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Malerei und Grafik von Armin Mueller-Stahl bei art+form

Die Farben des Herbstes Malerei und Grafik von Armin Mueller-Stahl bei art+form

Der Grandseigneur der Schauspielkunst, Entertainer, Maler, Dichter und Musiker Armin Mueller-Stahl zeigt bis zum 2. Juni in der der art+form Galerie 59 seiner Arbeiten mit dem Schwerpunkt Herbst. Inspiriert hat ihn dabei der Hollywood-Streifen „Die Farben des Herbstes“.

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Armin Mueller-Stahl. „Selbst als Nicolai Seroff in Local Colour“, 2012.

Quelle: Repro: art+form

Dresden. In einem Bildermuseum entdeckt ein junger Mann begeistert das herbstliche Landschaftsbild eines zeitgenössischen russischen Malers und beschließt, selbst Maler zu werden. Nach langem Drängen nimmt ihn der Maler als seinen Schüler an. „Wenn du überall Schönheit siehst in allem, wird deine Seele frei“. Mit diesen Worten ermutigt der Maler Nicolai Seroff in dem Hollywood-Streifen „Die Farben des Herbstes“ seinen Schüler. In den vier Farblithografien, darunter „In allem die Freude“ und „Heute malen wir“, hat der Grandseigneur der Schauspielkunst, Entertainer, Maler, Dichter und Musiker Armin Mueller-Stahl zwei Sequenzen des Filmes festgehalten, in dem er selbst die Hauptrolle, den alternden Maler spielte. In den beiden Grafiken erlebt er noch einmal die Verwandlung in den Protagonisten. Was Seroff dort sagt, triftt auch genau die Beweggründe, die Stahl für seine eigene Malerei beansprucht.

Nun zeigt er bei art+form 59 Arbeiten mit Schwerpunk Grafik, in denen seine Freude am Schönen ein besonderes Fest feiert. Seine beiden ersten Ausstellungen in und bei Dresden bestritt das Multitalent 2006 bei art+form und 2010 auf Schloss Wackerbarth. Seit dem Jahr 2001 (damals stellte er im Filmmuseum Potsdam aus) hat er mit vielen Ausstellungen auf sich als Maler und Grafiker aufmerksam macht. Nach der Schauspielerei ist das Malen der stärkste künstlerische Antrieb des Vielbegabten, Zeit der Besinnung, des Innehaltens und der Erholung von einem übermächtigen Publikum. Die Malerei gibt ihm die größte innere Freiheit neben dem Filmen, der Regiearbeit, dem Violinspiel, der Arbeit an der Partitur. Natürlich auch das eigene Dichten. (Zur Vernissage bei art+form las der Dresdner Schauspieler Tom Quaas aus Mueller-Stahls Texten).

Selbstbildnisse, die sich auf die eigenen Filme beziehen, gibt es in der Ausstellung viele, aber auch Bildnisse in unterschiedlichen Techniken, in denen er sich mit den Persönlichkeiten aus der Musik (John Lennon, Dmitri Schostakowitsch, Edith Piaf, Franz Schubert, Felix Mendelssohn Bartholdy, Bob Dylan), der Dichtung (Friedrich Schiller, Johann Wolfgang von Goethe, Henry Miller) und der bildenden Kunst (Joseph Beuys und Paul Gauguin) auseinandersetzt, die vorwiegend nach Fotografien oder Bildnissen sowie aus eigenem Erleben entstanden sind. Bemerkenswert ist die Fähigkeit Mueller-Stahls, das Wesentliche eines Gesichts herauszuarbeiten, dessen Typische spontan zu erfassen. Das macht das Genie aus. So wie die Figur im Schauspiel wird hier im Bild ein Moment im Gesicht eines Menschen spielerisch leicht wiedergegeben. Das fasziniert und macht Lust zum Schwelgen im Schauen. Anonyme Gesichter gibt es in dieser Ausstellung auch, einige von ihnen sind von Chagall inspiriert, wie der Original-Giclée-Print „Liebende“, eine fast schwebend leichte und duftige Komposition (bei dieser Technik handelt es sich um eines dem Tintenstrahldruck ähnliches modernes Druckverfahren).

„Die Malerei ist tot“, sagt der Maler Nicolai Seroff im Film, resigniert aber auch voller Trotz und Widerspruch. Wirkliche Malerei gibt es heute wenig, vieles ist intellektuell verkrustet, bemüht und unecht, vom Machen-Wollen geprägt. Das muss auch der Schüler von Seroff erfahren, der vor allem vom Ruhm geblendet ist. Mueller-Stahl spielt diese Rolle mit der eigenen Erfahrung von Kunst im Hinterkopf. Die „Kür“ des Malens kann er entspannt vollbringen, ohne existenziellen Druck oder vordergründige Absicht. In den vergangenen Jahren, in denen er weniger schauspielerte, vertraute er zunehmend seiner malenden Hand, mit einem Hauch Rückzug und Suche nach Stille. Eines der gelungensten Porträts der Ausstellung bei art+form ist das Ölbild „Selbst als Nicolai Seroff in Local Colour“ von 2012. Es löst sich etwas vom Gegenständlichen und zeigt den Maler bei der Arbeit an der Staffelei. Ein vehement gemaltes, dichtes Porträt, das vom humanistischen Menschenbild Mueller-Stahls erzählt und sich gleichzeitig reflektierend mit den Personal seiner Filme identifiziert.

Bis 2. Juni. Galerie Art+Form, Bautzner Straße 11, Tel. 0351/ 803 13 22. Mo-Fr 10-20 Uhr, Sa 10-18 Uhr

www.artundform.de

Von Heinz Weißflog

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