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Machine Head im Alten Schlachthof in Dresden

Differenziert, nicht filigran Machine Head im Alten Schlachthof in Dresden

Ein Abend nur mit Machine Head. Erfrischend, so ohne Vorband. Keine Support-Musik, die man mit dem Ticket nicht gekauft hat und zu oft auch nicht hören mag – obwohl sich manchmal schon neue musikalische Einsichten auftun.

Dresden. Ein Abend nur mit Machine Head. Erfrischend, so ohne Vorband. Keine Support-Musik, die man mit dem Ticket nicht gekauft hat und zu oft auch nicht hören mag – obwohl sich manchmal schon neue musikalische Einsichten auftun.

„An evening with Machine Head”, so der Titel der Tournee, verspricht, was er hält. Schon beim Opener „Imperium“ fliegen die ersten Becher und Haare, später auch Plektren und ganze Körper. Von 20.30 bis kurz vor 23 Uhr behämmern die Kalifornier die Masse im angenehm gefüllten Schlachthof mit karriereumfassendem Material aus der 1991 beginnenden Bandgeschichte. 17 Jahre, das beschwört Frontmensch Robert „Robb“ Flynn ein ums andere Mal genauso inbrünstig wie den Circle Pit, den er inständig ständig vor der Bühne sehen möchte – und ihn ein ums andere Mal auch bekommt.

So ganz die filigranen Feinheiten braucht der (Neo-)-Thrash Metal live nicht zwingend. Schön wär’s schon, aber die Akustik beweist hier ein paar Schwächen. Der feine Schliff zur Großartigkeit fehlt ab und an – mal geht die Stimme im Krach baden (Locust), mal die Basslinie, besonders direkt vor der Bühne. Je fortgeschrittener der Abend und je weiter hinten der Standort, umso besser klingt’s – was wohl auch am Bierkonsum liegen mag.

Doch wir meckern hier auf hohem Niveau. Machine Head liefern ab, betonschwer, komplex, satt und opulent, aufgelockert mit ausgefeilten Melodiebrücken. Bestes Beispiel: Das kleine Meisterwerk „Darkness Within“, bei dem sich Härchen aufstellen und das Publikum nach Liedende noch lange nachsummt.

Frontmann Flynn, der sich über die Jahre vorteilhafterweise vom stachelhaarigen Blondschopf zum bärtigen Metalmonster gewandelt hat, weiß sich durchaus differenziert zu präsentieren. Wenn er zwischen den wuchtigen Partien wunderhübsch ausgeleuchtet die Arme breitet, in Melodie schwelgt und sekundenschnell wieder zum Gebrüll wechselt, zeigt er jede Menge Facette.

Thrash Metal thematisiert gerne Gewalt und Politik. Gewalterfahrungen hat Flynn mehr als ausreichend in seinen Texten verarbeitet, das politische Statement des Abends gibt´s vor „Darkness Within“. Person des Anstoßes: Ex-Pantera-Frontmann Phil Anselmo, der unlängst und nicht zum ersten Mal mit Hitlergruß und „White Power“-Affinität von sich reden machte. Sehr zum Ärger von Robb Flynn, der folglich nie wieder Pantera covern wird. Das ausführliche Statement Flynns zur Anselmo-Causa ist bei Youtube unter dem Stichwort „Racism in Metal“ zu finden.

Eigentlich geht’s ja aber um Musik und das sind wir dann auch schnell wieder. Flynn holt ein paarmal die Akustikgitarre raus, der neuerdings barttragende Leadgitarrist Phil Demmel und Dave McClain am Schlagzeug dürfen jeder ein Solo zum Besten geben. Wie viele Zugaben gespielt wurden – eifrig angefordert vom „Machine fucking Head“-schreienden Publikum - lässt sich nicht sagen. Ein ums andere Mal gehen die Lichter aus und wieder an und der Abend mit Machine Head endet würdig mit „Halo“ und dem Abschuss einer Konfettikanone.

Wir hätten Ihnen gerne Fotos vom Konzert gezeigt. Leider durfte unser Fotograf auf der Veranstaltung nicht fotografieren.

Von Franziska Schmieder

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