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Manfred Breschke und Thomas Schuch bitten in ihrem 47. Bühnenprogramm zum "Brettgeflüster"

Manfred Breschke und Thomas Schuch bitten in ihrem 47. Bühnenprogramm zum "Brettgeflüster"

Es gibt Sätze, die stehen einfach für eine Person. Wer "Yippie-ya-yeah, Schweinebacke!" hört, denkt unweigerlich an Bruce Willis als kratzbürstigen Polizisten John McClane, wem "Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie was man bekommt" mit auf den Weg gegeben wird, denkt unweigerlich an Tom Hanks als Forrest Gump.

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Thomas Schuch und Manfred Breschke in "Brettgeflüster".

Quelle: Elisabeth Wiens

Mit der Aussage "Die Laube ist weggeschwommen. Ich bin noch hinterher geschwommen, aber ich habe nicht mehr alle Bretter eingekriegt" verbindet man hingegen klipp und klar einen gewissen Mömmerich. Einen Herrn um die sechzig, so knickrig wie tattrig, mit einer Brille so dick wie Panzerglas und auch sonst von einem Adonis so weit weg wie Quasimodo. Die (Garten-)Laube ist ihm 2002 bei der Flut weggeschwommen, seitdem hat er immer wieder mal einen Auftritt im Dresdner Kabarett Breschke und Schuch - in der Regel zusammen mit seiner besseren Hälfte, die ihm mit ihren (Lebens-)Träumen ständig in den Ohren liegt.

Herr und Frau Mömmerich sind Figuren, die die beiden Kabarettisten Manfred Breschke und Thomas Schuch entwickelt haben. Das Paar, das eine naive, volkstümliche Sicht auf die Welt hat und die Probleme auf dem blauen Planeten auf ein lustiges, einfaches Niveau herunterbricht, genießt mittlerweile dermaßen Kultstatus, dass die beiden Satiriker beschlossen haben, ihnen mit "Brettgeflüster" ein eigenes Programm auf die so unterschiedlich voluminösen Leiber zu schneidern. Premiere ist am heutigen Sonnabend um 19.30 Uhr.

Anfänglich war Schuch für die Idee nicht so leicht zu begeistern gewesen, ließ sich dann aber doch von Breschke überzeugen. "Um ein ganzes Stück zu füllen, mussten wir den beiden eine Geschichte geben", meint Breschke. Auch bekamen sie nun jeweils einen Vornamen, die zumindest Wagnerianerherzen höher schlagen lassen: Siegfried und Brunhilde, "wobei Thomas ja eigentlich mehr ein Alberich ist", sagt Breschke flachsend. Einmal mehr wird deutlich, wie die Partnerschaft von unterschiedlichen Lebenserwartungen geprägt ist. Sie will ein Kind, alternativ eine Kreuzfahrt oder doch wenigstens ein Smartphone. Der tattrige Herr Gemahl braucht das alles nicht im Restleben, hortet das Geld aber wie der Drache Fafner. Um an Geld zu kommen, will Brunhilde Mömmerich eine Bank überfallen, irrt sich aber in der Tür und landet bei Attac, wo man ihr laut Breschke erklärt: "Eine Bank zu überfallen ist ehrenwert, bringt aber nichts". Im mittlerweile 47. Bühnenprogramm des Hauses schlagen sich die Mömmerichs in trauter Zerstrittenheit nicht zuletzt durch ihren persönlichen demografischen Wandel.

Es wird nicht ganz so viele Kostümwechsel geben wie sonst, aber wer Breschke alias Brunhilde Mömmerich mal im feinen eleganten Fummel sehen will, kommt ebenso auf seine Kosten wie all diejenigen, die Spaß an Schuchs Parodiekünsten haben. Er gibt den Clown und Bunga-Bunga-Experten Berlusconi, macht aber auch auf andere A- und B-Promis wie Günther Jauch und Stanislaw Tillich. In bewährter Manier will man, so Breschke, "in einer fast naiven, volkstümlichen Art und Weise die großen Probleme auf ein lustiges Niveau herunterbrechen."

Wie gesagt, 47 Programme haben Breschke und Schuch in den 15 Jahren seit der Gründung eines eigenen Theaters entwickelt, wobei die "Striezelmarktwirtschaft", die seit zehn Jahren im Advent Scharen anlockt, in dieser Statistik miterfasst ist. Acht bis neun Programme sind ständig abrufbar. Fünf Angestellte, dazu Pauschalkräfte, halten neben Breschke und Schuch den Betrieb am Laufen.

Mit der Auslastung ist man zufrieden. Schlechtes Wetter ist gut fürs Geschäft. Insofern war man aus betrieblichen Gründen nicht gänzlich darüber betrübt, dass der Winter so lang war. Die Zusammensetzung des Publikums gehorcht ebenfalls eigenen Gesetzen, hängt oft am Titel. In "So lange wir noch schön sind" verirren sich jüngere (studentische) Semester eher seltener als in ein Programm wie "Auch die schönste Frau ist an den Füßen zu Ende". Das Format der Programmhefte änderte man - das jetzige, etwas größere und vor allem längere, ist kompatibel mit den Steckleisten, wie sie in Hotels zum Einsatz kommen. Gute Erfahrungen macht man in der Regel auch mit Gastspielen auswärts. Bei einem Solo-Auftritt Breschkes im Erzgebirge kamen viel mehr Leute, als der anfänglich dachte, vor allem Rentner, die nicht mehr so mobil sind und die sonst kaum den Weg nach Dresden finden, aber dankbar für kulturelle Angebote sind.

iPremiere am heutigen Sonnabend, 19.30 Uhr, außerdem 7.-11. und 29.-31. Mai

Karten: Tel. 0351/4 90 40 09

www.kabarett-breschke-schuch.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.05.2013

Christian Ruf

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