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Letzte Vorstellung im Dresdner Kulturpalast – Proteste gegen Umbau halten an

Letzte Vorstellung im Dresdner Kulturpalast – Proteste gegen Umbau halten an

Der Dresdner Kulturpalast schließt am Montagnachmittag endgültig seine Türen. Mit dem Ende der letzten Vorstellung – „Das Brückenmännchen lädt ein - Der kleine Vampir“ – fällt im großen Saal der letzte Vorhang.

Ab Herbst soll das 1969 eröffnete Gebäude umfassend saniert und umgebaut werden. Der Mehrzweck-Konzertsaal soll einem Raum weichen, der akustisch für die Philharmonie optimiert ist. Zudem sollen Stadtbibliothek und Herkuleskeule in den „Kulti“ einziehen. 2015 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

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In den vergangenen Jahren hatte es verschiedene Umbaupläne gegeben.

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Während der Stadtrat im April den Umbau endgültig absegnete, könnten die Gerichte den Bau aber noch verzögern. Architekt Wolfgang Hänsch klagt weiter gegen den Umbau, der seiner Meinung nach sein Urheberrecht verletzt. Nachdem das Landgericht Leipzig in erster Instanz zu Gunsten der Stadt votierte, hat nun das Oberlandesgericht in Dresden zu entscheiden.

Hänsch und andere Gegner des Umbaus werfen der Stadt vor, mit dem Umbau einen funktionierenden und architektonisch wertvollen Saal mutwillig zu zerstören und den „Kulti“ seiner Funktion als Stadthalle zu berauben. Am Montagnachmittag wollen die Gegner noch einmal vor den Türen des Hauses am Altmarkt Flagge zeigen.

Tatsächlich werden nach dem Umbau zahlreiche Veranstaltungen nicht mehr im Kulturpalast stattfinden. Die Pläne des Architekturbüros „gmp“ sehen einen Umbau zur sogenannten „Weinbergform“ vor, ähnlich wie im Leipziger Gewandhaus. Dadurch sinkt allerdings die Zahl der Plätze von aktuell gut 2400 auf nur noch 1800. Bei Unterhaltungsveranstaltungen finden aber noch deutlicher weniger Menschen Platz als bei Konzerten der Philharmonie. Künstler wie Roland Kaiser oder Annett Louisan werden künftig in der Messe auftreten, da sich der Kulturpalast nach Angaben der Veranstalter dafür nicht mehr rechne.

Grund zum Jubeln haben dafür die Dresdner Philharmoniker. Der aktuelle Saal sei mehr oder weniger eine Zumutung, berichten die Musiker, die bis zur geplanten Wiedereröffnung 2015 an wechselnden Orten in Dresden spielen werden. Die Akustik sei miserabel, die Umstellung nach Gastspielen in „echten“ Konzertsälen sei immer wieder immens. Man müsse im Kulturpalast enorm laut spielen und erhalte trotzdem keinerlei akustische Rückkoppelung, berichtete erst kürzlich einer der Bläser gegenüber DNN-Online. Konzerte im Kulti erinnerten eher an Open-Air-Konzerte auf riesigen Bühnen als an große Konzerte.

Neben den verbesserten Bedingungen für die Philharmonie sollen Bibliothek und Herkuleskeule mehr Leben in den Kulti bringen, hofft die Stadt. Sie muss den Umbau von geschätzt 80 Millionen Euro komplett alleine tragen. Die erhofften Fördermittel von der EU blieben aus. Dafür werden nun die Mittel der städtischen Kreuzchor- und der Sozialstiftung angezapft.

Bereits seit Anfang der 90er Jahre wurde in Dresden über den Umbau des Gebäudes gestritten. Neben dem jetzt beginnenden Umbau war lange eine Sanierung im Gespräch, während die Philharmonie ein eigenes Konzerthaus bekommen sollte. Ein Jahrzehnt lang passierte nichts, bis die monatelange Schließung 2007 wieder Bewegung in die Sache brachte. Mangels ausreichendem Brandschutz musste der Kulti seine Türen schließen. Umbauten für knapp 4 Millionen Euro ermöglichten noch einmal eine Verlängerung. Doch jetzt ist endgültig Schluss. Die Betriebserlaubnis läuft aus – und die Bagger sollen anrollen.

sl

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