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Laith Al-Deen kommt nach Dresden – zum Konzert im Alten Schlachthof

Interview Laith Al-Deen kommt nach Dresden – zum Konzert im Alten Schlachthof

Starke Stimme, starker Pop-Sound. Laith Al-Deen überzeugt mit seinem Album „Bleib unterwegs“. Der Ausweg aus seiner „kleinen Krise“ zwischen 2012 und 2014, wie er sie selbst bezeichnet, waren Live-Konzerte und die wichtige Erkenntnis, dass zwei Worte manchmal viel mehr als nur ein Albumtitel sind. Am 20. Oktober ist Laith Al-Deen in Dresdens Altem Schlachthof zu erleben.

Laith Al-Deen

Quelle: Carsten Klick

Dresden. Starke Stimme, starker Pop-Sound. Laith Al-Deen überzeugt mit seinem Album „Bleib unterwegs“ und wagt sich gemeinsam mit seinem Produzenten in eine neue musikalische Bandbreite. Der Ausweg aus seiner „kleinen Krise“ zwischen 2012 und 2014, wie er sie selbst bezeichnet, waren Live-Konzerte und die wichtige Erkenntnis, dass zwei Worte manchmal viel mehr als nur ein Albumtitel sind. Am 20. Oktober ist Laith Al-Deen in Dresdens Altem Schlachthof zu erleben.

Der Titel Ihres neuen Albums „Bleib unterwegs“ hört sich spannend an. Was bedeuten diese Worte für Sie und wie sind sie zustande gekommen?

Eigentlich ging es los mit einer Tour. Wir haben uns letztes Jahr im Oktober gedacht, egal wie es jetzt weiterläuft und egal wann zeitlich etwas passiert, machen wir eine Tour fest, diese hieß „Wieder unterwegs“. Das Konzept dahinter ist eigentlich einfach: Immer auf der Straße sein. Das habe ich auch benötigt, um aus meiner kleinen Lebenskrise herauszukommen. Die Überlegung war nun, daraus ein Album zu machen. Ich habe mich vor Jahren einmal mit Gregor Meyle getroffen, um Songtexte zu schreiben. Letztes Jahr habe ich nach Ideen geforscht und bin auf meinem Rechner auf den Song „Bleib unterwegs“ gestoßen. So ist der Albumtitel zustande gekommen. Auf der anderen Seite beschreibt „Bleib unterwegs“ auch ein Lebensprozess, der viel mit Loslassen zu tun hat und anderen Dingen, die so passieren. Das klingt zwar immer leicht, denn es ist eigentlich Alltag. Doch es lebt sich ja nun gerne manchmal schlechter, als es sich sagt.

Die aktuelle CD von Laith Al-Deen

Die aktuelle CD von Laith Al-Deen

Quelle: Cover

Nachdem Sie in den vergangenen Jahren mit Zweifeln und Depressionen gekämpft haben und auch öffentlich damit umgegangen sind, ist Ihnen mit „Wenn alles gut geht“ eine viel gelobte Platte gelungen. Auch das aktuelle Album ist sehr facettenreich und zeigt einen starken Laith Al-Deen. Sind Sie nun wieder der Alte?

Hoffentlich nicht (lacht)! Spaß bei Seite. Ich hoffe natürlich, dass ich etwas mitnehmen konnte, daraus, dass ich viel mit mir selbst beschäftigt war. Die Tatsache, damit öffentlich umzugehen, war eine sehr gute Lösung. Ich habe ganz viel Feedback von außen bekommen habe und Menschen kennengelernt, denen es genauso ging und geht. Du nimmst das mit und gehst nun sensibler durchs Leben und schaust, dass du dich nicht noch einmal so voll lädst, dass man da noch einmal so rein gerät. Auch für die aktuelle Platte hat das Relevanz. Ich habe meine Facebook-Fans gebeten, mir Geschichten aus ihrem Leben aus den letzten 15 Jahren mitzuteilen. Da kamen über 200 E-Mails, die inhaltlich teilweise echt heftig waren. Dabei ging es viel um Stress und Druck in unserem Leben, es war auch viel Tragödie dabei. Letzten Endes ist das alles gemeinsam mit meinen eigenen Erfahrungen in das neue Album geflossen.

Ist es Ihnen wichtiger, ein Gold-Album zu produzieren oder sich selbst gerecht zu werden? Immerhin müssen Sie ja als Künstler Ihren Lebensunterhalt verdienen...

Natürlich das Gold-Album... (lacht)! Nein, jetzt mal im Ernst. Natürlich ist der wirtschaftliche Erfolg der eigenen Musik nicht zu unterschätzen. Doch sich musikalisch anpassen, nur um das zu erreichen, hat in den letzten 15 Jahren nicht funktioniert und wird es wahrscheinlich auch nicht. Das stand so, ehrlich gesagt, auch noch nie auf meinem Zettel. Ich möchte letzten Endes auch für etwas stehen und mit mir selbst im Reinen sein. Musik muss Spaß machen, und das ist genau das, was gerade wieder passiert. Ich merke, dass ich die Leute wieder inhaltlich abhole.

Das neue Album ist musikalisch sehr variantenreich. Es gibt verschiedene Elemente aus Elektronik, Akustik oder auch Funk. Immer wieder gibt es Streicher, Instrumentals und andere Effekte, die auch auf Ihre Stimme gelegt werden. Wie kam es dazu?

Aus Lust und Laune. Ich habe mit meinem Produzenten gemeinsam überlegt, was wir so mögen. Dabei fielen die verschiedensten Sachen, über krautigen Rock bis hin zu London Grammar. Uns wurde schnell klar, welche Elemente wir ins Album einfließen lassen wollen. Wir haben dabei auch gar nicht versucht, den Puls der Zeit zu treffen.

In welches Genre würden Sie sich aktuell einordnen? Welche Menschen möchten Sie mit Ihrer Musik erreichen?

Ich würde immer noch sagen, dass es Pop-Musik ist, was aber eigentlich nichtssagend ist. Ich will die Leute erreichen, die einerseits musikaffin sind, gerne auch musikalische Spielerein mögen, auf der anderen Seite auch Leute die sich definitiv gerne mal vom Inhalt führen lassen. Ich habe auch das Gefühl, dass ich inhaltlich gerade sehr aktuell bin und deshalb viele Menschen erreiche.

Bei der Single „Geheimnis“ geht es um eine Frau, ihre Geheimnisse und deren Wirkung auf einen Mann. Singen Sie da aus eigenen Erfahrungen?

Wenn ich das jetzt erzählen würde, wäre es ja blöd und kein Geheimnis mehr. Natürlich steckt ein Teil von mir im Song. Das ist aber geheim, schön und macht Spaß. Auf der anderen Seite war es mir bei der Nummer wichtig, Beziehungen zu beleuchten, die heutzutage – und wir reden von 2016 – von der Gesellschaft nicht anerkannt oder in Frage gestellt werden, sei es, weil sie religiös oder kulturell nicht angesehen sind oder weil die Geschlechter in den Augen vieler Leute nicht passen. Wenn man auf Meister Trump guckt, der ordentlich was umkrempeln will in den Staaten, oder auch auf den IS, der die Zeit einfach mal um tausend Jahre zurückschrauben will, zeigt sich, dass das miteinander Auskommen heutzutage ein hehres Ziel sein sollte. Und das schwingt auf jeden Fall in dem Song mit.

Sie haben ja bisher einige Konzerte in diesem Jahr gespielt, sind jetzt auf der „Wieder unterwegs“-Tour. Was bedeuten diese Live-Konzerte für Sie und wie schaffen Sie es, die Motivation über die Jahre aufrecht zu erhalten?

Allein mit der Prämisse, immer auf der Straße zu sein, hat sich das Thema schon fast erübrigt. So viel von dem, was für mich zurückkommt, passiert nämlich an Ort und Stelle: beim Spielen.

Welche Musiker schätzen Sie besonders, mit wem würden Sie in Zukunft vielleicht gern einmal zusammen arbeiten?

Das kommt immer darauf an, es muss beim Zusammenarbeiten einfach passen. So wie aktuell mit Cäthe auf der neuen Platte. Ich bin großer Fan von Maxim, Clueso, Gregor Meyle... Da gibt es ganz unterschiedliche Facetten in mir. Ich finde es immer toll, wenn verschiedene Genres aufeinander treffen. Ich würde auch gern mal was mit Jan Delay zusammenschustern.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Cäthe auf dem neuen Album?

Ich kenne sie schon sehr lange. Wir haben vor über zehn Jahren schon einmal etwas geschrieben. Ich habe ihren Lebensweg seitdem verfolgt. Ich finde sie medial vollkommen unterbeleuchtet, sie sucht auf jeden Fall Ihresgleichen auf dem deutschen Markt. Wir haben uns vor dem Album getroffen und waren thematisch auf einer Wellenlänge. Das schöne ist, der Song fällt aus dem Album heraus. Von ihr steckt da auch ganz viel drin. Es ist auch kein klassisches Duett, denn eigentlich singen zwei Leute einen Song.

Auf welcher internationalen Bühne würden Sie gern einmal spielen?

Wembley muss sein, was sonst! Wenig Stadien geben einem dieses Gefühl, was Wembley gibt. Das ist sehr beeindruckend. Eventuell klappt es mal, man weiß ja nie.

Vielleicht sollten Sie mal einige Stücke auf Englisch singen, um Ihre Fangemeinde zu erweitern...

Wir haben das auch schon oft überlegt, Grönemeyer hat das ja auch getan. Ich habe auch schon einmal probiert, meine Texte zu übersetzen, es wirkte dann etwas schlapp. Aber vielleicht wird es ja mit meinem total stiefmütterlich behandelten Rock-Projekt etwas. Daran arbeite ich nun schon seit vier Jahren, das Material liegt bei mir im Keller. Nächstes Jahr könnte es etwas werden!

Sie haben das letzte Mal 2008 oder 2009 in Dresden gespielt, insgesamt nicht so oft. Wie gefällt Ihnen die Stadt? Sind Sie auch privat hier unterwegs?

Dresden ist eine der schönsten Städte in ganz Deutschland. Ich bin jüngst wieder beim Sonnenuntergang über die Elbe gefahren, das ist einfach eine Augenweide. Ich bin gespannt, wie das Konzert funktioniert, ich war ja schon länger nicht hier. Ich lasse mich auf jeden Fall überraschen und komme immer wieder gerne hier her.

Interview: Sebastian Burkhardt

Konzert am 20. Oktober, 20 Uhr, Alter Schlachthof

Von Sebastian Burkhardt

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