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Maritime Malerei von Peter Koch im Kabinett der Haupt- und Musikbibliothek

Maritime Malerei von Peter Koch im Kabinett der Haupt- und Musikbibliothek

Sieben Ölbilder stellt der Dresdner Maler/Musiker Peter Koch im Kabinett der Haupt-und Musikbibliothek Dresden aus. Doch die einzelnen Bilder haben es in sich: Unter dem Titel "Maritimes" bezeugt Koch seine Liebe und Sehnsucht nach Mecklenburg, dem Land am Meer, seiner ersten und wichtigsten Heimat.

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Peter Koch. Schiffe im Hafen.

Quelle: Repro: Heinz Weißflog

Auf jedem der Bilder sind Boote und Schiffe zu sehen, die einen ruhigen Hafen angesteuert haben oder auf freier Fahrt im Meer schwimmen. Jedes von ihnen ist eine immer wieder andere und neue Hommage an das Meer und seiner Anwohner. Vom Format wurden ähnliche Bilder ausgewählt, aber jedes von ihnen hat seinen eigenen Charakter und seine besondere Form und Farbigkeit.

Peter Koch wurde 1960 in Greifswald geboren, studierte von 1972 bis 1978 an der Hochschule für Musik Hans Eisler in Berlin im Hauptfach Violoncello, danach in Weimar an der Hochschule für Musik Franz Liszt. Von 1978 bis 1983 nahm er Unterricht bei Dieter Weidenbach im Naturstudium. Seit 1985 ist er freischaffender Musiker und Maler. Das ist nun die zweite Ausstellung im Kabinett der Bibliothek, die der Schriftsteller Michael G. Fritz organisiert und kuratiert hat.

Bei den ausgestellten Arbeiten handelt es sich vorwiegend um Bilder von diesem Jahr: Boote, das sind vor allem die Fischkutter, die in den kleinen Buchten und Häfen von Rügen zum Fischfang ein und ausfuhren, sind Geschichte. Lauterbach, Seedorf und Mariendorf sind aber nach wie vor klingende Namen. Jetzt bestimmen die Yachten der Gutbetuchten das Bild rund um die Insel.

O Land der dunklen Haine/ O Glanz der blauen See/ O Eiland, das ich meine/ wie tuts nach dir mir weh!

So findet man auf Peter Kochs Bildern immer eine Mischform oder beide Bootsformen gemeinsam. Vor allem müssen es Masten sein, meint der Maler verschmitzt, die hoch in den Himmel ragen. Auf seinem Schreibtisch und am Fenster des Arbeits- und Schlafzimmers stehen Schiffsmodelle, im Atelier nebenan lehnt eine eben entstandene Komposition, die an eine "Seeschlacht" erinnert.

Begeistert liest er mir ein Gedicht über die Insel Rügen von Ernst Moritz Arndt vor: "O Land der dunklen Haine/o Glanz der blauen See/O Eiland, das ich meine/ wie tuts nach dir mir weh!" Koch bekennt offen seine sentimentale Neigung zum Landstrich seiner unbeschwerten Kindheit und Jugend, das gebildete Elternhaus, den Brackwassergeruch am Bodden, das Rauschen des Meeres und die Schreie der Möwen. Auch der Unterricht bei Peter Vogler wird von ihm erwähnt, dessen begabter Sohn, der jetzt u.a. in Dresden als Cellist wirkt.

Koch kennt die alten Schleichwege zum "Schwarzen See", zum Schloss Granitz, die Wege nach Mönchgut, dem alten Franziskanerkloster, Groß und Klein Zicker, Baabe, Sellin. Er malt immer wieder seine Erlebnisse vom Meer, den Eindruck, der oft erst hier in Dresden im Nachhinein Gestalt annimmt, in dem alten, unsanierten Haus auf der Hechtstraße, wo auch eine elektronische Orgel steht, auf der er mir emphatisch und perfekt eine "Toccata und Fuge" improvisierte. Peter Koch ist eine große, ja einmalige Begabung, von der man viel zu wenig weiß und kennt.

bis 24. August, Städtische Bibliotheken Dresden - Haupt- und Musikbibliothek, Freiberger Str. 35, Mo-Fr 11-19 Uhr, Sa 10-14 Uhr

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.08.2015

Heinz Weißflog

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