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Malerei von Peter Albert ist derzeit im Kunstraum Pillnitz zu sehen

Malerei von Peter Albert ist derzeit im Kunstraum Pillnitz zu sehen

Ein zarter heller Lichtbogen überspannt eine weite Fläche aus diffuser Farbigkeit, weichen Tönen von Orange, Blau und Grün. 2013 entstanden, nennt der Dresdner Maler Peter Albert eines seiner wichtigsten Ölbilder "Erscheinung".

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Leicht abstrahierte Gegenständlichkeit: eins der Aquarelle von Peter Albert.

Quelle: Galerie

Weitere zehn Ölbilder mit geometrisch-konstruktivem Charakter zeigt der studierte Architekt und künstlerischer Gestalter öffentlicher Räume zur Zeit gemeinsam mit einer gleichen Anzahl von Aquarellen im Kunstraum Pillnitz. Die Zweiteilung der Ausstellung in geometrische Kunst (Ölbilder) und leicht abstrahierte Gegenständlichkeit (Aquarelle) illustriert die Position des Malers in ihrer Grenzwertigkeit. In allem aber erkennt man in ihnen einen Dresdner Künstler, der in seinen Bildern dem Licht und der Elbstimmung Rechnung trägt, dem aber auch die in der Elblandschaft innewohnende Transzendenz bewusst wird.

Beide Seiten, Ölbild und Aquarell, treten in einen optischen Dialog: Was dort am Außen festgemacht wird, entgleitet dem Blick wieder und führt ihn in die Tiefe des Inneren, des Seelischen. Wiedererkennbares am Elbufer ("Altes Fährgut", 2012), Baumgruppen und herbstlicher Wald verraten eine gewisse nachvollziehbare Topografie, während der Blick in einigen Ölbildern die direkte Fantasie herausfordert. Zwar sind die Aquarelle auch oft stark vereinfacht und auf das Wesentliche gebracht (schön an ihnen und eigenwillig sind die Verlaufsspuren der Wasserfarben), die Ölbilder aber haben eine Strenge, die durch Lasur und Schichtung Plastizität und Tiefe heraufbeschwört. Manchmal unterbricht ein in das Bild eintretender Bogen ("Störung", 2013) den ruhigen Eindruck, senken sich Balken herab oder verstellt eine frühlingshafte Baumgruppe ("Lichtung", 2013) die Sicht, während ein violettes, linsenförmiges Gebilde mitten im Bilde zu schweben scheint ("Geheimnis", 2013).

Die beiden wichtigsten Arbeiten aber tragen nicht ohne Grund den Titel "Kosmos I und II" (2015), durch ein tiefes Dunkel geheimnisvoll den Blick auf sich und in sich hinein ziehend. In seine Ölbilder hat Albert etwas Unaussprechliches gedrängt, das sich in den Aquarellen eher gegenständlicher und bewusster artikuliert. So stellen die beiden Techniken zwei Seiten ein und derselben Sache dar. Sie verkörpern eine Malerei, die offen und zugleich hermetisch, deren Idee zugleich sichtbar und unsichtbar ist, die im Empfinden mal unbewusster und mal bewusster sich vor den Augen darstellt. Dadurch entsteht zunächst eine gewisse Polarität, die sich aber zunehmend auflöst und Innen und Außen miteinander verschmelzen.

Als junger Mensch hatte Peter Albert Unterricht bei der Dresdner Bildhauerin und Zeichnerin Etha Richter genommen. Auch die Malerin Inge Thiess-Böttner, die später zum Konstruktivismus kam, war eine ihrer begeisterten Schülerinnen gewesen. Im Studium der Architektur an der TU Dresden vertiefte Peter Albert seine Kenntnisse in der Malerei bei den Professoren Georg Nehrlich und E.A. Mühler, die die Fachklasse Malerei und bildnerisches Gestalten leiteten. Auch für den Maler Karlheinz Georgi waren die beiden Lehrer von höchster Bedeutung. Von Anfang an verband Peter Albert sein Fachwissen der Architektur mit der eigenen Malerei, die er in seiner Assistentenzeit von 1961 bis 1965 immer mehr ins Geometrisch-Abstrakte trieb. Trotz des Unbehagens der verantwortlichen Funktionäre und der allgemeinen antiformalistischen Stimmung.

In seinen Arbeiten entschied er sich für das Spiel mit den geometrischen Formen, nicht ohne Einfluss des Minimalismus, der Bauhaus-Tradition und der in Dresden aktiven PGH "Kunst am Bau", die mit plastischen Betonelementen experimentierte. Anregungen für die eigene kreative Arbeit bekam Peter Albert auch durch seine Entwürfe für das syrische Nationaltheater, die Mitarbeit am Wiederaufbau der Semperoper und die Rekonstruktion des Dresdner Schlosses. 1985 sprach Fritz Löffler in seiner Laudatio zu Peter Alberts Ausstellung in der Kunstausstellung Kühl jenes berühmt gewordene Wort, "dass schöpferische Kräfte (gemeint ist damit auch Peter Albert) sich doch wenigstens zum großen Teil durchzusetzen vermögen... und wenn man nicht wüsste, dass der Geist weht, wo er will".

Seit 1995 arbeitete Peter Albert als freier Architekt und war zum Beispiel für die Sanierung und Innenerneuerung der Kreuzkirche Dresden verantwortlich. "Peter Albert war eingebettet in das besondere Dresdner Klima eines höchst kultivierten Geistes. Dazu kam eine produktive Neugier auf alles, was in der Moderne geschah und worüber man sich austauschte" (H.U. Lehmann). Ohne diesen Austausch wäre Peter Albert nicht das geworden, was er heute ist.

bis 6. Juni, Kunstraum Pillnitz, Wilhelm-Wolf-Straße 1b, geöffnet Sa 10-13 Uhr und nach tel. Vereinbarung: 0351 2654435, 21066956

www.kunstraum-pillnitz.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.05.2015

Heinz Weißflog

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