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„Lachen wenn’s eigentlich zum Heulen“ an der Dresdner Herkuleskeule

Kabarettpremiere „Lachen wenn’s eigentlich zum Heulen“ an der Dresdner Herkuleskeule

Besser sollte man lauthals lachen, auch wenn’s eigentlich zum Heulen ist. Das wiederum ist ein Motto, das eine gute Basis bot für das neue Programm der Dresdner Herkuleskeule.

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„Lachen wenn’s zum Heulen ist“ mit Birgit Schaller, Rainer Bursche und Erik Lehmann. .

Quelle: Foto: Gerald Gluth-Goldmann

Dresden.

Der Titel „Lachen wenn’s zum Heulen ist“ macht Sinn, denn schließlich ist der politische Gegner nicht zu unterschätzen bzw. hat er doch auch allerhand scharfe Geschütze aufgefahren. Die Unsicherheit über die Zukunft des politischen Deutschland wird schon mit der ersten Frage ins Publikum sicht- bzw. hörbar. Sie lautet „Regiert denn eigentlich Frau Merkel noch?“ Ja! Aber natürlich tut sie das! Trotz der AfD und deren Petry-Heil! Und da steht sie auch schon leibhaftig auf der Bühne; die Kanzlerin. Ein Statement auf den Lippen, tritt sie ins Rampenlicht, die Hände zur berühmten Raute geformt. Mit den bekannten Muntermachern „Wir schaffen das! Ich liebe Euch doch alle!“ wischt die Kanzlerin (Brigitte Heinrich) alle Zweifel an ihrem Kurs beiseite. Und weil sie gerade in Sachsen ist und die Sachsen bei Laune halten will bzw. muss, lässt sie gleich noch eine echte Schote los: „Sachsen hat die höchste Geburtenrate in Deutschland“, sagt sie und fügt an: „Das haben wir nur dem Stanislaw Tillich zu verdanken!“ Prompt ertönt ein Muntermacher-Song, der die Kanzlerin auf eine Stufe mit Frankreichs historischer Ikone Jeanne d’Arc stellt.

Eigentlich aber rückt die Kanzlerin jene Französin noch in den Schatten. Nämlich mit der Öffnung der Grenzen und der Aufnahme von Flüchtlingen aus aller Herren Länder. Alle wollen sie zu uns; die Syrer, die Libyer, die Kurden etc. Und dass sich Deutschland bereit erklärte, sie alle aufzunehmen, schafft einen gewissen Stolz. Der darin gipfelt, dass man Angela Merkel mit der Bundesrepublik gleichsetzt. „Jawohl!“, sagt da Otto Normalbürger (Detlef Nier), „Deutschland ist wieder wer!“ Der Wind aber drehte sich bereits nach kurzer Zeit, und justament musste ein neuer Schuldiger her. Den machte man mit Putins Russland aus. „Warum die Russen?“, fragt da einer. „Na weil’s Russen sind!“, lautet die schlichte Antwort.

Doch nicht nur die Russen stehen im Focus der Kabarettisten; auch die Fundamentalisten (ergo die AfD) werden kritisch hinterfragt. Zum Beispiel so: „Was ist eine Blondine zwischen zwei AfD-Wählern?“ Na? Richtig! „Nicht die Dümmste!“ Nicht nur das Parteienspektrum wird süffisant vorgeführt, auch das Medium Facebook schafft jede Menge Verwirrung bei dem Bemühen, Europa zu einen. Sein Stellenwert ist gewaltig gestiegen. Das bedeutet für den Alltag z.B. „Erst nach Facebook gucken, dann aufs Klo!“ Obwohl der Fachmann – Rainer Bursche – das kluge Gegenargument liefert: „Gemeinsam sind wir einsam!“

Und schließlich sind da auch noch die Griechen samt ihrer Hauptstadt Athen; einesteils der große Helfer in der Flüchtlingskrise, andererseits der sichtbare wirtschaftliche Niedergang der Hellenen. Singt doch der Westen schon klammheimlich im Sirtaki-Rhythmus: „Komm, versteigern wir Athen, komm, versaufen wir den Ouzo!“ Und am Ende antwortet der einsame Wanderer auf die Frage, wo er denn hinwolle „Ich suche das vereinte Europa!“ Ob wohl dieses Europa jemals erreicht werden kann?

„Lachen, wenn’s zum Heulen ist!“ passt nicht nur des Titels wegen genau in die politische Gegenwart. Unter Beifügung an Texten von u.a. Peter Ensikat, HG Butzko, HG Pölitz, Martin Maier Bode und Philipp Schaller.

Wieder ab 2. Mai auf dem Spielplan der Herkuleskeule

Von Wolfgang Zimmermann

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