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Liste mit 25 Werken aus „Schwabinger Kunstschatz“ veröffentlicht – Dresdner Künstler, aber keine SKD-Werke dabei

Liste mit 25 Werken aus „Schwabinger Kunstschatz“ veröffentlicht – Dresdner Künstler, aber keine SKD-Werke dabei

Nach massivem Druck aus dem In- und Ausland treiben die Bundesregierung und das Land Bayern die Aufklärung zum spektakulären Münchner Kunstschatz voran. Am Montagabend wurde eine erste Liste von 25 Bildern mit möglichem NS-Raubkunst-Hintergrund veröffentlicht.

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Im Uhrzeigersinn: Hans Christoph: „Paar“, 1924; Max Liebermann: „Reiter am Strand“, 1901; Wilhelm Lachnit: „Mann und Frau am Fenster“, 1923; Antonio Canaletto: „Sa. Giustina in Prà della Vale“ in Padua, 1751/1800.

Quelle: Staatsanwaltschaft Augsburg dpa

Sie steht auf der Internet-Plattform lostart.de der Koordinierungsstelle Magdeburg. Eine mindestens sechsköpfige Expertengruppe soll die Herkunft aller Bilder, darunter Werke von Max Liebermann, Henri Matisse und Otto Dix, aber auch alte Meister wie Canaletto, recherchieren.

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Bilder aus dem Schwabinger Kunstfund (Handout): Christoph Voll: „Mönch“, Aquarell, 1921.

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Unter den 20 darin aufgeführten Künstlern sind mehrere Dresdner, beispielsweise Otto Dix, Wilhelm Lachnit, Otto Griebel, Erich Fraaß und Bernhard Kretschmar. Bilder aus dem Bestand der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) befinden sich jedoch nicht auf der Liste, sagte Stephan Adam, SKD-Pressesprecher, gegenüber DNN-Online. Können sie auch nicht: Bei den 25 veröffentlichten Kunstwerken handele es sich um solche mit „dringenden Verdachtsmomenten auf NS-verfolgungsbedingten Entziehungshintergrund“, hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Bundesregierung und des Freistaates Bayern. Sie stammen also wahrscheinlich von privaten Sammlern, die im Dritten Reich aus politischen, religiösen, ethnischen oder anderen Gründen verfolgt und enteignet wurden. Die Werke jedoch, die den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden fehlen, gehören zur von den Nazis so genannten „entarteten Kunst“, die die Nationalsozialisten 1938 per Gesetz aus den Museen verbannten. Vor 1933 hatten progressive Museumsleiter diese Bilder rechtmäßig angekauft.

Der NS-Raubkunstforscher und Historiker Willi Korte hält die Veröffentlichung der ersten Liste von Bildern für nicht ausreichend. „Die Bundesregierung hat einen ersten Schritt getan, um Druck von sich zu nehmen“, sagte Korte am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Die „entscheidende Frage“, wie mit den Bildern aus der Sammlung des Kunsthändlersohns Cornelius Gurlitt umgegangen werden solle, sei „nicht geklärt“.

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Der Fundort in München.

Quelle: Marc Müller

In Gurlitts Wohnung im Münchner Stadtteil Schwabing waren im Februar 2012 rund 1400 Werke gefunden worden. Erst vor eineinhalb Wochen wurde der spektakuläre Fund bekannt. Nun gibt es erstmals konkretere Angaben: Demnach sind laut Staatsanwaltschaft Augsburg 970 der gut 1400 Werke zu überprüfen. Davon könnten 380 Werke dem Bereich der „entarteten Kunst“ zugeordnet werden, die aus Museen und Sammlungen beschlagnahmt wurden. Bei rund 590 Werken müsse überprüft werden, ob ein „NS-verfolgungsbedingter Entzug“ vorliegen könnte.

Die Provenienz-Experten sollen parallel zum Ermittlungsverfahren der Augsburger Staatsanwaltschaft arbeiten. Die Fragen zur Restitution könnten „in einem Strafverfahren allein nicht hinreichend geklärt werden“, hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der beteiligten Ministerien von Bund und Bayern.

Die Leitung der „Taskforce“ übernimmt die frühere Ministerialdirektorin Ingeborg Berggreen-Merkel. Die Jewish Claims Conference, die sich für die Restitution geraubten jüdischen Eigentums einsetzt, fordert einen Platz in der Expertengruppe. Ein Vertreter müsse in die „Taskforce“ entsandt werden, sagte der Repräsentant für Deutschland, Rüdiger Mahlo, im ZDF-„Morgenmagazin“.

dpa/ttr

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