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Laut und heroisch, leise und innig: Die britische Trompeterin Alison Balsom kommt in die Dresdner Frauenkirche

Laut und heroisch, leise und innig: Die britische Trompeterin Alison Balsom kommt in die Dresdner Frauenkirche

Die Trompeterin Alison Balsom hat gerade ihren bereits dritten Klassik-Echo erhalten. Sie triumphiert mit einem Instrument, mit dem traditionell eher Männer identifiziert werden.

Die in Royston nahe London geborene Britin begann im Alter von sieben Jahren, Trompete zu spielen. Mit zehn wollte sie Solistin werden. Sie wusste schon damals, warum: "Die Trompete ist der menschlichen Stimme am ähnlichsten. Sie kann laut und heroisch klingen, aber auch leise und innig."

Nach der Ausbildung in London und Paris studierte Balsom bei den angesehenen Trompetenlehrern Håkan Hardenberger und John Wallace. Der Gedanke, dass sie unter den überwiegend männlichen Trompetern auffallen würde, kam ihr damals nicht. Das änderte sich erst, als sie Profimusikerin wurde. "Es ist unglaublich, wie fasziniert die Medien davon sind, dass ich eine Frau bin." Auch die CD-Cover werben mit dem Aussehen der blonden jungen Frau. Balsom hat sich grundsätzlich damit abgefunden: "Das ist nun mal Bestandteil einer Gesellschaft, die auf Berühmtheiten fixiert ist." Doch lieber möchte sie mit ihrer Musik überzeugen und die Zuhörer berühren.

Das gelingt ihr sehr erfolgreich und das bereits seit mehr als zehn Jahren. Die britische "Times" schrieb über sie: "Sie lässt die Trompete mit einer unwiderstehlichen Ausgelassenheit und Zungenfertigkeit singen." Für ihr musikalisches Können wurde Alison Balsom mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Beim diesjährigen Klassik-Echo wurde sie als "Instrumentalistin des Jahres" für ihre Aufnahme des Konzerts "Seraph" geehrt, die der Schotte James MacMillan für sie schrieb.

Balsom kommt mit Tourneen in Europa, Amerika und Asien auf rund 80 Auftritte im Jahr. Mit ihrem neuen Album "Kings & Queens", das am 12. Oktober erschien, hat sie sich einen langjährigen Wunsch erfüllt. Gemeinsam mit dem Ensemble von Trevor Pinnock, einem der bedeutendsten britischen Experten für Alte Musik, hat sie Werke der Barockkomponisten Händel und Purcell eingespielt. Für die Aufnahmen hat sie eine Barocktrompete verwendet, die im Gegensatz zu modernen Trompeten keine Ventile hat.

Am kommenden Sonnabend können nun auch die Dresdner Alison Balsom live im Konzert erleben: Zum ersten Mal wird die Britin in der Frauenkirche zu Gast sein und dabei eben jenes Werk vorstellen, das dem Echo-prämierten Album den Namen gab: MacMillans "Seraph". Zudem erklingt das Trompetenkonzert Es-Dur von Joseph Haydn. Mit Alison Balsom musiziert das kammerorchesterbasel, das für seinen transparenten und flexiblen Orchesterklang, seine Entdeckerlust bei der Suche nach neuen Interpretationswegen und seine programmatischen Kombinationen von Alter und Neuer Musik bekannt ist. Das Ensemble wird Haydns Sinfonie Nr. 92 G-Dur und Elgars Serenade für Streicher e-Moll zu Gehör bringen.

Das Konzert beschließt die diesjährige Akzente-Reihe der Dresdner Frauenkirche, in der u.a. The Saint Thomas Choir New York, die St. Petersburger Philharmoniker und das Festival Strings Lucerne zu erleben waren. Im kommenden Jahr wird die Reihe den Blick in Richtung Osten lenken. Erwartet werden unter der Überschrift Akzente >> ostwärts nach Veranstalterangaben u.a. Konzerte des polnischen Pianisten Ingolf Wunder mit den Warschauer Philharmonikern im April und des Moskauer Kathedralchores im Mai.

Konzert am 10. November, 20 Uhr in der Frauenkirche. Trompete: Alison Balsom, kammerorchester basel, Leitung Yuki Kasai

Karten: Besucherzentrum Frauenkirche (NEU: Weiße Gasse 8, Mo-Fr 10-19 Uhr/Sa 10-18 Uhr) und Ticketservice (Georg-Treu-Platz 3, Mo-Fr 9-18 Uhr). Die Abendkasse öffnet am Veranstaltungstag ab 15.30 Uhr an Eingang D der Frauenkirche.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.11.2012

Marius Nobach, dpa/DNN

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