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Martin Sonneborn in der Scheune – Parteiwerbung statt Lesung

Martin Sonneborn in der Scheune – Parteiwerbung statt Lesung

Er hat es tatsächlich gemacht: Martin Sonneborn, einer der bekanntesten Satiriker Deutschlands, hat in Dresden tatsächlich den Namen der Stadt in den Mund genommen.

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Martin Sonneborn mit zwei Fans am Donnerstagabend in der Scheune Dresden.

Quelle: Stephan Lohse

Wo er sonst bewährt von „Dings" spricht, fand Sonneborn bei seinem Auftritt am Donnerstagabend in der Scheune lobende Worte für die Stadt. In Dresden sehe es aus, wie früher in Dortmund - nicht ohne zu erwähnen, dass es „dank" des Einsatzes der Fans von Dynamo Dresden heute in Dortmund aussehe, wie früher in Dresden. Die Chaoten in Schwarz-Gelb wolle er unbedingt in seiner Partei haben: Um mit ihnen endlich Angst und Schrecken zu verbreiten!

Überhaupt: die Partei. Für seine Neugründung der Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiativen - oder kurz „Die Partei" machte Sonneborn wie immer kräftig Werbung. Wer auf die angekündigte Lesung seiner Bücher gewartet hatte, den erwarteten stattdessen jede Menge Anekdoten aus dem Partei-Alltag. Ziel des Abends sei nicht weniger als die Gründung des längst überfälligen Landesverbandes Sachsen.

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Ziel des Abends sei nicht weniger als die Gründung des längst überfälligen Landesverbandes Sachsen.

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Danach folgten kleine Video- und Bildschnipsel, vor allem aus dem Landtagswahlkampf in Berlin und aus "Spam", der von Sonneborn geleiteten Satire-Rubrik auf Spiegel-Online. All das trägt der geborene Göttinger fast emotionslos vor. Völlig ruhig berichtet er, nur gelegentlich huscht ein Schmunzeln über seine Lippen. Ganz anders das Publikum: Regelmäßig wird Sonneborn von lautem Applaus unterbrochen. Selbst als er im zweiten Abschnitt ausschließlich Einspieler seiner Drehs für die ZDF-Heute-Show zeigt, reißt die Begeisterung nicht ab.

Auch mit künstlertypischen Attitüden bricht er. Wo andere Künstler in der Pause von der Bühne gehen, bleibt er seelenruhig sitzen, trinkt weiter an seinem Bier und hört den Dresdnern zu, die wahlweise auf ihn einreden oder Autogramme wollen. Sonneborn zeigt, dass er beides kann, zuhören und eingreifen. Immer wieder bezieht er das Publikum mit ein, reagiert auf Gespräche zwischen den Zuschauern. Dabei blitzen immer mal wieder kalkulierte Spitzen auf. „Sie kennen sich hier gut aus mit Nazis", bemerkt er vor einem Einspieler, der sich mit der NPD beschäftigt - so ganz unrecht hat er nicht.

Immer wieder enttarnt er Politiker-Gesten, indem er sie gnadenlos überhöht. Er stellt an Orten Fragen, an die sonst keiner gehen würde, traut sich immer wieder den grotesken Stilbruch, was natürlich nur funktioniert, wenn sich die Menschen darauf einlassen. „Wir wollen das nicht endlos ausdehnen", beendet er den Abend schließlich nach mehr als zwei überaus kurzweiligen Stunden. „Sie müssen morgen früh raus, auf die Felder."

Stephan Lohse

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