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Malerei von Olaf Amberg in der Galerie Ines Schulz in Dresden

Malerei von Olaf Amberg in der Galerie Ines Schulz in Dresden

Der 1975 in Meiningen geborene Olaf Amberg arbeitet voller Lust und Mut zur Farbe. Wie sein Dresdner Lehrer Siegfried Klotz macht er kein Hehl daraus, vor seinem Kunststudium eine Berufsausbildung als Maler im Handwerk absolviert zu haben.

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Olaf Amberg. Blühende Landschaften III. Öl auf Leinwand. 2008. 140 mal 170.

Quelle: Repro: Claudia Freudenberg

Dabei habe er viel über Charakter und Wirkung von Farben im Sinne Johannes Ittens Farblehre verinnerlicht.

In seinen Gemälden gibt er unsentimental und schnörkellos Fläche an Fläche, ohne ein an sich "schönes" Objekt - sollte es sich um ein solches handeln - durch liebliche Verzierung ins Gefällige zu ziehen. Doch viele seiner in der aktuellen Ausstellung bei Ines Schulz gezeigten Motive sind vom Sujet her eher trostlose Industrielandschaften. Sterile versiegelte Flächen, die in ihrer Weitläufigkeit bewusst gemacht werden, indem sie sich schamlos im Vordergrund ausbreiten. Doch diese für unsere Zeit so typischen Bilder sind bei Amberg malerisch aufregend, statt langweilig. Die ödesten Straßen und Plätze changieren pastos in sich, und sei es in der Vielfalt von grau in grau. Sie reagieren auf die Lichtverhältnisse des Himmels, der Wolken und der Schattenbildungen der Umgebung.

Der Maler sieht "vom Menschen erzeugte Kulturlandschaften mitteldeutscher Industriebrachen in den Stadtperipherien (-) als Artefakte einer untergegangenen Industrienation", jedoch ohne moralisierend anzuklagen. Er deutet sie als "Vorwegnahmen einer erneuten Umbruchsituation und einer Mahnung der Unbeständigkeit jedweder menschlicher Kultur und Systeme", wie Olaf Amberg in einem Statement anlässlich der diesjährigen Künstlermesse formulierte.

Belege für derartige beständige Veränderung liefern seine Bilderfolgen "Blühende Landschaften", "Containerplätze" und "Russengelände", in denen Blumen trotzig und selbstbewusst ins Bild schießen oder Bäume und Gesträuch hinten an den Speichertürmen in ausufernde Höhe wuchern. Gelb, Rot und Blau scheinen dabei explodieren zu wollen. Expressionistische Farbleidenschaft, die an Blauen Reiter und Brücke denken lässt, lodert auf.

Andere "Mitteldeutsche Landschaften" in bildparallelen Kompositionen akzentuiert Amberg durch markant aufragende Zeichen unserer Zeit: Peitschenleuchten, Kirch- und Wassertürme, Schornsteine, Baukräne, Leitungsmasten: Die großen ruhigeren Flächen in den Vordergründen beunruhigt und belebt er durch kleinteilige, bunt bewegte dahinter.

Die traditionelle Maltechnik in Öl auf Leinwand handhabt der junge Künstler erstaunlich streng und solide. Motivaufbau, Farb- und Formgebung jedoch versprühen eigenwilliges, jugendliches Temperament, Ernsthaftigkeit und selbstverständliche Zeitbezogenheit. Eine Malerei, die Identifikationsmöglichkeiten schafft. Experimentierfreude spricht nicht zuletzt aus der "Dreiecksbeziehung" dreier bemalter Fund- beziehungsweise Resthölzer.

Bis 23. Februar, Galerie Ines Schulz, Obergraben 21, Mo.-Fr. 10-18.30 Uhr, Sa. 11-16 Uhr geöffnet

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.02.2013

Jördis Lademann

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