Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Magisch, allegorisch: Bilder von Andreas Bliemel in Loschwitz

Magisch, allegorisch: Bilder von Andreas Bliemel in Loschwitz

Dies ist die zweite Ausstellung von Andreas Bliemel nach dem Mauerfall in der galerie am blauen wunder und damit in Dresden-Loschwitz.1950 in Dresden-Strehlen geboren, war Andreas Bliemel schon in früher Jugend von den Sammlungen der Dresdner Galerie in Zwinger und Albertinum fasziniert.

Voriger Artikel
Die Dresdner Band St George hat sich auf dem neuen Album "Goldwerth" für die Eingängigkeit entschieden
Nächster Artikel
"Dunkle Saiten" - Jan Vogler spielt das ihm gewidmete Widmann-Cellokonzert

Andreas Bliemel: "Muse - ehemals Bunker", 2014, Mischtechnik auf Leinwand.

Quelle: Andreas Bliemel

Dies ist die zweite Ausstellung von Andreas Bliemel nach dem Mauerfall in der galerie am blauen wunder und damit in Dresden-Loschwitz. War die Ausstellung im Herbst 2008 der Konfrontation seiner früheren informellen Abstraktion mit Ende der neunziger Jahre beginnenden gegenständlichen Konzepten gewidmet, so zeigt diese Präsentation die Entwicklung seiner Malerei von 2009 bis ins letzte Jahr.

1950 in Dresden-Strehlen geboren, war Andreas Bliemel schon in früher Jugend von den Sammlungen der Dresdner Galerie in Zwinger und Albertinum fasziniert. Sein späterer Weg zur Kunst war nicht ganz so geradlinig wie bei manch anderem und dennoch konsequent. Mit einer Lehre als Dekorationsmaler im Jahr 1966 begann er etwa zur gleichen Zeit seinen ersten Zeichenunterricht bei der damals schon legendären Etha Richter im Atelier auf der Borsbergstraße. Deren bewegtes Leben zwischen Dresden, Estland und der Türkei ließ sie ab 1946 zur Lehrerin mit umfassendem Horizont und Lebenserfahrung für mindestens zwei Generationen Dresdner Künstler werden. Bevor sie 1977 im Alter von 94 Jahren starb, hatte sie auch Andreas Bliemel ermutigt, sich zunächst an der Fachschule als Theatermaler zu bewerben. Nach deren Abschluss studierte er bis 1980 an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste Bühnenbild, wo er mit Günther Hornig seinem zweiten wesentlichen Lehrer begegnete.

Günther Hornig begeisterte mit seinen abstrakt-strukturalistischen Grundlagen der Malerei wiederum beinahe zwei Generationen von zunächst vorrangig Studenten des Bühnenbilds für die Kunst des 20. Jahrhunderts, bevor er nach dem ideologischen Wandel 1990 einen Lehrstuhl für freie Malerei antrat. Von Ingo Kraft, der 1978 als Maler freischaffend wurde, bis zu den Autoperforations- artisten mit Via Lewandowsky und Else Gabriel Ende der achtziger Jahre leisteten immer wieder Absolventen des Dresdner Bühnenbilds und damit Schüler von Günther Hornig Wesentliches in der freien Kunst.

So konnte auch Andreas Bliemel im Herbst 1982 eine vielbeachtete Ausstellung seiner freien Malerei im Loschwitzer Leonhardi-Museum zeigen, bevor er mit seiner kleinen Familie 1984 nach Köln übersiedelte. Schon in den siebziger Jahren beginnt seine informelle Mal- weise, die sich von stark bewegten Strukturen, einem fernen Echo in der Tiefe des Farbraumes bis zu meditativer Ruhe und innerer Kontemplation dehnt. Der Wandel seiner Malerei zu neueren figurativen und gegenständlichen Konzepten vollzog sich Ende der neunziger Jahre wohl auch im Kontakt mit dem Berliner Freundeskreis um Klaus Dennhardt, Peter Herrmann, Hans Scheib und anderen. Seit 2008 fließen magische und allegorische Momente in seine Bilder. Doch schon früh von den erotischen Elementen der Kunst angezogen, bleibt ihm die Muse der Malerei ewige Konstante.

2009 springt der Hase von Joseph Beuys über die euklidische Geometrie. Die blaue Treppe wird 2011 zum informellen Gleichnis des Gegenstands, 2012 lässt Dante Alighieri grüßen... Und 2014 sitzt eine der neun Töchter von Zeus und Mnemosyne im Bunker - in den Grotten des Helikons. Oder ist es am Ende die zehnte Muse: die Nereide Arethusa oder die Dichterin Sappho? Und eigentlich sind es die abbrechenden Bunker der Normandie, durch das Bildnis Leonardos gesehen...

Schon während seines Studiums wohnte und arbeitete Andreas Bliemel in Loschwitz. Als er Dresden verließ, unterstützte ihn Klaus Dennhardt, der im Jahr darauf ging, wesentlich. Seine Wohnung über der Brücken-Drogerie am Körnerplatz übernahm dann Volker Lenkeit, und das Atelier auf der Calberlastraße reichte er der inzwischen verstorbenen Konstruktivistin Inge Thiess-Böttner weiter.

bis 28. März, galerie am blauen wunder, Pillnitzer Landstraße 2, Do-So 14-18 Uhr, Tel. 0351/2684020

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.03.2015

Gunter Ziller

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr