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Malerei und Zeichnung von Frank Hruschka in der Loschwitzer galerie am blauen wunder

Malerei und Zeichnung von Frank Hruschka in der Loschwitzer galerie am blauen wunder

Diese Ausstellung des Malers Frank Hruschka in der galerie am blauen wunder heißt "Unterschiede IV". Drei vorangehende Ausstellungen seit Mitte des letzten Jahrzehnts hat er mit dem Titel "Unterschiede" belegt.

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Frank Hruschka. Jazz II zu Philip Glass Symphonie Nr. 9/2, 2013, Ö­l auf Leinwand, 100 x 110 cm.

Quelle: Repro: F. Hruschka

Damit bekennt er sich zu der erstaunlichen Vielfalt seines Werkes von abstrakten Positionen bis zu gegenstandsnahen figurativen Kompositionen. Dies ist keine Markenzeichen-Kunst, aber immer unverkennbar seine malerische Welt.

Frank Hruschka wurde 1961 in Dresden geboren, Kindheit und Jugend jedoch verbrachte er in Freital. Sein Großvater war Freizeitmaler und seine Patentante die Tochter des Freitaler Malers Willy Kutzner. Somit war der Samen für Bildnerisches in ihm gelegt. Nach der Lehre in einem Metallberuf und einer Tätigkeit im Werkzeugbau bewarb er sich Anfang der achtziger Jahre an der Kunsthochschule, wo er drei Mal abgelehnt wurde. Von 1982 bis 1990 arbeitete er bei der Inneren Mission der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens (heute Diakonie Sachsen) in Radebeul, zunächst als Betriebshandwerker, dann im künstlerisch-gestalterischen Bereich. Wie viele wurde er im 26. Lebensjahr noch als Bausoldat eingezogen, danach gestaltete er eine große Ausstellung für die Innere Mission beim Kirchentag 1989 in Leipzig.

1990 machte er sich als Gebrauchsgraphiker freischaffend, bis 1996 leitete er die Stadtgalerie Radebeul-Ost. Seit 1996 war er Mitglied im Beirat des Kulturraumes Elbtal, zuständig für den Bereich Bildende Kunst. Als Geschäftsführer von "Kultur im Dresdner Umland e.V." konzipierte er Ausstellungen wie "Theodor Rosenhauer" im Schloss Moritzburg und der Künstlergruppe "Die Sieben" auf der Albrechtsburg Meißen. Im Sommer 1999 gründete er mit fünf anderen Künstlern das "Atelier Oberlicht" in Radebeul als Produzentengalerie, die er 2009 verließ.

Seine freie bildnerische Entwicklung festigte sich Mitte der achtziger Jahre im Künstlerkreis des Radebeuler Malers Peter PIT Müller. Neben ausgedehnten Akt- und Porträtstudien beschäftigte Frank Hruschka sich unter anderem mit Themen wie Bewegung, Musik und Tanz, die er in bildhafte menschliche Zeichen goss. Vom Gegenstand völlig abgekoppelte Bildideen entwickelten sich erst nach 1990, obwohl er noch heute in einem Statement sagt: "Bei den meisten meiner Bilder ist die Natur, der Gegenstand, die Realität um mich herum die Inspiration zur Abstraktion für Farbe und Form." Wobei diese Natur Gegenstände und Realitäten geistiger Art sein können, sublimiert zu Gedanken, Gefühlen, Theorien und Musik.

So sitzt Markus Lüpertz 2009 ganz realistisch am Klavier, während der Saxophonist Jesus Canneloni in dem großen Jazz-Bild von 2012 in die malerische Fläche regelrecht eingewoben ist, ebenso wie Joe Cocker und Manfred Hering in die Graphit-Struktur der Zeichnung. Die Handzeichnung mit dem guten alten Bleistift, das Gewusel der Linien zum Erfassen von Menschen ist ihm ein ganz besonderes Feld.

Während Hruschka hier die Gestalten der vortragenden Musiker bildnerisch erfasst, bannt er auf der anderen Seite (der Ausstellung) Musik direkt in malerische Form. In "Jazz II" von 2013 zu einer Symphonie von Philip Glass setzt sich das Minimalistische der Klänge des Komponisten im rot-farbigen Raum ins Unendliche fort, man wird kandinskygleich ins Bild gesaugt, um Teil der immerwährenden Klangwirbel zu werden. Das auf der Einladung präsentierte Bild zeigt im silbrig vibrierenden Schwarz mehrere farbige Linien, die wie Stimmen sich begegnen, auseinander laufen, um sich wieder zu vereinen. Es ist beinahe eine malerische Paraphrase der "Schwünge" von Hermann Glöckner, eine zarte Kammermusik.

"Schwebend" ist 2005 Himmel und Erde, ultramarine und blaugrüne Spiegelung im Gleichgewicht, die roten Blöcke lassen den schwebenden Felsen von Magritte in den Sinn kommen. Auf das Selbstporträt "Bedrückt" von 2008 folgt 2009 die "Trennung": Ein harter roter Acrylstrahl durchzuckt das blau pulsierende Universum; so hart dieser auch trennt, hat er auch zukunftweisend-aufbauende Leuchtkraft. Luftblasengleich steigt 2005 gerastertes Rot "Aufstrebend" im schwarz strahlenden Ur-Kosmos auf. "Feuer und Eis" macht im letzten Jahr die erfrierende Hitze direkt fühlbar.

Neben den "Unterschieden" zeigen diese zwischen 2002 und 2013 entstandenen 23 Arbeiten von Frank Hruschka eben auch und gerade das Verbindende in seinem gegenwärtigen Werk.

iAusstellung galerie am blauen wunder, Pillnitzer Landstraße 2, bis 9.11., Do.-Sa. 14-18 Uhr

Am 30. Oktober, 20 Uhr, findet in der Galerie ein Kunstgespräch mit Dr. Hans-Ulrich Lehmann statt. Anmeldung: Tel. 0351/ 2 68 40 20 E-mail: info@frank-hruschka.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.10.2013

Gunter Ziller

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