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Lambchop. Wrestling. Logisch! - Kurt Wagners Band kommt am Sonnabend in den Beatpol

Lambchop. Wrestling. Logisch! - Kurt Wagners Band kommt am Sonnabend in den Beatpol

Wollen wir den Schwank noch einmal erzählen? Wollen wir, denn erst jüngst haben die Beteiligten wieder sehr darüber gelacht. Die stets zweideutigen Anfangszeiten im Beatpol resp.

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Lambchop-Kopf und Ex-Kunststudent Kurt Wagner ist nicht nur musikalisch unterwegs. In seiner Heimatstadt Nashville zeigte er jüngst seine Gemäldeserie.

Quelle: Bill Steber

Star Club im Hinterkopf, schwatzt DNN-Fotograf Dietrich Flechtner v o r dem Konzert und v o r dem Haus mit einem Kumpel. Als er dann irgendwann nach oben in den Saal kommt, läuft der Gig schon geraume Zeit und es wird hohe Zeit für ein ordentliches Bild. "Da war nichts zu hören", wird Herr Flechtner später gestehen. Auf der Bühne: Lambchop. Eine Band zu neunt (!). Saxophon, Vibraphon, Gitarren - die volle Besetzung. Es ist das erste Konzert der US-Amerikaner in Dresden, man schreibt die Mitte der 1990er Jahre und den Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Für Kurt Wagners Lambchop ging es nach 1996 stetig nach oben in Sachen Resonanz. Freunde infizierten Freunde, gaben CDs weiter, verschenkten Konzerttickets für die in regelmäßigem Takt stattfindenden Auftritte in der Stadt. Lambchop spielten im Parkhotel, in der Lukaskirche, im Schlachthof, zwischendrin wurde es experimentell (mit Hands Off Cuba), dann akustisch üppig (mit dem polnischen Frauen-Dafo-String-Quartett), Wagner ließ Ballons aufziehen, Filmchen laufen. Und nun? Wünschte er sich aus Anlass der heute erscheinenden elften Lambchop-Platte, "Mr. M", eine Stuhl-Tour kleineren Ausmaßes. Ohne Brim und Borium. Da er schon 2010 mit seinem Duo-Projekt Kort wieder im Beatpol war, buchte er gleich fest. Auch Kort-Sängerin Cortney Tidwell ist wieder dabei.

Was mit Lambchop geschah? Die Tragik zuerst: Singer/Songwriter Vic Chesnutt war mit seiner kräftezehrenden körperlichen Tortur am Ende. Das permanente Sitzen im Rollstuhl, die Schmerzen, die teuren Arzneimittel - Vic, dessen nachhaltige Konzertspuren just im Beatpol zu finden sind, wählte 2009 den Freitod. Er und Wagner waren echte Freunde, der Schock beim Überlebenden dementsprechend tief. Die gemeinsame Lambchop/Chesnutt-Platte "The Salesman & Bernadette" verkam durch einen Wimpernschlag zum Vermächtnis. Ex-Kunststudent Kurt Wagner begann wieder mit einer alten Leidenschaft, dem Malen. Das Artwork auf "Mr. M" stammt aus einer Gemäldeserie namens "Beautillion Militaire 2000", die jüngst auch in Wagners Heimatstadt Nashville gezeigt wurde. Die Lieder dazu kamen später und verweisen auf ein Atemholen, eine zurückgewonnene Milde, einen Deal mit der Schönheit und dem Zauber.

Für "Mr. M" mit ihren elf Stücken - davon wieder zwei Instrumentals, ein altes Hobby der Band - fehlte der Freund als Korrektiv. Doch: Er hätte kaum gemäkelt. Lambchop ruhen sehr in sich für dieses homogene Werk. Die Kern-Band ist anscheinend wieder geschrumpft, obwohl sie es personell nicht ist. Nur akustisch. Tony Crows Piano wird noch einmal zentraler im weichen, fließenden, weder durch Soul noch durch Sperrigkeit durchbrochenen Klangbild. Die Streicher wehen wie vom schwarzweißen Hollywood herüber, Bläser spielen wie vom "Frauenruheraum" nebenan, Wagner knurrt sonor, als könne ihn wirklich nichts und niemand daran hindern, elektronische Stör- und Begleitgeräusche hört man bestenfalls unter Kopfhörern. Lambchop eben. Und doch ist die elfte eine besondere Platte. Kenner dieses wunderbaren Menschenkreises werden es heraushören.

Was es nun mit der Überschrift auf sich hat? Lambchop haben zum Song "Gone Tomorrow" ihren ersten offiziellen Videoclip aufgenommen. Kurt Wagner kurvt im Auto durch Nashville, lädt die stämmige Langmähne Jocephus ins Auto, später beobachtet er ihn und Tennessees zweite Wrestling-Legende, Wolfie D, bei der Arbeit. Lambchop. Wrestling. Logisch!

Lambchop, Vorprogramm: Cortney Tidwell, Sonnabend, 21 Uhr, Beatpol, Wenige Restkarten noch im Vorverkauf, Öffnung der Abendkasse nicht sicher

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.02.2012

Andreas Körner

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