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Malerei, Zeichnungen, Collagen und Keramik von Christiane Latendorf in der Galerie Mitte

Malerei, Zeichnungen, Collagen und Keramik von Christiane Latendorf in der Galerie Mitte

"Es war einmal eine Taube... Mo... sie flog sehr weit und kam nach Hause" steht auf einem Doppelrahmen eines kleinen, zweiteiligen Ölbildes von Christiane Latendorf, das neben vielen anderen zur Zeit in einer Ausstellung der Galerie Mitte zu sehen ist.

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Christiane Latendorf. Sonnenvogel. 2013. Öl auf Leinwand.

Quelle: Repro: Heinz Weißflog

Jedes Jahr im November fliegt die Malerin nach Indien, in ihr Zuhause, wo sie sich spirituell und menschlich wohlfühlt. Wer anderes als die Menschen dieser Region haben eine solche im täglichen Leben verwurzelte Religiosität zwischen Animismus und monotheistischem Glauben. Alles scheint belebt, auch in den rätselhaften Bildern von Christiane Latendorf, die in den vergangenen Jahren an Ausdruckskraft zugelegt hat.

Nun nimmt das Ölbild einen gebührenden Platz neben Collage, Zeichnung und Papierschnitt ein. Die Themen sind vielfältig und noch lange nicht ausgereizt. Der schier unendliche Kosmos im Kopf der Künstlerin drängt zur Mitteilung. Gleichsam erfinderisch-somnambul sind ihre Bildtitel, eine Poesie für sich, die manchmal in einen schwer zu dechiffrierenden Zusammenhang mit dem jeweiligen Bild zu bringen sind. Fantasie und Empathie des Betrachters sind gefragt. Dann ergeben sich wundersame Einsichten, die einem die Welt der Mythen näherbringen, weil Märchen, Mythos und Spiritualität in den Arbeiten der Künstlerin zusammenfließen. Christiane Latendorfs Botschaften richten sich vorwiegend an den Suchenden, der sich unvoreingenommen auf ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang einlässt, indem er das Metaphysische als etwas Natürliches betrachtet, das zum Menschsein gehört. Mensch und Natur, Pflanze und Tier bilden in Christiane Latendorfs Bildwelt eine Einheit, so wie es einmal vor Urzeiten im wirklichen Leben war. Kein Wunder, dass sich der Mensch der Moderne wieder danach sehnt. Die Bildwelt von Christiane Latendorf lädt zu einer Reise dorthin ein.

Die nun bereits fünfte Ausstellung von ihr in der Galerie Mitte zeigt eine gereifte Malerin, die ein besonderes Verhältnis zum Material (Papier) und zur Farbe entwickelt hat. Neben exotisch-bunten, an die Farbenpracht indischer Gewänder erinnernden Ölbildern wie das reizende Hochformat "Vogelglück" (Öl, 2013) sind die Collagen oft auf ein- bis dreifarbige Papiere reduziert, formelhafter und schlichter. Einen besonderen Höhepunkt bilden die drei mit Packpapier, schwarzem und weißem Papier verarbeiteten Collagen "Der Reisbauer" (2013), "Ferne Gedanken" und "Katzenfroh" (2013), die in ihrer sensiblen Art große Einfühlung in Mensch und Kreatur verraten und mit besonderem Witz gewürzt sind. Östliches und Westliches begegnen hier einander auf erfrischende Weise. Christiane Latendorfs Bildkanon umfasst den archaischen Menschen und seine Bilder- und Symbolwelt ("Herzton", 2013) mit seinem Schöpfungsmythos, Mond, Sonne und Sterne, Vogel (meist Taube und Rabe), Fisch, Hirsch, verschiedene Pflanzenformen wie Palme und Lebensbaum. Ihr Gestaltreservoir entstammt sowohl der Symbolik des Christentums als auch von anderen Religionen. Latendorfs Kunst hat etwas Schamanisches an sich, das gleichsam die Verbindung zwischen Himmel und Erde herstellt. Dazu muss man wissen, dass Christiane Latendorf unentwegt und leidenschaftlich gern Sagen, Märchen und Mythen von allen Völkern der Erde liest und sie zu kleinen Bildepisoden umsetzt, in denen sich selbst Erlebtes und Erzähltes vermischen. Ihr Formen-Synkretismus aus Versatzstücken von Philosophie, Religion, Literatur und Mythen trägt oft naive Züge, bezeugt aber immer Anteil am Menschen und der Natur. Durch die jüngsten Aufenthalte in der Weißen Wüste von Ägypten ist ihr die Einsicht zugewachsen, in ihrer Mitte angekommen zu sein (so auch der Titel der Ausstellung). Übrigens: Die Taube Mo, die sie in Friedland völlig erschöpft auf einem Baum sitzend fand, brachte sie zu ihrem Besitzer zurück. 15 Keramiken, darunter Schalen, Koppchen, Teller und Figuren in farbiger Aufglasurbemalung ergänzen die Präsentation.

Bis 6. April, Galerie Mitte, Striesener Straße 49, Di-Fr 15-19 Uhr, Sa 10-14 Uhr, Tel. 0351/4590052

www.galerie-mitte.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.03.2013

Heinz Weißflog

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