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Manuel Günther als Tamino in Mozarts „Zauberflöte“

Felsenbühne Rathen Manuel Günther als Tamino in Mozarts „Zauberflöte“

Manuel Günther ist noch ein junger Sänger, gerade mal 30 Jahre alt. In der aktuellen „Zauberflöte“-Inszenierung auf der Felsenbühne Rathen singt er den Tamino. Zu den Proben machte er von der „Außenlage“ der Bühne bestens Gebrauch. In die Sächsische Schweiz fuhr er dann oft mit der S-Bahn – und zurück mit dem Fahrrad.

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Manuel Günther auf der Felsenbühne.

Quelle: Hagen König

Dresden.

Mozarts Prinzenfigur hat ihn geprägt wie kaum eine andere Rolle. Manuel Günther ist 1985 in Schwerin geboren, ging dort auf das Musikgymnasium und sang in seiner Jugend bereits in mehreren Chören. „Es ist tatsächlich so, dass ich in meiner Schulzeit mit dem Schulchor an einer Zauberflöten-Produktion mit dem Stadttheater Schwerin mitgewirkt habe – und damals schon wusste, dass ich den Tamino gern einmal singen möchte“, erzählt er in einem Café in der Dresdner Neustadt, wo er heute lebt. Nach dem Abitur studierte Manuel Günther Gesang an der Dresdner Hochschule für Musik Carl Maria von Weber bei Thomas Thomaschke und Piotr Bednarski. Anschließend wechselte er 2012 ans Opernstudio der Staatsoper Hamburg. Eine Erfahrung, die er nicht missen möchte: „Ich habe dort tolle Rollen und tolle Chancen bekommen“, erzählt er.

Seit 2014 lebt Manuel Günther wieder in Dresden, bekam als Sänger unter anderem Engagements an der Komischen Oper Berlin, der Sächsischen Staatsoper, der Staatsoper Hamburg und dem Staatstheater Braunschweig. An den Landesbühnen Sachsen steht er zum ersten Mal in der Partie des Tamino auf der Felsenbühne Rathen – ein bisschen auch ein Herzblutprojekt: „Tamino ist eine Rolle, mit der ich groß geworden bin. An der Figur spalten sich die Gemüter, manche finden, er ist kein richtiger Held. Ich habe ihn immer auch als Held betrachtet“, sagt Manuel Günther. Die Mozart-Opern liegen ihm, im leichten, lyrischen Sujet des Spieltenors fühlt er sich zu Hause. Mozart hat sehr interessante Figuren geschaffen, in Bezug auf ihre Emotionen, findet der junge Sänger. „Für mich ist das Besondere an der ‚Zauberflöte‘ auch, dass jeder die Melodien kennt, jeder kann sie mitsingen.“

Horstmanns Inszenierung in Rathen erobert die Freilichtbühne in bunten Kostümen und lebt von der einmaligen Landschaft, in die diese Bühne eingebettet ist. Für die Sänger liegt genau darin wohl auch die größte Herausforderung: „Open Air ist akustisch immer anspruchsvoll. Wir müssen darauf achten, langsam zu sprechen, noch deutlicher – und wir müssen auf Regen oder Wind reagieren, gesanglich nicht einfach“, sagt Manuel Günther. Gleichzeitig lobt er das Ensemble, die lockere Atmosphäre in den Proben, den Humor und freundschaftlichen Zusammenhalt des ganzen Teams. Oft fahre er zu den Proben mit der S-Bahn nach Rathen und anschließend mit dem Fahrrad zurück. So lässt sich Probenarbeit mit Sport und Erholung verbinden. Ein Vorteil, den wiederum so nur Rathen bietet.

Auch Singen ist für Manuel Günther eine Art Leistungssport. „Ich sehe es als großes Privileg, Kunst ausüben und davon leben zu können“, sagt er. „Das ist harte Arbeit, am Ende ist es immer die Leistung, die zählt.“ Er habe viele Kollegen, die sich dann doch noch anders entschieden haben. Er jedoch hat als Sänger seine Berufung gefunden. Tamino hat ihm Glück gebracht. In Magdeburg hat er den Conte Almaviva in Rossinis „Barbier von Sevilla“ gegeben, auch das war eine Schlüsselrolle, die ihm geholfen hat, seinen Weg zu finden. Neben dem Opernfach hat er sich zudem auf Oratorien von Händel und Bach spezialisiert.

Wenn er die Wahl hätte, würde Manuel Günther gern den Belmonte in Mozarts „Entführung aus dem Serail“ singen oder den Ferrando in „Cosí fan tutte“. Dennoch wird der Tamino aus der „Zauberflöte“ wohl noch lange auf seiner Webseite ganz oben in der Repertoireliste stehen, eben so wie ein guter Freund, der einen ein Leben lang treu ist.

Premiere: Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Zauberflöte“ am 11. Juni, 20 Uhr auf der Felsenbühne Rathen, weitere Termine am 12.6., 17.6., 19.6., 22.7. und 23.7.

Von Nicole Czerwinka

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