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Malerei, Grafik und Fotografie von Susanne Werdin im Kunstraum Pillnitz

Meditation mit Kreis und Quadrat Malerei, Grafik und Fotografie von Susanne Werdin im Kunstraum Pillnitz

Susanne Werdin hat sich der konkreten Kunst verschrieben. Gegenstand ihrer Bilder sind Kreis und Quadrat, aber auch abstrakte Strukturen, wie sie sie zum Beispiel mit der Fotografie in der Wirklichkeit ablichtet. Im Kunstraum Pillnitz haben die Arbeiten der in Leipzig lebenden und arbeitenden Künstlerin einen würdigen Platz gefunden.

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Susanne Werdin. 8 Viertel, 2016

Quelle: Kunstraum

Dresden. Susanne Werdin (geb. 1964 in Guben) hat sich der konkreten Kunst verschrieben. Gegenstand ihrer Bilder sind Kreis und Quadrat, aber auch abstrakte Strukturen, wie sie sie zum Beispiel mit der Fotografie in der Wirklichkeit ablichtet. Im Kunstraum Pillnitz haben die Arbeiten der in Leipzig lebenden und arbeitenden Künstlerin einen würdigen Platz gefunden, stellt doch ihr Inhaber Bernward Gruner besonders gern seine „Entdeckungen“ aus, die jenseits heimischer Künstlerschaft angesiedelt sind. Der Großraum Leipzig hat eine besondere Produktivität und Kreativität in der künstlerischen Arbeit aufzuweisen. Ein Brückenschlag zu den Leipziger Künstlern ist längst fällig, die auf ihre Art die Kunst Sachsens bereichern.

In der Ausstellung sind bemalte Holztafeln und grafische Blätter (Holzdrucke) sowie farbige Fotografien zu sehen, in denen es um das Verhältnis von Lineatur und Fläche geht, die entweder parallel oder sich überdeckend und sich schneidend, die Strukturen der Realität vereinfacht wiedergeben. Auf das Wesentliche reduziert, sind es Zitate realer Dinge und Verhältnisse und ihrer sublimen Verwandlung in mathematisch-geometrische Figurationen, die nicht nur über das Schauen sondern auch in meditativer Betrachtung entstehen. In einem Katalogtext zum Werk der Künstlerin schreibt ein Autor von der „Versöhnung“ des modernen Menschen durch die Kraft der konkreten Kunst, die sich auf abstrakte Art wieder der Wirklichkeit nähert und den Menschen zu seinen Wurzeln zurückführt. Gemeint ist damit der spirituelle Gedanke der konkreten Form, der welthaltig das Wesen des Sichtbaren und Unsichtbaren umschreibt.

Die Acryl-Malerei legt Werdin gern auf Holzwerkstoff. Im Diptychon oder aus vier Tafeln bestehend, setzen sich Flächen und Linien über die Tafeln fort und ergeben eine Gesamtkomposition aus konstruktiven Linien und flächigen Gebilden, meist in ein bis zwei Grundfarben, z.B. Rot und Schwarz bei „Roter Kreis X“ (2012). Paradox ist an diesem Bild, das vom Kreis gesprochen wird, ohne dass er zu sehen ist. Die beiden ineinander verschobenen Bildträgerquadrate „Verlagerung“ (2016) ergeben in ihrer Bemalung einen ganz besonderen Klang aus sich kreuzenden und ineinander greifenden farbigen Linien auf grauwertig dunklem Grund. Das Quadrat ist zum bestimmenden Merkmal von Werdins Kunst geworden. Auch der Kreis, der vereinzelt in Schwüngen in ihren Bildern auftaucht. Parallele Linien und wie futuristische Architektur anmutende Trapeze erscheinen vereinzelt auf ihren Holzdrucken, umgeben von grün-blauen Flächen.

Jede ihrer eigenwilligen Fotografien trägt als Titel eine Nummer, gleichsam in Zahlen authentisch das Zeitmaß angebend. Immer haben ihre Aufnahmen Realität zum Gegenstand, die durch den Focus verfremdet wird. Das besondere Detail hebt balkenförmige Strukturen hervor, ebenso das reizvolle winterlich mit Schnee bedeckte Wellblechdach, das schwarz die Konturen vorgibt. Versteckte Fenstereinblicke mit Zimmerpflanzen und eine quadratisch strukturierte Fliesenwand, feucht beschlagenene Fenster und ein Schneeschauer, der durchs Bild geht, fangen die natürliche Atmosphäre ein und halten den Zauber des Augenblickes fest. Stoische Ruhe und Schlichtheit erfüllen jedes Bild, ein Hauch von Frieden und Sichselbstgenügen. Susanne Werdin hat in Leipzig an der HGB von 1991-1997 studiert und legte das Diplom als Malerin/Grafikerin bei Professor Rolf Kuhrt ab. 2003 absolvierte sie das Aufbaustudium als Meisterschülerin von Professor Volker Pfüller.

Bis 26. November. Kunstraum Pillnitz, Wilhelm-Wolf-Straße 1b, 01326 Dresden. Kontakt: 0351/265 44 35 oder 0351/21 06 69 56 www.kunstraum-pillnitz.de geöffnet: jeden Samstag von 10-13 Uhr und nach Vereinbarung.

Von Heinz Weißflog

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