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Malerei und Grafik von Juan Miguel Restrepo in der Galerie Felix

Samsas Traum Malerei und Grafik von Juan Miguel Restrepo in der Galerie Felix

Unter dem Titel „Magie und Realismus“ zeigt die Galerie Felix eine spannende Schau mit Ölbildern und Zeichnungen des jungen kolumbianischen Malers und Grafikers Juan Miguel Restrepo. Bevorzugte Themen des Künstlers sind Tierbilder und Stillleben, in denen er sich sowohl mit den Alten Meistern als auch mit den Erfahrungen des Tierfreundes beschäftigt.

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Juan Miguel Restrepo. Samsas Traum, Öl, 2016.

Quelle: Heinz Weißflog

Dresden. Unter dem Titel „Magie und Realismus“ zeigt die Galerie Felix eine spannende Schau mit Ölbildern und Zeichnungen des jungen kolumbianischen Malers und Grafikers Juan Miguel Restrepo. Bevorzugte Themen des Künstlers sind Tierbilder und Stillleben, in denen er sich sowohl mit den Alten Meistern als auch mit den Erfahrungen des Tierfreundes beschäftigt. Oft sind seine Bilder eine Synthese aus lateinamerikanischer Kunst und europäischer Malerei. Die altmeisterliche Malweise mit Lasur und Firnis eignet sich indigene Traditionen an, vor allem bei den zahlreichen exotischen Vogelbildern, die er uns wie ein Spiegel für die 4 Temperamente des Menschen vor Augen hält. Warum sollen da keine Ähnlichkeiten bestehen und Tiere auch ihr eigenes Temperament haben? Restrepo sieht im Tier den Menschen und umgekehrt. Auch als Hundefreund malte er die „Maternita“ (Mutterschaft), ein reizvolles Bild mit jungen Mischlingen und ihrer Mutter. Ein Triptychon, im Ausstellungsraum zentral gehangen, ist ein Bekenntnis zur Passion der Kunst und zeigt einen das ganze Bild dominierenden Papagei, umgeben von Yucca-Palme und Pflanzenampel, der bis heute in Südamerika ein Statussymbol der Aristokratie darstellt.

Restrepo lebt seit einigen Jahren mit seiner Frau und seiner Tochter Matilda in Dresden. Er absolvierte in seiner Heimatstadt Cali, der drittgrößten Stadt Kolumbiens, ein Architekturstudium an der Universität del Valle. Von 2009 bis 2014 studierte er an der Philipps-Universität in Marburg Kunstgeschichte, Bildende Kunst und künstlerische Konzeptionen. Das kunstgeschichtliche Studium zahlte sich aus: Immer wieder beschäftigte er sich mit den holländischen Meistern des natur morte, mit ihren akribisch-naturalistischen Vanitasversionen. Auch die Dresdner Gemäldegalerie ist für ihn zum unverzichtbaren Studienort geworden. Neben den naturgenauen Bildern fasziniert ihn die Rolle des Symbols in der holländischen Malerei. Oft kehrt die Taschenuhr, ein Symbol für Zeit und Vergänglichkeit, auch in seinen Bildern wieder. Daneben sind Blumen (Rosen) und Insekten, vor allem aber verschiedene Käferarten (Hirschkäfer) immer wiederkehrende Bildelemente. In seinen eigenen Bildern finden sich dementsprechend kunstgeschichtliche Zitate, Verweise auf Gesehenes, aber auch auf Weltliteratur, wie im Stilleben „Samsas Traum“, das eine Anspielung auf die von Franz Kafka 1912 geschriebene berühmte Erzählung „Die Verwandlung“ darstellt: Gregor Samsa wacht eines Morgens als unansehnliches Insekt auf und verliert von Tag zu Tag das Interesse und die Zuwendung seiner Verwandten, die sich schließlich voller Abscheu von ihm abwenden und ihn seinem Schicksal überlassen.

Neben den zahlreichen grotesk-skurrilen Vogelbildern, die sowohl reale Arten als auch in der Fantasie entstandene Mischformen darstellen, gilt das Interesse von Restrepo vor allem den Frührenaissance-Meistern Cimabue und Giotto. Ein Fragment zu einer Abendmahlszene von Giotto (der sich selbst darstellende Künstler hält sich das linke Auge mit der Hand zu) hat im Büro der Galeristin Platz gefunden. Auch Themen von Heiligenbildern interessieren ihn stark, wie die Legenda Aurea und der „Sonnengesang“ von Franz von Assisi. Seit seinem Studium hat die Magie Einzug in die Malerei von Restrepo gehalten. Der „Magische Realismus“ ist ein Begriff, der auf seine Arbeiten angewendet werden kann. Mythen haben in seinem Werk eine große Bedeutung. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts geprägt, bezog sich dieser Begriff auf die neben Verismus und Expressionismus entstehende, surreal gefärbte Malerei in Europa, die nach dem 2. Weltkrieg zunehmend für Lateinamerika evident wurde. Der „Magische Realismus“ fasste dort als fester Begriff besonders in der Literatur Fuß, indem sie europäische Elemente mit indigener Stilistik verband.

Bis 9. November verlängert. Galerie Felix, Pillnitzer Landstraße 7, 01326 Dresden. Kontakt: 0351/ 32 25 57 27, 0160 215 68 42 www.galerie-felix.de geöffnet: Di-Fr 15-18 Uhr Sa und So 11-13 Uhr.

Von Heinz Weißflog

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