das Besondere an der neuen Produktion?

Da gibt es so viele Dinge, es ist nicht nur die neue Musik, die ich geschrieben habe und die besonders temporeich ist. Da ist vor allem auch das gigantische Bühnenbild, das ich mitgestaltet habe. Die neue Show ist für die Zuschauer wie ein richtiges Kinoerlebnis in 3D.

Sie haben das Bühnenbild mit Michael Scott in New York entworfen. Wie kam es dazu?

Ich wollte Michael unbedingt für das "Phantom" haben. Er hat schon viel für die Metropolitan-Opera, aber auch andere große Produktionen gearbeitet, und er ist schon lange ein guter Freund. Für mich sollte das "Phantom" etwas Besonderes werden. Es sollte eine Produktion werden, in der die Leute optisch was erleben, die aber auch transportabel sein muss und in zwei Trucks passt. Die wichtigste Vorgabe war, dass man das Bühnenbild auch auf einer Tourneeproduktion benutzen kann.

Was ist das Spektakuläre in der Show?

Da ist zum Beispiel die Szene, in der Christine entführt wird, mit der Gondel, wenn sie über den See fährt. Das ist so etwas von authentisch, dass glaubt man kaum. Die fährt durch Gaze hindurch, die mit einer Doppelprojektion angestrahlt ist. Dahinter ist das Boot mit mir zu sehen. Einfach unglaublich. Oder der Friedhof mit dem Mausoleum aus Marmor in sechs Metern Höhe. Auf einmal wird der Marmor durchsichtig und das "Phantom" ist zu sehen. Dann wird der Marmor wieder undurchsichtig und das "Phantom" taucht in einer ganz anderen Ecke der Bühne auf, so als wäre es dahin gezaubert worden. Das ist pure Magie. Auch die Orgel ist ein Highlight im Bühnenbild, mit gigantischen Orgelpfeifen, die dampfen und rauchen. Es ist eine wirklich irre Show, voller Effekte und Überraschungen.

Warum haben Sie die Musik und die Texte zum "Phantom" neu geschrieben?

Ich habe schon mein ganzes Leben lang Musik, aber auch Bühnenprogramme geschrieben. Jetzt wollte ich noch einmal ein Meisterwerk schaffen. Zwei Jahre habe ich an der neuen Musik gearbeitet und das Ergebnis war so sensationell, dass das Festspielhaus Baden-Baden die Produktion sofort gekauft hat.

Hat diese Neufassung noch mit dem historischen Stoff zu tun und worin unterscheidet sie sich von Andrew Lloyd-Webber?

Im Gegensatz zu Andrew Lloyd Webbers Bühnenfassung halte ich mich noch viel mehr an die Originalvorlage des Buches. Webber hat viele Sachen einfach rausgestrichen, die wir in unsere Geschichte wieder eingearbeitet haben. Außerdem haben wir ein zwanzigköpfiges Orchester auf der Bühne, das alles live spielt. Jeder Ton, den man hört, wird auch tatsächlich von Musikern gespielt. Dazu kommt ein riesiges Ensemble mit noch einmal fast 20 Leuten auf der Bühne. Wo bekommt man das schon? Webbers Bühnenproduktion heißt zwar "Das Phantom der Oper", aber es ist kein einziges Klassikwerk drin. Wir haben auch berühmte Klassiker, die in der Zeit gelaufen sind, in unser Stück integriert. Ich finde, das Stück hat mehr Klassik verdient.

Warum ist der mehr als 100 Jahre alte Stoff der Literaturvorlage immer noch interessant?

Er ist zeitlos und spannend. Eine Dreiecks-Liebesbeziehung, die die Leute immer aufs Neue fesselt. Der Stoff ist unheimlich mystisch, das fasziniert die Leute heute noch, und die Frage: Was hat der Mann unter der Maske?

Sie haben schon so ziemlich alles zwischen Klassik und Pop gesungen. Wo schlägt musikalisch ihr Herz?

Das ist eine schwere Frage. Für mich gibt es keine Trennung zwischen E-und U-Musik, sondern nur schlechte und gute Musik. Ich singe deutsches Liedgut genauso gern wie eine Pop-Ballade, aber auch Musical und Oper. Ich genieße sehr gern die Liederabende mit Gunter Emmerlich, singe unheimlich gern Schubert. Genauso gern habe ich mit Leonard Bernstein Musical gemacht. Ich kann mich in vieles gut hinein versetzen und es macht mir Spaß. Ich bin eine typisch amerikanische Entertainerin, die ihr Publikum unterhalten möchte.

Wann wird es wieder ein Pop-Album mit Ihnen geben?

Soeben haben wir die Arbeiten dafür abgeschlossen, es soll im Frühjahr auf den Markt kommen und neben Originalsongs werden auch bereits bekannte Popsongs, unter anderen von Simon & Garfunkel, Ich + Ich, der Münchner Freiheit, darauf zu hören sein. Die Popsongs haben wir klassisch arrangiert und sie werden dadurch ein ganz neues Gefühl vermitteln, wenn ich sie singe.

Deborah Sasson mit "Phantom der Oper"

Mittwoch, 20 Uhr, Kulturpalast

Karten ab 39,05 Euro bei allen bekannten Vorverkaufsstellen

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.01.2012

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