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Mangelwirtschaft auf dem Saloppe-Jahrmarkt mit der Serkowitzer Volksoper

Mangelwirtschaft auf dem Saloppe-Jahrmarkt mit der Serkowitzer Volksoper

Frech, lustig, herzerfrischend: Die Serkowitzer Volksoper zeigt seit fünf Jahren in der Sommerwirtschaft Saloppe, dass Oper auch anders kann, nicht nur ernst, sondern unterhaltsam, ein Spaß fürs ganze Volk eben.

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Die Dresdner Sängerin Dorothea Wagner spielt im neuen Stück der Serkowitzer Volksoper gleich mehrere Rollen. Vor der Premiere am 30. August sammelt das Team jedoch erst einmal Spenden für die diesjährige Produktion.

Quelle: Robert Jentzsch

Dieses Mal knöpfen sich Wolf-Dieter Gööck und Milko Kersten für ihren sommerlichen Operngau keine Geringeren als den ollen Goethe und Wunderkind Mozart vor. Aus einer deftigen Kreuzung aus Mozarts Singspiel "Die Entführung aus dem Serail" und Goethes Schwank "Das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern" zaubern sie bis zum 30. August die Uraufführung ihres Stückes "Die Entführung auf dem Jahrmarkt - oder Mangelwirtschaft in Serkowitz".

Das Ensemble aus drei Sängern schlüpft hierbei abwechselnd in etwa 25 Rollen, was nicht nur für das Publikum, sondern auch für alle Beteiligten eine willkommene Abwechslung zum ernsten Repertoire großer Theater- und Opernhäuser darstellt. Dorothea Wagner kann als freischaffende Sängerin sprichwörtlich ein Lied davon singen. Sie steht in diesem Jahr schon zum wiederholten Mal mit der Serkowitzer Volksoper auf der Bühne und schätzt die intime, fast familiäre Atmosphäre bei der Arbeit mit der kleinen Gruppe: "Es ist auf jeden Fall ein großer Lustfaktor dabei, wir können uns als Sänger auch selbst in die Stückentwicklung einbringen, haben bei den Aufführungen direkten Kontakt zum Publikum - da gibt es keinen Sicherheitsabstand, wie auf den großen Bühnen", sagt sie.

Die 32-jährige Dresdnerin ist Absolventin der Dresdner Musikhochschule Carl-Maria von Weber und habe - wie viele andere Studenten auch - dank den Produktionen der Serkowitzer Volksoper schon früh Aufführungspraxis bekommen und viel für das Sänger- leben gelernt, sagt sie. Heute singt sie unter anderem bei Konzerten in Dresden oder den Merseburger Operntagen, stand Anfang des Jahres in dem Intermezzo "Mise en abyme" von Lucia Ronchetti auf der kleinen Bühne der Semperoper Dresden. "Das Schöne an der Serkowitzer Volksoper ist, dass alle Verantwortung für das Ganze mittragen, jeder ist überall gefordert, auch die Künstler sind in organisatorische Abläufe mit eingebunden. Es men- schelt einfach sehr", erzählt Dorothea Wagner.

Die Stücke entstehen hier im gemeinsamen Austausch von Probe zu Probe. So ist das auch mit der "Entführung auf dem Jahrmarkt", sie sich im Wesentlichen an Mozarts Singspiel anlehnt. Ein großes Orchester gibt es in der Saloppe jedoch nicht - und überhaupt ist die Aufführung in diesem Jahr in jeder Hinsicht ein bisschen reduzierter als sonst. Die Bühne ist kleiner, dafür müssen Ensemble und Zuschauer endlich keine Angst mehr vor Regenschauern haben. Das Orchester besteht aus genau einem Mann: Milko Kersten ist hier der Chef über das Multiinstrumentarium.

Und auch das Budget für das Stück ist etwas knapper als sonst. Die Produktionen der Serkowitzer Volksoper werden von Fördergeldern und durch die Abendeinnahmen finanziert. Davon müssen Bühnenbild, Kostüme, Werbemittel und die Gagen der Sänger bezahlt werden. Letztere hängen auch vom Erfolg des Kartenverkaufs ab.

Weil in diesem Jahr nun ein großer Fördermittelgeber abgesprungen ist, gibt es zum ersten Mal eine Spendenaktion auf der Internetplattform Startnext für die Serkowitzer Volksoper. Insgesamt rund 6000 Euro, die vor allem für die Herstellung der Bühnendekoration und der Kostüme gebraucht werden, will die freie Theatergruppe so bis zum 28. August noch zusammenbekommen. Bislang sind 3790 Euro im Spendensäckel. Allerdings ist damit noch nichts gewonnen. Denn wird die Zielsumme von 6000 Euro bis Ende August nicht erreicht, bekommen die Spender ihr Geld zurück. "Es wäre schade, wir müssen ohnehin schon aus wenig viel machen, und wenn das Geld nicht zusammen kommt, wird es wirklich schwer", sagt Dorothea Wagner.

In ihre vielen Rollen hat sie sich im ersten Probendurchgang schon ein wenig eingesungen. Die Arbeit an den Details beginnt nun für alle Mitte August. "Ich bin gespannt, wie viel Goethe dann zu Mozart noch hinzukommt", verrät die Sängerin im Gespräch - doch eines wird auch dieses Jahr so sein wie immer: Die Zuschauer erwartet zur Premiere am 30. August in der Saloppe ein lustiges Stück Musiktheater, das auch jene ansprechen soll, die sonst nicht unbedingt zum klassischen Opernpublikum gehören. Die Eintrittskarten sind bereits jetzt für 15 Euro im Vorverkauf erhältlich.

Info für Spenden: www.startnext.com/sommertheater-dresden und Web: www.serkowitzer-volksoper.de Premiere: 30. August, sowie an den vier darauffolgenden Sonntagen, jeweils 19 Uhr in der Sommerwirtschaft Saloppe

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.08.2015

Nicole Czerwinka

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