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Malerei und Collagen und Annette von Bodecker-Büttner im Blickpunkt Kunst in der Forststraße

Malerei und Collagen und Annette von Bodecker-Büttner im Blickpunkt Kunst in der Forststraße

Annette von Bodecker-Büttner ist vor allem als Kinderbuchillustratorin bekannt. Die Bilderbücher um "Soraya, das kleine Kamel" verdanken ihren liebenswerten Charme zum großen Teil auch ihren Arbeiten.

Annette von Bodecker-Büttner, Stillleben mit Paprika & Streichholzschachtel, Acryl/Collage, 2011.

Quelle: Repro: Jördis Lademann

Eine Reihe originaler Illustrationsvorlagen in Collagetechnik zeigt die aktuelle Ausstellung. Im vergangenen Jahr erhielt der Roman für Kinder "Tee mit Onkel Mustafa", erschienen im Wiener Picus-Verlag, den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis. Die Zeichnerin und die Textautorin Andrea Karime kennen einander mittlerweile so gut, dass man den Eindruck gewinnt, nicht nur die Illustratorin folge den Texten, sondern auch die Schriftstellerin nähme Anregungen aus der bisherigen Bilderwelt von Annette Bodecker-Büttner auf. Die Ausstellung zeigt beispielsweise freie Acrylarbeiten von 2005, in denen die Idee des "Turms der Wunder und der Wahrheit" mit "unendlich vielen Stockwerken, Himmel und Erde verbunden-", schon vorgebildet zu sein scheint. Die Vision dieses Turms spielt in der Geschichte um Onkel Mustafa eine zentrale Rolle und beim Lesen findet man solch poetisch philosophischen Sätze, wie die Antwort des Onkels auf die Frage der kleinen Heldin, ob alles wahr sei, was er erzähle: "Weißt du, die Wahrheit ist ein hoher Turm mit vielen bunten Zimmern. Darin hängt immer etwas anderes an den Wänden-"

Annette von Bodecker-Büttner ist jedoch nicht nur erfolgreiche Kinder- und Schulbuchillustratorin, sie gibt auch Einblick in ihre Arbeit als Malerin, Masken- und Kostümbildnerin.

Ihre Gemälde auf Leinwand oder auf Holz wirken eher zeichnerisch als malerisch. Die meisten tragen ebenfalls die additive Idee des endlos fortsetzbaren Laufs der Dinge in sich. Oft herrscht ein dominanter Farbton vor, der die Grundstimmung vorgibt, auf dem sich dann Stück um Stück, manchmal sparsam, zeichenhaft zum Symbol verkürzt, manchmal eher beredt, sprudelnd und plätschernd, doch fast immer ganz in der Fläche, erzählerisch ihre Geschichten ausbreiten.

Sie hat sich eine Art Bildvokabular erarbeitet, das immer wieder begegnet: ein Engel mit Flügeln mit lauter kleinen Booten statt Federn. Dieser Engel kann auch mit seinen Händen sehen, und seine Finger greifen wie die Äste von Bäumen in die Lüfte. Manchmal setzt er sich auch nieder, nur um auf all die Bewegung ringsumher zu schauen. Alles ist im Fluss! Die Boote, in ihrer archaischsten Form, sind selbst das bekannteste Symbol dafür. Dazu das Paddel, das es ermöglicht, ein Boot zu steuern, Fische, der gesetzmäßigen Bewegung der Natur folgend, Regen, Sonne, Mond und Gestirn. Labyrinthe, die sich zum Teil aus sich selbst, zum Teil auch um die Motive herum regenerieren, sie konzentrisch wiederholen und in einen höheren Sinn-Zusammenhang einbinden. Wir sehen Straßen mit Ampeln, Fahrzeugen und anliegenden Häusern, Menschen, Tiere, Bäume, Fantasiewesen. Auch eine Rollstuhlfahrerin, die sich offenbar einen Engelsflügel leihen konnte und damit eine Fahrt auf dem ebenfalls mehrfach vorkommenden Manuale einer Klaviatur genießt.

"Was bleibt" fragt die Künstlerin im Titel ihrer Ausstellung und meint die vielen, manchmal unbeachteten Wunder, die das Leben immer wieder bereit hält. Mit heiteren, luftigen Stillleben und weiteren Illustrationsvorlagen in Collagetechnik, mit Theaterfigurinen, in denen über die Kostümentwürfe treffende Charakterisierungen entstehen, versucht sie, Teilantworten zu geben.

Ob nun fürs Kinderbuch, fürs Theater oder in der freien Arbeit: Das unbelastete Herangehen der Künstlerin, das gern als naiv bezeichnet wird, weil es auch die kleinen Dinge des Lebens wichtig nimmt, zeichnet die Arbeit Annette von Bodecker-Büttners aus. Ihr eigener sensibler künstlerischer Mikrokosmos ermutigt und stimmt heiter.

ibis 19. April, Praxisklinik Herz und Gefäße, Forststr. 3, geöffnet Mo-Do 7.30-19, Fr 7.30-14 Uhr

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.04.2013

Jördis Lademann

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